Newsticker
Söder: Müssen auf Dauer über "Sonderoptionen" für Geimpfte reden
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Wie Wissenschaftler Traumapatienten helfen

Campus

26.01.2017

Wie Wissenschaftler Traumapatienten helfen

An der Uni wurden Forschungsboni verliehen. Im Bild (von links): Jorge Casanova, Vitalii Makogin, Sarah Wilker und UUG-Geschäftsführer Dietrich Engmann (erste Reihe), Klaus Melchers, Peter Dürre, Robert Stelzer und Joachim Ankerhold, Vizepräsident für Forschung und Informationstechnologie (hintere Reihe).
Bild: Elvira Eberhardt

Uni Ulm verleiht Forschungs- und Lehrboni. Dabei geht es um Gesundheit, Sensoren und hohe Mathematik

Talentierte Nachwuchsforscher und engagierte Dozenten standen bei der Vergabe der Forschungs- und Lehrboni in der Villa Eberhardt im Mittelpunkt. Professor Joachim Ankerhold, Vizepräsident für Forschung und Informationstechnologie, sieht in den jungen Wissenschaftlern ein „Aushängeschild der Universität Ulm, die mit ihrer Forschung zur Stärkung des wissenschaftlichen Profils beitragen.“

Die Forschungsboni über je 10000 Euro werden jährlich an bis zu drei Nachwuchswissenschaftler vergeben. Sie sollen neben einer Anerkennung hervorragender Leistungen auch eine Anschubfinanzierung zur Vorbereitung von Drittmittel-Anträgen sein.

Die ausgezeichnete Nachwuchsforscherin Sarah Wilker beschäftigt sich in der Abteilung Klinische und Biologische Psychologie mit der geistigen Gesundheit von Traumapatienten, zu denen auch viele Geflüchtete gehören. Im Speziellen forscht die 30-Jährige zu der sogenannten Narrativen Expositionstherapie (NET), bei der die Betroffenen ihre Erlebnisse unter intensiver therapeutischer Begleitung chronologisch erzählen und so verarbeiten sollen. Dabei gilt das Interesse der Psychologin vor allem dem Einfluss dieser Therapie auf bestimmte, „epigenetische“ Genveränderungen.

Am Institut für Theoretische Physik befasst sich der Physiker Jorge Casanova mit Quantentechnologien, insbesondere der Erfassung und Informationsverarbeitung von Quanten. Sein Ziel ist es, einen Sensor für den Nanobereich zu entwickeln, der die 3-D-Form einer komplexen atomaren Struktur, wie sie etwa in einem Molekül vorkommt, abbilden kann. Eine Anwendung findet dieses Verfahren später womöglich in Chemie, Biologie und Medizin.

Vitalii Makogin, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Stochastik, forscht über die Theorie stochastischer Prozesse und Felder. Das besondere Interesse des Ukrainers gilt dabei „Grenzwertsätzen für Exkursionsmengen nicht stationärer zufälliger Funktionen“, einem wenig untersuchten Teilbereich. Seine nun ausgezeichneten Forschungsergebnisse sollen helfen, neue mathematische Modelle, unter anderem für extreme Phänomene in Physik, Klimakunde und Werkstoffkunde aufzubauen.

Den Lehrforschungspreis der Medizinischen Fakultät erhielt Projektkoordinatorin Astrid Horneffer aus der Dekanatsverwaltung für ihr Engagement beim Ausbildungsprogramm „Train the Tutor“. Karin Stadtmüller von der Studienkommission Wirtschaftswissenschaften (Fakultät für Mathematik und Wirtschaftswissenschaften) wurde für die Fachstudienberatung, die engagierte Öffentlichkeitsarbeit und die abwechslungsreichen Vorlesungen für Studienanfänger mit einem Lehrbonus ausgezeichnet. Die Auszeichnung der Fakultät für Ingenieurwissenschaften, Informatik und Psychologie erhielt Anne Landhäußer aus dem Team der Studienkommission des Instituts für Psychologie und Pädagogik. Aus der Medizinischen Fakultät wurde Privatdozent Benjamin Mayer, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Epidemiologie und Medizinische Biometrie, ausgezeichnet. Auf Vorschlag des Fachbereichs Biologie erhielten Professor Marian Kazda vom Institut für Systematische Botanik und Ökologie sowie Philipp von Wrangell Boni. (az)

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren