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Senden

03.08.2017

Wer kippt seinen Müll vor den Tafelladen?

Seit Jahren laden unbekannte Menschen immer wieder Sperrmüll, Altkleider und anderen Unrat auf dem Gelände des Tafelladens an der Borsigstraße ab. Ehrenamtliche Mitarbeiter wie Josef Becsi entsorgen den Abfall. Bei größeren Mengen muss der städtische Bauhof mit anpacken.
Bild: Andreas Brücken

Mitarbeiter der Sendener Einrichtung beklagen, dass auf dem Gelände immer wieder Unrat abgestellt wird. Die Leiterin und die Stadt rufen die Bürger zur Vernunft auf.

Die Funde, welche die Mitarbeiter des Sendener Tafelladens immer wieder rings um das Gebäude machen, lösen bei den Ehrenamtlichen viel Ärger und oft einfach nur Ekel aus. Eine Pizzaschachtel samt angeknabbertem Inhalt haben sie schon auf dem Gelände an der Borsigstraße gefunden, schmutziges, kaputtes Geschirr, alte Möbel, versiffte Matratzen, Altkleider – und jede Menge Hundekot.

Ursula Hammer, die Leiterin der Einrichtung, beklagt: „In letzter Zeit müssen wir leider verstärkt beobachten, dass rund um unser Gebäude ganz gezielt und regelmäßig Sperrmüll abgeladen wird.“ Das sei aber kein vorübergehendes Phänomen. „Das geht schon seit Jahren“, fügt Hammer hinzu, die seit acht Jahren unter dem Dach des Bürgervereins Unteres Illertal Senden Bedürftige unterstützt.

Keine gut gemeinten Spenden

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Um gut gemeinte Spenden für den Tafelladen handelt es sich bei den abgeladenen Gegenständen keinesfalls. „Das ist wirklich Müll“, betont Hammer. Sie ist es leid, dass das Gelände als Müllkippe missbraucht wird. Als noch hinzu kam, dass das Areal immer mehr als Hundeklo benutzt wurde und sogar vor der Garage Häufchen lagen, hat sie sich an die Stadt gewendet. Die hat nun eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der Hammer an den Gemeinsinn appelliert und darum bittet, die einfachsten Regeln eines respektvollen Miteinanders zu bewahren. Das Gelände rund um die Tafel solle künftig bitte nicht mehr als Müllabladeplatz und Hundetoilette benutzt werden.

Was die Leiterin an der Sache am meisten ärgert: Das Verhalten der respektlosen Müllentsorger und Hundebesitzer tritt das ehrenamtliche Engagement ihrer etwa 30 Helfer und 15 Fahrer mit Füßen – und würdigt in letzter Konsequenz auch auf verletzende Art und Weise die hilfsbedürftigen Menschen herab, die in dem Laden einkaufen. „Ich möchte, dass meine Mannschaft in einem Umfeld tätig ist, in das sie gerne zur Arbeit kommt“, sagt Hammer.

Dabei liegt es ihrer Ansicht nach wohl gerade an der Umgebung des Ladens, dass Menschen dort keine Hemmungen haben, ihren Müll einfach abzuladen – und die Hinterlassenschaften ihrer Hunde nicht zu beseitigen. Der Tafelladen ist in einem Containerbau untergebracht, direkt neben den Bahngleisen. Auf der anderen Straßenseite befinden sich zahlreiche Hochhäuser. Das ganze Areal zählt nicht zu den besten Wohngegenden der Stadt.

Wer erwischt wird, muss hohe Strafen bezahlen

Im Übrigen kann es für Menschen, die bei der illegalen Müllentsorgung erwischt werden, teuer werden. In 20 Fällen hat das Landratsamt Neu-Ulm im vergangenen Jahr Bußgelder festgesetzt, weil Sperrmüll einfach in der Landschaft abgelegt wurde. Wie Richard Götz, Fachbereichsleiter Immissionsschutz und Abfallrecht beim Landratsamt, auf Nachfrage berichtet, orientiert sich die Behörde am bayerischen Bußgeldkatalog Umweltschutz. Wer vorsätzlich mehr als einen Kubikmeter Sperrmüll entsorgt, riskiert demnach ein Bußgeld in Höhe von mehreren Hundert Euro. Allerdings sei nur bei einem Viertel der Fälle illegaler Müllentsorgung, die 2016 entdeckt wurden, ein Verursacher bekannt, sagt Götz.

Grundsätzlich regelt jede Kommune im Kreis die Entsorgung des Sperrmülls selbst. In Senden müssen Bürger diesen gegen Gebühr im Wertstoffhof abgeben. Wenn beim Tafelladen größere Mengen Unrat landen, dann helfen Mitarbeiter des städtischen Bauhofs, diesen zu beseitigen. Doch das könne so nicht weitergehen, wenn der Laden auf Dauer bestehen soll, sagt die Leiterin Ursula Hammer. Zwei Wochen lang hat die Einrichtung nun geschlossen. Danach werde nach einer technischen Lösung zur Abschreckung gesucht, ergänzt sie.

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09.08.2017

Zitat: Das ganze Areal zählt nicht zu den besten Wohngegenden der Stadt.

Nicht unfair werden! Das schlechte Image der Borsigstraße hält sich seit Jahrzehnten, tatsächlich geht es dort ruhiger zu als z. B. in der Innenstadt. Ich halte mich seit 27 Jahren täglich dort auf, meine Eltern wohnen dort - ich kann mich in der ganzen Zeit an keinen einzigen Vorfall erinnern, der mir bedenklich erscheinen würde. Weder wurde jemand "blöd angemacht" noch wurde mein auf der Straße parkendes Auto beschädigt. Die Hochhäuser wurden inzwischen größtenteils renoviert und die Wohnungen lassen sich inzwischen problemlos zu normalen Preisen verkaufen.

Was den "hohen Ausländeranteil" angeht: Zum einen hat Senden generell einen hohen Ausländeranteil, da sticht die Borsigstraße nicht einmal groß hervor. Zum Anderen reden wir hier in den allermeisten Fällen von Eigentümern, die ihre erworbene Eigentumswohnung mit viel Einsatz in Schuß bringen oder halten und nicht von Mietnomaden, dieihren Müll hinterlassen. Da tun sich eher die Deutschen hervor, wenn ich an diverse Qualitätsfernsehberichte auf RTL 2 & Co so denke.

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