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Ulm

14.11.2017

Wie Plüschtiere bei Borderline helfen

Markus Kiefer (links) und Carlos Schönfeldt-Lecuona.
Bild: Markus Kölle, Uni Ulm

Eine Studie der Uni Ulm untersucht die Emotionen von Borderline-Patientinnen.

Wissenschaftler der Uni Ulm haben herausgefunden, dass Kuscheltiere Borderline-Patientinnen helfen, ihre Gefühle zu regulieren.

„Kuscheltiere haben für kleine Kinder eine besondere emotionale Bedeutung“, erklärt Psychologie-Professor Markus Kiefer. Auch für Erwachsene können sie eine große Bedeutung haben. „Wenn sich Erwachsene von ihren Stofftieren nicht lösen können, weil diese eine besonders wichtige emotionale Bedeutung haben, ist dies ein Hinweis auf Defizite in der Emotionsverarbeitung sowie auf einen unsicheren Bindungsstil“, sagt der Psychiater Professor Carlos Schönfeldt-Lecuona. „Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist eine psychiatrische Erkrankung, die unter anderem durch emotionale Instabilität und Impulsivität gekennzeichnet ist sowie durch Bindungsängste und häufig auch durch Depressivität“, erklärt er.

Die Wissenschaftler untersuchten, wie sich die Wahrnehmung von Bezugskuscheltieren bei 16 Borderline-Patientinnen auf die Aktivität bestimmter emotionaler Hirnareale auswirkt. Dafür haben die Forscher den Teilnehmerinnen Bilder ihres Bezugskuscheltiers sowie von emotional neutralen Kuscheltieren gezeigt und dabei Hirnströme gemessen. Das Ergebnis: Die Bezugskuscheltiere lösen stärkere Reaktionen aus, was wohl mit der persönlichen emotionalen Bedeutung zusammenhängt. Der Effekt war umso stärker, je größer die Angst war, eine geliebte Bezugsperson zu verlieren.

Eine enge emotionale Bindung zu Stofftieren kann ein deutlicher diagnostischer Hinweis auf eine Borderline-Persönlichkeitsstörung sein, glauben die Forscher. Möglicherweise helfen die Ergebnisse der Studie, den Erfolg einer Behandlung zu bestimmen. Landet das einst so innig geliebte Kuscheltier unbeachtet im Schrank, heißt das wohl nichts anderes, als dass sich der Patient stark genug fühlt für die Welt. (az)

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