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Bildung

04.07.2019

Wer zu spät ist, bleibt draußen

Für den Betrieb der Kindertageseinrichtung (hier bei der musikalischen Früherziehung) hat der Gemeinderat einige Neuregelungen beschlossen.
Bild: Willi Baur

Der Gemeinderat Holzheim redet über Kitas. Wenn Eltern ihre Kinder nicht pünktlich bringen, können die sogar ausgeschlossen werden

Genereller Platzmangel, Engpässe bei der Mittagsbetreuung und eine Reihe von organisatorischen Fragen: Es gebe viel zu regeln für den Betrieb der Kindertageseinrichtung, erklärte Bürgermeisterin Ursula Brauchle bei der Sitzung des Gemeinderates. Da hat sich das Gremium denn auch intensiv mit den betreffenden Satzungen beschäftigt. Die von Hauptamtsleiterin Kerstin Lutz vorgelegten Entwürfe wurden zwar letztlich einstimmig gebilligt, um die eine oder andere Formulierung allerdings entwickelten sich doch lebhafte Debatten.

Bei den Gründen etwa, die zum Ausschluss von Kindern führen können. Wenn diese wiederholt nicht pünktlich gebracht oder abgeholt werden. „Was heißt nicht pünktlich?“, hakte Gemeinderat Martin Volk (SPD/UWH) nach, „sind das fünf Minuten, zehn oder eine Stunde?“

Das sollte die Kindergartenleitung nach eigenem Ermessen beurteilen, meinte Lutz, während sich Volk im Hinblick auf eine Gleichbehandlung für eine klare Regelung aussprach. Anderer Meinung waren Caroline Nähring und Rudi Veitz (beide CSU/Dorfgemeinschaft). „Es geht doch nur um Extremfälle“, sagte die Gemeinderätin. Beurteilt werden müsste insbesondere die jeweilige Störung des Betriebs, befand Veitz. Auch Bürgermeisterin Ursula Brauchle warb um Verständnis für gelegentliche Verspätungen: „Ein Kind schläft eben auch mal länger.“ Gleichwohl brauche die Leitung gegebenenfalls Handlungsmöglichkeiten. So blieb es bei der vorgeschlagenen Formulierung. Nicht so bei Krankheitsfällen. Da sprach sich das Gremium zur Verwunderung der Bürgermeisterin („das ist doch eine Mustersatzung“) für eine Korrektur des Entwurfes aus: Nur bei ansteckenden Erkrankungen soll Kindern der Besuch verwehrt werden.

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Unumstritten waren derweil verschiedene weitere Neuregelungen. Unter anderem sind für die Teilnahme am Mittagessen ab September Anmeldungen nötig.

Zudem gibt es künftig Mindestbuchungszeiten: Im Kindergarten sind das 20, bei der Betreuung von Schulkindern fünf Wochenstunden. Keinen Gesprächsbedarf verzeichnete man im Gremium bei der Neufassung der Gebührensatzung. Darin berücksichtigt sind die seit April vom Land getragenen Beitragszuschüsse für alle Kindergartenkinder nach dem dritten Lebensjahr, ebenso eine Regelung für die Änderung von Buchungszeiten. Komplett entfallen ist Lutz zufolge der bislang verankerte Geschwisterbonus. „Dafür gibt es mit der Beitragsfreistellung keine Notwendigkeit mehr.“ Noch nicht in die Satzung aufgenommen werden könne dagegen die erst für das Jahr 2021 erwartete Impfpflicht.

Einige Veränderungen im Betrieb werde es indes schon im neuen Kindergartenjahr geben, deutete Brauchle an. Demnach soll das Vesper am Vormittag dann für alle Kinder gemeinsam organisiert und einheitlich angeboten werden.

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