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Ulmer Zelt

24.06.2017

Wildes Neuland

Auf den Spuren von Miles Davis: Nils Wülker im Zelt.
Bild: Felix Oechsler

Jazztrompeter Nils Wülker wagt sich mit seinen aktuellen Stücken weit hinaus

Großartige Melodien, brachialer Funk, energiegeladene Improvisationen und elegante Elektronik-Sounds hat der Hamburger Jazztrompeter Nils Wülker mit seiner Band im ausverkauften Ulmer Zelt präsentiert – und bewiesen, dass er zu den innovativsten Musikern der europäischen Jazz- und auch Pop-Szene gehört.

Rechtzeitig zum Tourneebeginn wurde das neunte Album „On“ fertig (Auf Anhieb Platz 31 der Deutschen Popcharts).

Die Freunde des streng klassischen Jazz werden sich die Augen gerieben haben, was der Trompeter mit seiner Truppe auf der Bühne im Zelt da alles veranstaltete. Mit Samples, Synths und Beats zaubert er eine Ästhetik mit seiner Crew, die selten ist im Reich der Improvisationsmusik und an die legendären Tabubrüche seines großen Vorbilds Miles Davis erinnert, der immer wieder rastlos Neuland betrat.

In der Tat formte Wülker im Zelt in seinen Soloparts wie Davis souveräne Melodienbögen mit einer unwahrscheinlichen Kraft, die sich gegen den anstürmenden Sounds der Band souverän behaupteten. Was da auf der Bühne vor sich geht, ist der Groove unserer Zeit. Flimmernd, extrovertiert und energisch. Und zusammengeschweißt hat er das, was Jazz und Hip-Hop eint: Die Gegensätze quasi im Freestyle herauszufordern und zusammenzubringen, sodass Musikcollagen voller Wucht und Vielfalt entstehen. Ein Beispiel dafür ist der Song „Trust“, der mit einem bedächtigen Beat, umgarnt von einem schmeichelnden Trompetenspiel, beginnt, bis der Beat explodiert und in einem rasanten Jazzrock endet. Spannender kann Musik nicht sein.

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