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Weißenhorn

18.02.2018

Wer bekommt einen Bauplatz in Weißenhorn?

Im Neubaugebiet „Mittlere Platte“ südlich der Schluckenauer Straße wird derzeit kräftig gebuddelt.
Bild: Alexander Kaya

Bei der Vergabe von Grundstücken in Biberachzell sind Einheimische nicht zum Zug gekommen. Deshalb fordert die CSU, die Richtlinien zu ändern.

Die eigenen vier Wände sind hoch im Kurs. Zwar entstehen in Weißenhorn und seinen Ortsteilen derzeit Neubaugebiete. Doch die Nachfrage nach den Bauplätzen übersteigt das Angebot deutlich. Um eine Auswahl zu treffen, wendet die Stadt bei der Vergabe von Grundstücken seit Jahren ein Punktesystem an. Doch dieses scheint nicht mehr ganz zeitgemäß zu sein. Was vor allem der CSU-Stadtratsfraktion sauer aufstößt: Im Rennen um begehrte Flächen hatten zuletzt Einheimische das Nachsehen.

Groß sei der Ärger vor allem rund um Biberachzell, berichtet Fraktionschef Franz Josef Niebling. So seien im Neubaugebiet „Am Marktsteig“ zuletzt 13 Bauplätze ausgeschrieben gewesen, für die sich an die 40 Interessenten beworben hatten, darunter auch Bürger aus Unter- und Oberreichenbach. Diese seien dort auch aufgewachsen, erzählt Niebling. Von ihnen sei aber keiner zum Zug gekommen. Dafür Bewerber aus Weißenhorn selbst und – was die CSU-Fraktion besonders ärgert – sogar aus München.

Zum Hintergrund: Bisher werden Familien mit mehreren Kindern, die nicht aus Weißenhorn kommen, stärker berücksichtigt als kinderlose Paare aus der Fuggerstadt. „Das müssen wir unbedingt ändern“, sagt Niebling. Er hat deshalb gemeinsam mit Günther Hogrefe und Ernst-Peter Keller einen Antrag bei der Stadtverwaltung eingereicht. Darin fordert die Fraktionsspitze, die Vergaberichtlinien für die Bauplätze neuer Baugebiete zu überarbeiten: „Gerade junge Paare, die Kinderwünsche haben, sich aber zuerst ihr trautes Nest aufbauen wollen, müssen Unterstützung finden.“

Nun befasst sich das städtische Baureferat damit. Auf die Tagesordnung der Stadtratssitzung am Montag, wie es die CSU gewünscht hatte, schaffte es der Antrag allerdings nicht mehr. Im Bauausschuss räumte Bürgermeister Wolfgang Fendt jüngst ein, dass die geltenden Regeln Ärger verursachen. Er selbst und seine Frau, ergänzte er, hätten als kinderloses Paar bei der Bauplatzvergabe in Weißenhorn auch schlechte Karten.

Die Christsozialen machen in ihrem Antrag einen Vorschlag, wie die Vergabekriterien geändert werden könnten. Demnach soll insbesondere die Zusammengehörigkeit in der Familie gestärkt werden. So sollen neben dem Wohnort des Antragsstellers auch der Wohnort seiner Eltern, Großeltern und Geschwister berücksichtigt werden. Zudem regen Niebling, Hogrefe und Keller weitere Boni an. Zwei Beispiel: Ein auswärtiger Bürger würde etwa für jedes Jahr seiner hauptberuflichen Beschäftigung in Weißenhorn einen Punkt bekommen. Und wer seit mindestens drei Jahren Mitglied in einem gemeinnützigen Verein in Weißenhorn ist, würde ebenfalls punkten. Durch eine Erweiterung des Punkteschemas und eine Vergrößerung des Punktevolumens wollen die Antragsteller vermeiden, dass viele Bewerber dieselbe Punktzahl erreichen und letztlich das Los über die Vergabe entscheiden muss. Dies sei bislang häufig der Fall gewesen, schreiben sie.

Zumindest ein wenig Hoffnung kann Niebling kinderlosen Paaren machen, die zunächst keinen Bauplatz bekommen haben. So sei es in der Vergangenheit immer wieder vorgekommen, dass Interessenten ihre Bewerbungen zurückzogen, nachdem sie auch aus einer anderen Kommune eine Zusage bekommen hatten. Niebling: „Die Chance ist da, im zweiten Verfahren außerhalb der Punkte zum Zug zu kommen.“

Übrigens spricht sich nicht nur die CSU für eine Änderung der Vergaberichtlinien aus. Es sei angebracht, diese an die neuen Gegebenheiten anzupassen, sagt auch der Fraktionsvorsitzende der SPD, Herbert Richter. Alle Wünsche und Bedürfnisse ließen sich dabei jedoch nicht berücksichtigen. Denkbar sei eine differenzierte Behandlung von Kernstadt und Ortsteilen, fügt Richter hinzu. „Aus unserer Sicht muss die Zahl der Kinder aber weiterhin berücksichtigt werden.“

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