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10.06.2009

Wenn der Himmel ein paar Löcher hat

Herrenstetten/Osterberg/Kellmünz "Pünktlich zum Fest ist unserer Fronleichnams-Himmel fertig", freut sich Rita Bail, Pfarrgemeinderatsvorsitzende aus Herrenstetten.

Der Fronleichnams-Himmel der Pfarrgemeinden Herrenstetten und Bergenstetten stammt vom Anfang des vergangenen Jahrhunderts.

Viele Male schon benutzt, wies er altersbedingt erhebliche Schäden auf. Nachdem die Frage der Restaurierung des wertvollen Stücks viele Jahre vor sich hergeschoben worden war, wurde er in diesem Jahr nun in einer Ornamentstickerei wieder instand gesetzt.

Die Restaurierung wurde teilweise durch Spenden möglich

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Teilweise durch Spenden finanziert, wurde der Himmel für etwa 3 500 Euro "überarbeitet". Dabei konnten die kostbaren Ornamente im Original erhalten bleiben und nur die erforderlichen Tücher und Stoffe wurden bearbeitet oder ausgetauscht. Zurückgefunden zu seiner alten Schönheit und mit neuem Glanz wird er nun - vorausgesetzt, das Wetter spielt mit - beim bevorstehenden Fronleichnamsfest durch die Straßen der Gemeinden getragen.

Diese Fronleichnamsprozession, beim dem der Himmel als Baldachin über dem Priester und der Monstranz gehalten wird, hat hier wie anderswo eine lange Tradition und findet seinen Ursprung im 13. Jahrhundert (siehe Info).

Auch der Fronleichnams-Himmel der Pfarrei Osterberg steht schon bereit. Mesmerin Theresia Högg hat ihn bereits aus der großen Holzkiste, wo er das Jahr über lagert, herausgeholt und in der Kirche aufgestellt. Auch dieser Himmel stammt vom Anfang des vergangenen Jahrhunderts und ist stark sanierungsbedürftig. "Der äußere Stoff ist in einem sehr schlechten Zustand", meint die Mesmerin. Bei dem mit Goldfäden durchwebten Brokat-Stoff sind an der äußeren Borte kunstvolle Ornamente mit Blumen und Getreideähren eingestickt. Während die Stickereien noch gut erhalten sind, ist der Stoff selbst an vielen Stellen verschlissen und brüchig.

Der Himmel soll wieder so prachtvoll aussehen wie früher

Theresia Högg wünscht sich, dass der Himmel so restauriert werden kann, dass er wieder so prachtvoll aussieht wie er früher wohl ausgesehen haben mag. "Ich weiß nicht, ob das möglich ist", betont sie und ergänzt, dass dieses Thema bislang in der Gemeinde noch nicht diskutiert worden ist.

Wie der Himmel bei einer traditionellen Fronleichnams-Prozession nicht fehlen darf, so gehören auch die Außenaltäre zum Fest. Vier Stück sind es immer.

Auf ihrem Weg durch die Straßen machen die Gläubigen dort halt, beten und hören Stellen aus den vier Evangelien. Meist aufwendig geschmückt mit Blumen und Blütenteppichen werden die Altäre jedes Jahr an bestimmten Häusern im Ort aufgestellt.

Schon seit vielen Jahrzehnten richten Konrad und Majella Linder aus Kellmünz einen solchen Altar her. Der Altar liegt - zerlegt in diverse Einzelteile - in der Garage bereit. Schon seit den 30er Jahren entsteht am Haus der Linders ein Fronleichnamsaltar. Konrad Linder hat diesen Brauch von seinen Eltern übernommen. Der Altar sei ein alter Kirchenaltar, der irgendwann einmal "ausgemustert" wurde, erzählt er. Auch heuer wird er wieder von dem inzwischen 82- und 84-jährigen Ehepaar liebevoll geschmückt werden. Das stolze Alter der Beiden macht dieses aufwendigen Unterfangen nicht gerade einfacher. Vor allem, wenn das Wetter zweifelhaft ist, sei es immer etwas hektisch, so Konrad Linder.

Aber wenn Petrus es gut meint, wird er heuer wieder aufgestellt werden und bekommt - wenn auch nur für einen Tag - seine ursprüngliche Bedeutung zurück.

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