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Ulm

01.06.2016

Wiblinger Bachtage sind zur Heiterkeit bereit

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Ein Rokoko-Juwel wird zum Ort der Musik: Auch in der von Christian Wiedemann entworfenen Wiblinger Klosterbibliothek gibt es ein Konzert der Bachtage.
Bild: Alexander Kaya

Die 32. Ausgabe des Festivals bietet ein abwechslungsreiches Programm – auch fernab der Musik des großen Namensgebers. Dabei sind oft die Veranstaltungsorte etwas Besonderes.

Ein Schiller-Zitat steht über dem Programm der Wiblinger Bachtage 2016: „... und heiter die Kunst!“ Heiter stimmen sollte die Musikinteressierten in der Region vor allem das Programm: Das reicht von der Barock-Musik des Namenspaten Johann Sebastian Bach und seiner Zeitgenossen bis hin zu lateinamerikanischen Klängen und sogar A-cappella-Gassenhauern. Auftakt ist am Sonntag, 5. Juni, um 20 Uhr mit einer Aufführung von Joseph Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ in der Klosterkirche Mariae Himmelfahrt in Söflingen. Denn wie schon in den vergangenen Jahren geht das zweiwöchige Festival auf Wanderschaft in der Region.

Natürlich hat das genannte Schiller-Motto auch Einfluss auf das Programm: Denn laut Albrecht Schmid, seit 1985 künstlerischer Leiter der Bachtage, fragt die 32. Ausgabe, wie viel Fröhlichkeit und Unbekümmertheit von Kunst zu erwarten ist – und wie stark sich die mitunter eher problematischen Lebensumstände von Komponisten in ihren Werken niederschlagen. Haydns „Schöpfung“ ist dafür ein interessantes Beispiel, beschreibt sie doch musikalisch, wie aus dem Chaos Erde, Natur und Mensch hervorgehen. Zur Zeit der Uraufführung 1799 sehnte sich das Publikum wohl nach Harmonie und Ordnung, wüteten doch die Napoleonischen Kriege, die Europa mit Angst, wirtschaftlicher Not und (speziell was Österreich angeht) politischen Demütigungen überzogen.

Neben dem Collegium Instrumentale aus Stuttgart und der Wiblinger Kantorei – beide Ensembles werden von Albrecht Schmid geleitet – treten auch hochkarätige Gäste bei den Bachtagen auf, darunter das Amaryllis-Quartett, das einen Abend unter dem Motto „Konsonant – Dissonant“ mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Maurice Ravel und Alban Berg in der Wiblinger Bibliothek bestreitet (8. Juni, 20 Uhr). Tags zuvor wirken die Kölner bei zwei Vormittagskonzerten im Stadthaus mit, die Schüler in die Welt der Streichorchester einführen sollen. Bei den Bachtagen geht es eben auch darum, möglichst viele Menschen für klassische Musik zu begeistern. Natürlich auch Erwachsene: Die Organisatoren legen nach eigenen Angaben großen Wert auf moderate Eintrittspreise.

Neben der Ulmer Kernstadt, die unter anderem mit der Martin-Luther-Kirche und dem Münster vertreten ist, und Wiblingen, wo das Festival am Sonntag, 19. Juni, um 11 Uhr mit einem Gottesdienst mit Werken britischer Komponisten in der Versöhnungskirche zu Ende geht, gehören auch umliegende Dörfer zu den Veranstaltungsorten – etwa Unterkirchberg, wo die katholische Kirche St. Martin nach Renovierung in neuem Glanz erstrahlt. Dort gibt es einen Kammermusikabend „Alles in G“ mit Suiten und Sonaten von Quantz, Händel, Bodin de Boismortier und Bach (9. Juni, 20 Uhr). Das ungewöhnlichste Konzert der diesjährigen Bachtage findet aber im Schloss Erbach statt: Dort präsentiert das Männerquintett Stuttgart Harmonists „A cappella und Zylinder“ mit Evergreens aus den 1920er Jahren (13. Juni, 20 Uhr).

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