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Neu-Ulm

11.08.2020

Wie der Kreis Neu-Ulm zur Fahrrad-Vorzeigeregion wird

Der Landkreis Neu-Ulm soll zur Fahrrad-Vorzeigeregion werden.
Bild: Alexander Kaya

Antonia Gordt ist die neue Fahrradbeauftragte im Landkreis Neu-Ulm Sie arbeitet an einem Konzept: Wie sollen Rad und Auto verknüpft werden?

Der Landkreis Neu-Ulm will „Vorzeigeregion für den Radverkehr“ werden. Das Ziel ist formuliert, jetzt geht es um die Verwirklichung. Hierfür ist seit Oktober am Landratsamt die Mobilitäts-Klimaschutzmanagerin und Fahrradbeauftragte Antonia Gordt zuständig. Beim Runden Tisch Radverkehr informierte sie ihre Kollegen aus den kreisangehörigen Städten, Märkten und Gemeinden.

Landrat Thorsten Freudenberger stellte heraus, dass sich die Mobilität und die Einstellung dazu grundlegend ändern müssten: „Wir müssen mit dem Fahrrad auch fahren wollen!“ Die Politik sei gefragt, die Rahmenbedingungen attraktiver zu gestalten.

Klimaschutzteilkonzept im Landkreis Neu-Ulm umfasst 30 Maßnahmen

Bereits im April 2016 hat der Kreistag das Klimaschutzteilkonzept Mobilität beschlossen. Es umfasst 30 Maßnahmen, neun betreffen das Thema Radverkehr. Antonia Gordt stellte den Neuner-Pack vor. Sozusagen als Rahmen, der die einzelnen Teile und Schritte verbindet, dient die Zertifizierung als „fahrradfreundlicher Landkreis“ bei der „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern“.

Gordt bereitet sich und den Landkreis Neu-Ulm nun auf den Tag der Entscheidung vor. Im Sommer oder Herbst 2021 reist eine Jury in den Landkreis.

Bis dahin müssen alle Aufnahme-Kriterien erfüllt sein. Die Radverkehrsförderung habe vier Säulen: Infrastruktur (zum Beispiel Fahrradabstellanlagen an Schulen prüfen und verbessern), Informationen (zum Beispiel eine neue Homepage), Service (zum Beispiel eine Radfahrkarte für den Landkreis) und Kommunikation (zum Beispiel der runde Tisch Radverkehr).

Letzterer, erklärte Gordt, solle dabei helfen, gemeinsam mit den Kommunen und dem Staatlichen Bauamt die Bedingungen zu erfüllen. Um Auto und Fahrrad besser kombinieren zu können, sollen einbruchsichere Fahrradboxen an Pendlerparkplätzen entlang der Autobahn aufgestellt werden. Angedacht ist das Pilotprojekt für die A7-Anschlussstellen Vöhringen und Illertissen.

Radverkehrskonzept im Kreis Neu-Ulm: Alltagsradwegenetz soll besser werden

Gordt arbeitet auch an einem Radverkehrskonzept 2020/2021. Dabei geht es hauptsächlich darum, das Alltagsradwegenetz besser in Schwung zu bringen. Das touristische Radwegenetz hat bereits in den vergangenen Jahren unter Leitung von Andrea Engel-Benz, der Tourismusbeauftragten des Landkreises, stark an Fahrt aufgenommen.

Entstanden sind zum Beispiel eine landkreisweit einheitliche Beschilderung, die viel gelobt wird, und ein Radtouren-Führer mit sechs beschriebenen Tagestouren. Außerdem führen drei Premium-Fernradwege durch den Landkreis.

Reinigungs- und Winterdienst, Baustellenmanagement, verkehrsrechtliche Beschilderung, Poller/Pfosten, Unfallstellen – das sind weitere Themen, die im Rahmen der Zertifizierung überprüft und gegebenenfalls verbessert werden. Für Radschnellwegeverbindungen hat der Regionalverband Donau-Iller, bei dem der Landkreis Neu-Ulm zu den Mitgliedern zählt, eine Potenzialanalyse vorgenommen.

Demnach sind unter anderem folgende Verbindungen grundsätzlich für einen Radschnellweg geeignet: Neu-Ulm–Senden–Vöhringen–Bellenberg–Illertissen–Memmingen; Neu-Ulm–Nersingen–Leipheim–Burgau; Senden–Weißenhorn und Weißenhorn–Vöhringen. Ein Ingenieurbüro prüft nun im Auftrag des Regionalverbandes detailliert die Eignung dieser und weiterer Korridore.

Bislang gibt es im Landkreis Neu-Ulm keinen Radschnellweg. Aus Sicht der Radverkehrsbeauftragten Antonia Gordt wäre es wünschenswert, wenn sich auch in diese Richtung etwas bewegt. Landrat Thorsten Freudenberger und die Neu-Ulmer Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger haben kürzlich bekräftigt, dass sie das Thema gemeinsam voranbringen wollen (wir berichteten). Als Radschnellweg besonders geeignet ist aus ihrer Sicht die Strecke Neu-Ulm – Illertissen. (az)

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