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Ulm

23.10.2015

Wie man ein guter Unternehmer wird

Der Festredner: Minister Gerd Müller vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Bild: Andreas Brücken

Als erste Uni im Süden führt Ulm einen Studiengang ein, der künftige Manager dazu bringen soll, an nachfolgende Generationen zu denken. Minister Gerd Müller gratuliert persönlich.

Worauf es ankommt, drückte Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU) bei seinen Besuch in Ulm am Donnerstag plastisch aus: „Wissen Sie, woher das Holz für dieses Parkett kommt?“, fragte er in Richtung von Michael Weber, dem Präsidenten der Universität Ulm. Der hatte dazu spontan keine Antwort. Aber Müller, der aus Günzburg stammende Bundespolitiker, gratulierte der Uni dazu, dass sie zumindest einige Antworten auf die gewaltigen Herausforderungen der Zukunft liefere.

Nämlich auf eine der Gretchenfragen dieser Welt: Wie soll man Ökologie und Ökonomie unter einen Hut bringen? Die ganze Welt müsse umdenken, wenn sie den Planet nicht zu Grunde richten wolle. Und dafür sei es zwingend notwendig, die Wirtschaftstreibenden mit ins Boot zu holen. „Nachhaltiges Handeln“ müsse konkretisiert werden, wie es im neuen Ulmer Studiengang „Nachhaltige Unternehmensführung“ geschehe. Müller fordert, dass die öffentliche Hand – etwa bei der Ausstattung von Universitäten – mit guten Beispiel voran gehen sollte: und nur noch nachhaltig und fair produzierte Waren und Dienstleistungen einkauft, vom Wäschewaschen in Kliniken bis eben zu Parkettböden.

Die Erweiterung klassischer betriebswirtschaftlicher Denkweisen um das Thema Ökologie ist das Ziel des neuen Studiengangs. Professor Martin Müller, Leiter des Instituts für nachhaltige Unternehmensführung, sieht künftige Absolventen des neuen Studiengangs gut aufgestellt, was er mit Bewerberzahlen verdeutlichte: 300 bewarben sich auf nur 30 Studienplätze. Die Uni Ulm habe mit dem Studiengang ein neues Alleinstellungsmerkmal hinzugewonnen. In Süddeutschland gebe es kein vergleichbares Angebot, sondern nur nördlich in Oldenburg, Lüneburg und Kassel. Der Studiengang sei aber nicht abgekupfert, sondern weiterentwickelt: So gebe es durch Kooperationen mit Firmen der Region einen hohen Praxisbezug und es würden fachübergreifend besonders viele Disziplinen integriert.

Der Grundstein für den neuen Studiengang wurde schon vor Jahren gelegt: Die Stiftungsprofessur dahinter entstand rund um den 40. Jahrestag der Uni Ulm. In zwei Jahren steht der 50. an. „Wir sind offen für weitere Geschenke“, sagt Unipräsident Müller schmunzelnd.

Die Vorstellung des neuen Studiengangs fand im Rahmen der Hochschultage statt, dies sich dieses Jahr ebenso Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben haben. Die wurden einst von Professor Franz-Josef Radermacher in Ulm ins Leben gerufen und haben sich mit ihren themengebundene Workshops und Vorlesungen inzwischen an 17 weiteren Unis in Deutschland und bis nach Österreich ausgebreitet. Radermacher drückt aus, was ihn antreibt: „Eine ausschließlich nach Kategorien der Ökonomie ausgerichtete Gesellschaft ist grausam.“

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