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Wirtschaft

30.05.2018

Wieland setzt auf E-Mobilität

Rund 500000 Tonnen Kupfer und Kupferlegierungen haben die Wieland-Werke im vergangenen Jahr abgesetzt, 5000 davon für E-Mobilität.
Bild: Wieland-Werke

Das Unternehmen liefert auch Kupfer für die Produktion von Elektrotechnologien in Fahrzeugen. Noch ist das ein kleiner Teil des Portfolios – aber er soll wachsen. Ein weiter Weg

Kupferrotoren in Motoren für Elektroautos, Schaltleisten oder Komponenten für Batterien: Die Wieland-Werke an den Standorten Ulm und Vöhringen bieten den Automobilherstellern, die immer stärker auf E-Mobilität setzen, ihre Zusammenarbeit bei der Entwicklung der E-Technologie und ihre Produkte an: „Kupfer und Kupferlegierungen werden im Automobil der Zukunft immer wichtiger“, sagte Ulrich Altstetter, Vorstandsmitglied der Wieland-Gruppe, am Dienstag bei einer Fachtagung in Vöhringen. „Mit unseren Werkstoffen werden energieeffiziente und Kohlendioxid sparende Lösungen in der Antriebstechnik, der Elektronik und im Batteriemanagement realisiert.“

Altstetter steht an diesem sonnigen Dienstag vor einem BMW mit Elektromotor. Stolz zeigt der Manager seinem Gast Thomas Bareiß (CDU), Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium und Abgeordneter aus Sigmaringen/Albstadt, an welchen Stellen in dem Fahrzeug Wieland-Technologie verbaut ist. Die Elektrifizierung des Straßenverkehrs sei nur mit Nichteisen-Metallen wie beispielsweise Kupfer möglich, da sie für die Funktion von Elektromotoren, Batteriesystemen und Brennstoffzellen maßgeblich seien. Wenige Schritte weiter präsentieren Wieland-Mitarbeiter einen Kupferrotor: Er verträgt höhere Drehzahlen als alternative Lösungen. Da Kupfer besser leitet, erreicht dieser Rotor, im Vergleich zu Aluminium, zudem einen höheren Wirkungsgrad und trägt damit zur Energieeffizienz bei.

Für die Wieland-Werke, die im vergangenen Jahr nach Firmenangaben mit weltweit 7000 Mitarbeitern einen Umsatz von drei Milliarden Euro (2016: 2,7 Milliarden Euro) erzielten und 500 000 Tonnen Kupfer und Kupferlegierungen in Form von Halbzeugen, also Bändern, Blechen, Stangen, Drähten, Rohren und Profilen an Kunden im Automobilsektor, im Bereich Elektronik und in der Kälte-Klima-Industrie absetzten, stellen die 5000 Tonnen Kupfer in Produkten für die E-Mobilität derzeit noch einen sehr kleinen Teil des Portfolios dar: „Aber er wächst stark“, weiß Altstetter, die Wieland-Wertschöpfung in Fahrzeugen wie jenem BMW sei „sehr interessant“. Altstetters Optimismus wird von der Deutschen Energie-Agentur (Dena) gestützt: Der Marktanteil der Elektrofahrzeuge lag von Januar bis März bei 4,7 Prozent, ein Jahr zuvor waren es noch 2,8 Prozent gewesen.

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Freilich ist die Lernkurve für alle Beteiligten noch steil: „Von fünf Anfragen, die wir aus der Automobilindustrie in Sachen E-Mobilität bekommen, führt eine Anfrage zur Serie“, weiß Altstetter. Erfahrungen mit Komponenten für die E-Mobilität sammele Wieland seit 2003. Sein Unternehmen sei fest entschlossen, beispielsweise durch effizientere Produktion den eigenen Anteil an der Energiewende zu leisten und habe 2017 6,6 Gigawatt Strom eingespart, das entspreche dem Jahresverbrauch von 1500 Haushalten. Nun aber müsse die Politik liefern, fordert Altstetter: bezahlbaren, verlässlich gelieferten Strom etwa, und auch Anstrengungen, um in Europa endlich eigene Batteriefabriken zu bauen. Erst in der vergangenen Woche hatte Siemens bekannt gegeben, sich als Technologiepartner des schwedischen Batteriespezialisten Northvolt beim Aufbau einer Batteriefabrik in Europa beteiligen zu wollen.

Staatssekretär Thomas Bareiß, er ist auch Energieexperte der Unionsfraktion im Bundestag, räumt ein, dass das einstmals ausgegebene Ziel von einer Million Elektroautos im Jahr 2020 nicht erreicht werde: „Der Weg zum Elektroauto ist noch weit und wir müssen offen sein für alle Technologien.“ Gleichzeitig mahnt er, ganz in der Tradition eines Politikers aus dem Autoland Baden-Württemberg, den Verbrennungsmotor nicht abzuschreiben: „Wir brauchen den Diesel auch weiterhin, gerade im Lkw wird er noch lange nötig sein.“

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