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Holzheim

02.10.2019

Wird es durch LED-Straßenlampen doch nicht günstiger?

Die an diversen Stellen offenbar unzureichende Straßenbeleuchtung war wieder Thema im Gemeinderat.
Bild: Willi Baur

An einigen Stellen ist die neue Beleuchtung in Holzheim offenbar zu dunkel. Doch der Gemeinderat stellt die Nachrüstung vorerst zurück.

7500 Euro für eine zusätzliche Leuchtstelle an der Hirbishofener Straße, 7400 Euro für eine weitere an der Lindenstraße, 7800 Euro für zwei Zusatzleuchten am Hasenweg und noch einige Nachinstallationen mehr – auf insgesamt rund 38.000 Euro summieren sich die Verbesserungsmaßnahmen bei der Holzheimer Straßenbeleuchtung, wie sie die LEW Verteilnetz GmbH (LVN) der Kommune angeboten hat. Dadurch sollen offenbar unzureichend ausgeleuchtete Bereiche in den Nachtstunden aufgehellt werden. Doch dem wollte der Gemeinderat am Montag nicht zustimmen. Noch nicht.

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Vielmehr soll nach Meinung des Gremiums das Tochterunternehmen des örtlichen Stromversorgers zunächst eine Reihe von Peitschenmasten auf eigene Kosten mit Gelenken nachrüsten. Damit können die jeweiligen Leuchten in optimale Winkel gedreht werden, um verschiedene Dunkelzonen im nächtlichen Straßennetz besser auszuleuchten.

Das Gremium fühlte sich vom Unternehmen unzureichend beraten

Diese Maßnahme hatten LVN-Berater bei der Mai-Sitzung des Gemeinderates angeboten, auch als eine Art Wiedergutmachung für eine womöglich nicht ausreichende Beratung zuvor. Das Gremium war nämlich davon ausgegangen, dass mit der Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf die zeitgemäße Leuchtdioden-Technologie neben viel Strom auch erhebliche Kosten eingespart würden. Daran wurden nun aber Zweifel laut.

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Angestoßen hatte die Diskussion Gemeinderat Stefan Giertler (CSU/Dorfgemeinschaft). „77000 Euro haben wir in die Umrüstung investiert“, erinnerte er an den bisherigen Aufwand und bezeichnete die jetzt angebotene Nachrüstung als „Konjunkturprogramm“. Fraktionskollege Michael Kling befürchtete: „Damit lassen sich die Kosten nicht mehr durch die Stromeinsparungen amortisieren.“ Und Martin Pietschmann, ebenfalls CSU/DG, sah „die Kosten in keinem Verhältnis zu den Einsparungen“. Bei den „Dunkelzonen“ gebe es auch eine subjektive Wahrnehmung, fügte Pietschmann hinzu. „Wenn wir zehn Bürger fragen, bekommen wir zehn verschiedene Listen.“ Nach eigener Aussage fuhr er das örtliche Straßennetz nachts mit dem Rad ab.

Die Räte wollen eine "Nachtwanderung" unternehmen

Zweiter Bürgermeister Thomas Hartmann (CSU/DG) räumte ein: „Die meisten von uns haben sich selbst kein Bild gemacht.“ Das will das Gremium nun nachholen. Zuvor aber sollen die von der LVN auf eigene Kosten angebotenen Nachrüstungen erfolgen. Ganz verwerfen wollten die Räte das restliche Maßnahmenpaket nicht. Darauf hatte Bürgermeisterin Ursula Brauchle gedrängt, auch möglicher Haftungsansprüche bei Unfällen wegen. Zudem sagte sie: „Ganz verkehrt war die Umstellung auf LED-Leuchten nicht.“ Brauchle räumte ein, dass es immer noch Schwachstellen gebe, und verwies dabei erneut auf die „nicht ausreichende Beratung“.

40.000 Euro sollen auf Brauchles Wunsch in den Haushalt des Jahres 2020 eingestellt werden. Ob die Nachrüstung auch realisiert wird, will der Gemeinderat nach seiner „Nachtwanderung“ entscheiden. Das dürfte noch dauern. Bauamtsleiter Alexander Gehr zufolge beträgt die Wartezeit bei der LVN 15 Wochen.

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