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Holzheim

11.11.2019

Wer würde die E-Ladestationen am Dorfplatz nutzen?

Die geplanten Ladestationen für E-Fahrzeuge in Holzheim werfen viele Fragen auf.
Foto: Monika Skolimowska, dpa (Symbolfoto)

Im Holzheimer Gemeinderat gibt es vermehrt Zweifel am Sinn der technischen Einrichtungen, die in der neu gestalteten Ortsmitte vorgesehen sind.

Erneut zurückgestellt hat der Holzheimer Gemeinderat Entscheidungen über die Bereitstellung von Ladestationen für Elektrofahrzeuge und E-Bikes am Rande des Dorfplatzes, der momentan neu gestaltet wird. Dabei wurden auch Zweifel am Sinn der Angebote laut. Schon bei den Beratungen im Frühsommer hatte das Gremium zu viele offene Fragen für eine Beschlussfassung identifiziert. Einige davon hat Simon Steger vom Bauamt der Verwaltung jetzt beantwortet, aber bei der intensiven Debatte in der jüngsten Sitzung kamen neue hinzu.

Nicht nur Bürgermeisterin Ursula Brauchle äußerte sich nachdenklich: „Für wen machen wir das überhaupt?“, fragte sie beim Thema Elektrofahrzeuge in die Runde. „Für Rathaus-Besucher wohl nicht“, sagte Dritter Bürgermeister Michael Kling (CSU/Dorfgemeinschaft). Niemand stehe dort so lange, bis sein Fahrzeug aufgeladen ist. Ohnehin sei ihm das Betreibermodell insgesamt nicht ganz klar, ergänzte Kling. „Hier will ein Energielieferant sein Produkt verkaufen. Warum sollen wir als Gemeinde dann für die Ladestation bezahlen?“ Auch die nächste Frage Klings nach den Stromkosten für die Nutzer blieb unbeantwortet. Die gehen Steger zufolge aus den Angeboten potenzieller Lieferanten nicht hervor.

Wohl aber, wenngleich nicht in letzter Konsequenz, sind die Kosten für die Gemeinde zu ermitteln. Denn teilweise sind die Ausgaben für Wartung, Instandhaltung, Betriebsführung und Abrechnung mit den Nutzern in den angebotenen Preisen enthalten, teilweise nicht. Ebenfalls nicht abschließend geklärt ist eine mögliche Förderung aus Bundesmitteln. Brauchle jedenfalls kalkuliert mit Kosten in Höhe von rund 13.000 Euro.

Die Gemeinde will nicht auf Fördergelder der EU verzichten

Deutlich günstiger zu realisieren wäre naturgemäß eine Ladestation für Elektro-Fahrräder. Zwischen 2100 und 7500 Euro bewegen sich die angebotenen Lösungen für zwei bis vier E-Bikes. Sie sehen jeweils unterschiedlichen Abschließmöglichkeiten vor – vom einfachen Schlüssel über individuell einstellbare PIN-Codes bis hin zur Handy-App.

Michael Klings Frage nach der Abrechnung konnte Bauamt-Mitarbeiter Steger schnell beantworten: „Die ist nicht nötig. Den Strom stellt immer die Gemeinde.“ Dann aber sei der Aufwand für die Ladestation nicht angemessen, folgerten Kling und Martin Volk (SPD/UWH). Ihr Vorschlag: abschaltbare Außensteckdosen am Rathaus reichen aus. Ladegeräte müssten die Radfahrer Steger zufolge ohnehin selbst mitbringen. Wer jedoch des Gratis-Stroms wegen zum Dorfplatz fahren und auf das Laden seines Akkus warten würde, konnte auch er nicht beantworten.

Offen geblieben ist darüber hinaus noch eine ganz entscheidende Frage: Muss die Kommune die Stromzapfstellen realisieren, um eine Bezuschussung der Dorfplatz-Neugestaltung aus EU-Fördermitteln nicht zu riskieren? Das soll jetzt mit dem Amt für ländliche Entwicklung in Krumbach geklärt werden. Um die Bauarbeiten vor Ort nicht zu verzögern, sollen vorsorglich Leerrohre verlegt werden, zumindest zum Laden von Elektrofahrzeugen. Für die Fahrräder will Holzheim eine Lösung in eigener Regie prüfen.

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