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Neu-Ulmer

03.11.2014

Wenn die Bank das Sparbuch sperrt

Symbolbild
Bild: Ulrich Weigel

Ein Neu-Ulmer führt eine Sammelklage gegen eine slowenische Bank an. Es geht um viel Geld

In Neu-Ulm gibt er ein Szenemagazin heraus, sitzt im Vorstand des Vereins „Wir in Neu-Ulm“ und organisierte im Sommer das Public Viewing auf dem Petrusplatz. In Memmingen kämpft Safet Alimehaj derzeit für hunderte Slowenen um Gerechtigkeit – und um viel Geld. Er steht an der Spitze einer Sammelklage gegen die slowenische Ljubljanska Banka, der sich mittlerweile hunderte Betroffene angeschlossen haben.

Nach jahrelangen Streitigkeiten, die von einem Gericht zum anderen geschoben wurden, hat das Landgericht Memmingen nun bestätigt, dass es für den Fall zuständig ist. Vorsitzender Richter Kaspar Hansen machte den Klägern in einer ersten Sitzung jedoch wenig Hoffnung, am Ende der Verhandlungen als tatsächliche Gewinner aus den Rechtsstreitigkeiten hervorzugehen. Denn dafür scheint die Lage zu verzwickt.

Zum Hintergrund: Die damals noch jugoslawische Ljubljanska Banka warb in den 70er und 80er Jahren aktiv in Deutschland um Kunden – vor allem unter den hier ansässigen Gastarbeitern. Mit Erfolg. Auch Alimehajs Vater legte ein Konto an und zahlte im Laufe der Jahre mehrere zehntausend D-Mark darauf ein. All das regelte er über eine Geschäftsstelle der Bank in Zagreb oder in Osijek im heutigen Kroatien. Und genau das wurde ihm, und nunmehr seinem Sohn Safet, zum Verhängnis. Denn der Zusammenbruch Jugoslawiens bedeutete auch für die Ljubljanska Banka das Ende – die Gelder flossen in die neugegründete Nova Ljubljanska Banka. Das Problem: Diese hat ihren Sitz in Slowenien und will mit den Geschäften, die ihre Vorgängerin einst in Kroatien gemacht hat, nichts mehr zu tun haben. Hunderttausende Kontoinhaber – oder ihre Erben – kommen seither nicht mehr an ihre Ersparnisse. Bei Alimehaj handelt es sich dabei um 76500 Euro. Vor drei Jahren begann er schließlich zu klagen.

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Dass sich nun das Memminger Landgericht angesichts Alimehajs Wohnort für zuständig erklärte, ist für diesen schon ein kleiner Erfolg. Ob er jedoch jemals mit einer Auszahlung des Geldes rechnen kann, ist mehr als fraglich. Selbst wenn das Landgericht den Vorgang als Enteignung werte, könne in Slowenien nicht einfach deutsches Recht angewandt werden, erklärte Richter Hansen beim ersten Verhandlungstermin.

Sowohl Kläger Alimehaj als auch die Vertreter der Nova Ljubljanska Banka haben nun drei Wochen Zeit, um zum Sachverhalt Stellung zu beziehen. Daraufhin soll ein neuer Termin angesetzt werden. (az, bmi)

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