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10.06.2009

Wie Aluminiumprofile getestet werden

Bellenberg (nila) - Bereits seit einigen Wochen sieht das neue, am bestehenden Wicona-Gebäude angebauten Testzentrum im Gewerbegebiet in der Tiefenbacher Straße von außen fertig aus. Seit Monatsbeginn nun wurde der Betrieb aufgenommen und es können jetzt vor Ort mehr Tests für Kunden der Firma Wicona und werkseigene durchgeführt werden: Eine enorme Zeitersparnis für das Unternehmen.

Kleine Tests konnten schon bisher in Bellenberg erfolgen. Aber für aufwendigere Versuche mussten lange Transportwege zum Beispiel nach Rosenheim an das Institut für Fenstertechnik (IFT) in Kauf genommen werden. "Außerdem ist hier der Bedarf an Testreihen auch größer geworden," erläutert der Geschäftsführer Arnd Brinkmann. Er spricht dabei von einem enormen Wettbewerbsvorteil für das Unternehmen. Justizministerin Dr. Beate Merk nutzte die Gelegenheit und machte sich auf ihrem Kurzbesuch in Bellenberg auch ein Bild von den Neuerungen in der Gemeinde.

Prüfingenieur Ulrich Deininger erklärte, was genau an den beiden Fassadenprüfstellen von jeweils zehn auf zehn Metern passiert: "Ein Element in seiner ungünstigsten Form, sprich beispielsweise mit der größten Fläche, wird getestet". Es werde darauf geachtet, dass verschiedene Varianten getestet werden.

Halte dies den Anforderungen Stand, sei davon auszugehen, dass alle günstigeren Fassadenformen aus der Baureihe ebenfalls dem Test standhalten. "Meistens werden zwei Geschosshöhen und vier Achsbreiten getestet", so der Ingenieur.

Wie Aluminiumprofile getestet werden

Und weiter: "Getestet wird erstens, wie viel Luft über die Fassade verloren geht. Zweitens kann die Wasserdichtigkeit überprüft werden". Außerdem könne festgestellt werden, wie sich die Pfosten verformen, wenn enorm viel Druck von außen darauf gegeben werden. Diese aufwendigen Versuche dauern in der Regel ein bis zwei Wochen. Ein vergleichbares Testzentrum in Europa gibt es laut Wicona in der Form nicht. Von den wenigen Indoor-Testcenter in Europa stünde in Bellenberg das größte, erläuterte Deininger.

Energieneutrales Gebäude

Aber in Bellenberg steht nicht nur das größte, überdachte Testcenter: Beim Bau wurde vor allen Dingen auf Energieeffizienz geachtet. "Der Clou an der Fassade ist die Tatsache, dass das Gebäude autark ist. Der Kilowatt-Ertrag an Strom für das Gebäude und für die Betätigung der Maschinen ist mehr als vorhanden," erklärt Geschäftsführer Brinkmann stolz.

Erreicht werde dies durch ein ausgeklügeltes Doppelfassaden-System und zusätzliche Nutzung regenerativer Energien. Die Doppelfassade diene zur Lüftung, Kühlung und Beheizung.

Das Tageslicht werde durch verschieden gesteuerte Jalousien so umgelenkt, dass der Arbeitsplatz beispielsweise bei Sonneneinstrahlung leicht verdunkelt ist und das einfallende Tageslicht im Raum nach oben gelenkt wird.

Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach und eine integrierte Wärmepumpe trage ebenfalls zur Autarkie bei.

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