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20. Ausgabe

20.01.2015

Wir alle sind Fasnacht!

Den absoluten Blues hatten die Frontmänner von Unplugged, im rosafarbenen Tütü schwebte die Ballettkompanie aus dem Tannenhof ein, und die „hustenden Regenwürmer“ der Lebenshilfe wurden mit „Rakete drei“ verabschiedet.
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Den absoluten Blues hatten die Frontmänner von Unplugged, im rosafarbenen Tütü schwebte die Ballettkompanie aus dem Tannenhof ein, und die „hustenden Regenwürmer“ der Lebenshilfe wurden mit „Rakete drei“ verabschiedet.
Bild: mde

Die Jubiläumsprunksitzung für behinderte Mitbürger wird zum Faschingshit

Wir sind Fasnacht! Dieses Motto hätte über der gesamten Jubiläums-Prunksitzung für behinderte Mitbürger im närrisch überfüllten Neu-Ulmer Edwin-Scharff-Haus stehen können. Vor 20 Jahren wurde dieses ganz besondere Faschingsereignis von der Gesellschaft „Goldene Elf“ ins Leben gerufen. Seit dieser Zeit machen Behinderte und Nichtbehinderte diese Prunksitzung zu einem fröhlichen Fest, bei dem Fasnacht pur zu spüren ist.

„Ein Herz aus Gold“ bescheinigte Neu-Ulms Oberbürgermeister Gerold Noerenberg den Gründervätern der Behindertenprunksitzung und das Schwanenseeballett des Ulmer Tannenhofes widmete dem wegen Krankheit abwesenden Gründungsmitglied Heinz Budde eine umwerfend heitere Ballettnummer. Seit 20 Jahren setze die Goldene Elf in der Fasnacht ein Zeichen für Solidarität und Mitmenschlichkeit, meinte Staatsministerin Beate Merk in einem Grußwort. „Es ist beeindruckend und bewundernswert, wie hier Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam der Fasnacht ein Glanzlicht aufsetzen“, sagt BSF-Präsident Eugen Müller.

Die integrative Kraft des Lachens

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Viel länger als man über Integration spreche, gebe es diese inzwischen legendäre Prunksitzung für und mit Menschen mit Behinderungen. Sie zeige die integrative Kraft, die im gemeinsamen Feiern, Lachen und Scherzen stecke, von ihrer schönsten Seite, schrieb Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner. Er hat nicht übertrieben. Nirgends wächst der Humor ursprünglicher als auf dieser Prunksitzung, und nirgends steht dem närrischen Volk die Begeisterung so ins Gesicht geschrieben, wie auf diesem Fasnachtsfest.

Hans-Peter Behm führte mit fröhlicher Leichtigkeit durch das Programm, in dem die kleinen und großen Garden der Goldenen Elf und die putzigen Showkinder des Unterelchinger Storchaneaschts mit den Showstars, Zauberern und Tänzern der Lebenshilfe Ulm/Neu-Ulm den Saal zum Kochen brachten. Heino vom Tannenhof persiflierte den sonnenbebrillten Volksrocker so lebensnah wie die Tanz- und Gesangsgruppe des Hauses Nonnenberg sich Helene Fischer zu Herzen nahm.

„Hörst du die Regenwürmer husten?“, fragten die Showstars der Lebenshilfe und gaben mit ihrer Aufführung eine solch lustige Antwort, dass der Saal danach mit „Rakete drei“ erbebte. Einzigartig dann „Schwanensee“, das die Tannenhofer zur schwebenden Persiflage werden ließen. „Ab geht der Punk“, rief zum Schluss der Bassist von „Unplugged“ und das Volk rockte mit Elvis und den Musikanten, dass die Fetzen flogen. Bei der Behindertenprunksitzung wird auf der Bühne genauso gefeiert wie im Saal. Die fröhliche Vereinigung der Maschkerer feiert und schunkelt, dass die Wände wackeln. Die Fasnacht in ihrer ursprünglichsten Form wird lebendig. Das närrische „Wulle Wulle“ von Unplugged und der spritzige Tanz der großen Garde der Goldenen Elf gingen im Schlussbeifall unter. (mde)

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