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Fahrzeugbau

21.01.2016

Wettkampf im Schnee mit Ulmer Wurzeln

Das K glänzt immer noch auf Bussen und Pistenbullys. Eugen Subelok montiert hier gerade eins auf einer Pistenraupe.
Bild: Stefan Puchner

Das berühmte Kässbohrer-K ziert nicht nur Neu-Ulmer Busse. Ein Blick auf die Pistenbully-Branche

Noch immer tragen sie stolz das umkreiste K auf der Front: die meist knallroten Pistenbullys aus dem Hause Kässbohrer. Dasselbe K führen auch die in Neu-Ulm gefertigten im Kühlergrill, doch die Raupenfahrzeuge werden inzwischen in Laupheim produziert. 22 Jahre ist es her, dass die „Kässbohrer Geländefahrzeug AG“ aus der der „Karl Kässbohrer Fahrzeugwerke GmbH“ herausgelöst wurde. Heute beschäftigt das Unternehmen 475 Mitarbeiter, davon 305 am Stammsitz in Laupheim. Der ist zwar knapp 25 Kilometer von Ulm entrückt. Doch es bestehen auch weiter personelle Beziehungen zur Münsterstadt. Der Aufsichtsratsvorsitzende Ludwig Merckle ist der Sohn des Unternehmers Adolf Merckle, der mit seiner Merckle-Gruppe ein Firmenimperium aufbaute – Unternehmen wie Ratiopharm, Phoenix, Heidelberg-Cement und Kässbohrer gehörten dazu.

Wer seine Piste präparieren will, hat die Auswahl zwischen rot und silber: Zwei Unternehmen dominieren den Markt. Sie kämpfen um jeden Kunden – doch das ist nicht ihr einziges Problem. Wer als Skifahrer etwas auf sich hält, quält sich schon frühmorgens aus dem Bett, um als Erster auf der Piste zu sein. Dann ist der Schnee perfekt präpariert. Bis in die Nacht hinein sorgen dafür die mächtigen Pistenraupen – und die sind entweder rot oder silber. Zwei Unternehmen haben fast den kompletten Weltmarkt unter sich aufgeteilt: Neben Kässbohrer gibt es noch Prinoth aus Südtirol. Doch in der schneeweißen Welt der Pistenraupen gibt es hässliche Flecken: Neue Märkte tun sich kaum auf – und mit der globalen Erwärmung droht Schneemangel.

Schon in einem Winter wie diesem verkaufe die Marke Pistenbully weniger Ersatzteile, sagt Jens Rottmair, Vorstandssprecher von Kässbohrer Geländefahrzeug – und unter Umständen im nächsten Jahr auch weniger Fahrzeuge. Einer Studie im Auftrag des österreichischen Wissenschaftsministeriums zufolge muss in den Alpen bis Mitte des Jahrhunderts mit einem Temperaturanstieg von ein bis zwei Grad gerechnet werden. Das bedeute eine höhere Schneefallgrenze – und noch mehr Bedarf für teuren Kunstschnee. Das heißt: Der effiziente Einsatz wird immer wichtiger, weil die Kosten kontinuierlich steigen. Dafür bieten die Hersteller etwa satellitengestützte Schneetiefenmessung an, dazu Computer, die Verbrauch, Leerlauf, Stehzeiten aufzeichnen.

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Ein einträgliches Zusatzgeschäft sind die Hightech-Anwendungen, wegen der hohen Preise, aber noch nicht. Mit Pistenbullys nimmt Kässbohrer rund 216 Millionen Euro Umsatz ein – etwa zehn Prozent davon bleibt als Gewinn hängen. Kässbohrer baut zur Hochsaison bis zu fünf rote Pistenbullys am Tag – im Jahr sind es so 550 bis 600 Stück. Die meisten sollen alte Maschinen ersetzen, wie Vorstandssprecher Rottmair sagt.

„Wir kämpfen um jeden einzelnen Kunden“, sagt Rottmair. Die großen Modelle können um die 400000 Euro kosten. Neue Skigebiete entstehen nur vereinzelt. Einstige Hoffnungsträger, wie Osteuropa, entwickelten sich nur langsam. Den größten Absatz machen die Konzerne in den Alpen und in Nordamerika. (dpa/heo)

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