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Landkreis/Ulm

22.02.2017

Wenn der Sanka Verspätung hat

Die ersten zehn Minuten zwischen einem Unfall bis zum Eintreffen der Rettungssanitäter können sehr entscheidend sein. Damit die therapiefreie Zeit für Unfallopfer möglichst gering gehalten wird, sollen die Rettungswagen binnen zwölf Minuten den Einsatzort erreichen. Nicht immer ist das möglich.
Bild: Thomas Heckmann (Archivfoto)

Im Bereich der Leitstelle Donau-Iller sind die Einsatzkräfte im Schnitt schneller vor Ort als anderswo in Bayern. Warum sich ihr Eintreffen trotzdem verzögern kann.

Zwölf Minuten, so lang sollte ein Rettungswagen höchstens von seiner Abfahrt bis zur Ankunft am Einsatzort brauchen. Diese sogenannte Hilfsfrist ist gesetzlich durch das Land Bayern festgeschrieben. Doch nicht immer kann sie eingehalten werden – auch nicht im Landkreis Neu-Ulm. Julia Lindner vom Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Donau-Iller ist sich der Probleme bewusst: „Im Rettungsdienstbereich Donau-Iller kommen circa 92 Prozent der Rettungswägen innerhalb der Hilfsfrist zum Einsatzort“, weiß die ZRF-Geschäftsführerin.

Diese Zahlen decken sich mit einer Antwort des Innenministeriums auf die Anfrage des Landtagsabgeordneten Harry Scheuenstuhl (SPD). So brauchte im Durchschnitt jeder zehnte Rettungswagen von 2013 bis 2015 länger als die vorgeschriebene Hilfsfrist. In fast allen 26 bayerischen Rettungsdienstbereichen sank die Quote der Einsätze, bei denen die Hilfsfrist eingehalten werden konnten, um bis zu 3,5 Prozentpunkte. Laut dem bayerischen Innenministerium gibt es aber Ausnahmen, wie den Rettungsdienstbereich Donau-Iller. Neben dem Landkreis Neu-Ulm gehören zu diesem auch die Landkreise Günzburg und Unterallgäu sowie die kreisfreie Stadt Memmingen.

Dabei machen sich regionale Unterschiede bemerkbar: „Im Unterallgäu dauert es oft etwas länger, bis der Rettungswagen eintrifft“, sagt Zwecksverbands-Geschäftsführerin Lindner. Die Gründe dafür sieht sie vor allem in der schrumpfenden Anzahl der Ärzte vor Ort. Aber auch die geringer werdende Dichte an Krankenhäusern in Bayern ist dafür verantwortlich, dass Rettungswagen länger als zwölf Minuten zum Unfallort brauchen. Dennoch sieht Lindner die Entwicklung weniger skeptisch: „Der Bericht über die Einsatzzahlen ist eine Interpretationssache.“ So gut wie jeder der 26 Rettungsdienstbereiche in Bayern habe ab und an Probleme, die Hilfsfrist einzuhalten. Wenn dies der Fall sei, würde aber relativ schnell nachgesteuert. Denn die Zweckverbände bestimmen, an welchem Standort wieviele Einsatzfahrzeuge gebraucht werden.

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Der ZRF ist ein kommunaler Zusammenschluss. Er entscheidet darüber, wie die Ressourcen des Rettungsdienstes und der Feuerwehr verteilt werden. Der aktuelle Verbandsvorsitzende für den Rettungsdienstbereich Donau-Iller ist der Günzburger Landrat Hubert Hafner. Den Entscheidungen des Zweckverbands liegen Auswertungen des Instituts für Notfallmedizin und Medizinmanagement (INM) zu Grunde. Die Kosten für etwaige Nachrüstungen bei den Rettungswagen werden über die Beitragsaufkommen der gesetzlichen Krankenversicherten finanziert.

Im Landkreis Neu-Ulm stehen momentan vier Rettungswagen zur Verfügung: in Neu-Ulm, Illertissen und Weißenhorn. Innerhalb von zwölf bis maximal 15 Minuten sollen sie alle Bereiche im Landkreis erreichen. „Wir fahren immens viele Einsätze von Neu-Ulm aus. Wenn es zu größeren Vorkommnissen kommt, müssen daher Einsatzeinheiten aus Ulm eingezogen werden“, sagt der Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), Stefan Kast. Für ihn steht fest, dass im Landkreis die Notfallversorgung gesichert ist und in fast allen Fällen die gesetzliche Hilfsfrist eingehalten werden kann.

Notfallversorgung auch im Alb-Donaukreis gesichert

Auch in Ulm und dem Alb-Donau-Kreis gibt es kaum Probleme. David Richter, Rettungsdienstleiter des Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Ulm, ist sich sicher: „Selbst bis nach Altheim kommen die Einsatzkräfte in maximal 15 Minuten“. In Ulm sind momentan sechs Rettungswagen stationiert. „Und auch wenn wir sehr oft in Neu-Ulm und Elchingen aushelfen müssen, gibt es selten Engpässe“, sagt der Rettungsdienstleiter.

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