1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Wo Familien im Landkreis Neu-Ulm Hilfe bekommen

Neu-Ulm

21.05.2019

Wo Familien im Landkreis Neu-Ulm Hilfe bekommen

Gerne in der Natur unterwegs: Maria mit ihrem Sohn.
Bild: Landratsamt

Die Koordinierende Kinderschutzstelle am Landratsamt Neu-Ulm unterstützt angehende Eltern und Eltern mit Kleinkindern – so wie Maria T.

Wenn es um ihren Sohn geht, hatte Maria T.* von Anfang an ein gutes Bauchgefühl. Instinktiv wusste sie, was ihr im Umgang mit ihrem Kleinen wichtig ist. Aber da war auch eine gewisse Unsicherheit und die Angst, mit dem Neugeborenen etwas falsch zu machen. Zumal sie als Alleinerziehende niemanden zum direkten Austausch hatte. Unterstützung und Hilfe fand sie bei der Koordinierenden Kinderschutzstelle (Koki) am Landratsamt Neu-Ulm.

Koki bietet kostenlose Beratung für angehende Eltern sowie Eltern mit ihren Kleinkindern, die sich in einer besonderen Belastungssituation befinden, überfordert fühlen oder Hilfe mit der neuen Lebenssituation benötigen. Sie unterstützen mit sogenannten „Frühen Hilfen“ in Form von Familienhebammen, Familien-, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und stellen bei Bedarf den Kontakt zu anderen Beratungsstellen her. Dabei sind Verschwiegenheit und Vertraulichkeit oberstes Gebot. Zudem ist die Annahme der Hilfe von KoKi rein freiwillig.

Koordinierende Kinderschutzstelle unterstützt Eltern

Rund zwei Jahre standen Maria T. und ihrem Sohn Thomas* die Mitarbeiterinnen von Koki bei, vermittelten ihr Hilfen und hatten für ihre Fragen ein offenes Ohr. „Von mir aus könnten sie mich mein ganzes Leben begleiten“, sagt Maria T. über das gute Miteinander. Doch seit Kurzem ist ihr Sohn in der Kinderkrippe, so dass sie keine zusätzliche Unterstützung mehr benötigt.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Aber wie sah die Hilfe durch Koki eigentlich konkret aus? Zur ersten Begegnung kam es ein paar Wochen vor der Geburt ihres Sohnes Thomas. Der Kontakt kam über eine Verwandte von Maria T. zustande. Eine Mitarbeiterin von Koki sowie die Familien-, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin Nicole Butzmann besuchten Maria T. zu Hause, um sie über die Frühen Hilfen zu informieren. Im ersten Moment war die angehende Mutter noch zurückhaltend und skeptisch, was die damals noch fremden Besucherinnen genau von ihr wollten. Doch das Eis konnte schnell gebrochen werden, als Maria T. merkte, dass „mir niemand etwas Böses wollte, sondern die anderen wirklich nur da waren, um mir zu helfen“.

Die Chemie zwischen den Helfern und den Eltern sollte stimmen

Als das Kind auf der Welt war, besuchte Butzmann die kleine Familie am Anfang zwei Mal in der Woche. „Es war jemand da, der Ahnung hatte und mich in meinem Umgang mit meinem Sohn bestätigte“, erinnert sich die junge Mutter und weiter: „Das Vertrauen war von Anfang an da und ich habe mich bei den Besuchen stets wohl gefühlt.“

Ein Gefühl, das „ganz wichtig ist“ wie Renate Prager von Koki betont. Die Chemie zwischen den Helfern und den betreuten Familien muss stimmen. Für Maria T. wurde Nicole Butzmann zur wichtigen Bezugsperson. Über ein Jahr besuchte Butzmann die beiden – zum Schluss nur noch einmal im Monat. Von besonderem Interesse waren für Maria T. unter anderem die Themen gesunde Ernährung und Rituale. So erhielt sie zum Beispiel Tipps für Einschlafrituale, die sie und ihr Sohn bis heute gerne praktizieren. So wird jeden Abend der Ruf nach einer Geschichte laut, die sich Thomas vor dem Einschlafen wünscht.

Weitere Hilfe nach Nicole Butzmann gab es in Form einer Familienpatin vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Neu-Ulm, als Thomas über ein Jahr alt war. Das Projekt der Familienpaten koordiniert der ASB, Koki finanziert es. Ein Mal die Woche übernahm die Familienpatin Ruth Kretzschmar nun für etwa drei Stunden die Betreuung von Thomas, damit seine Mutter Verschiedenes erledigen konnte – und auch einmal Zeit für sich hatte. „Es tut auch der Mutter gut, wenn sie sich mal um sich selbst kümmern oder in Ruhe Besorgungen machen kann“, erläutert Prager. Aber natürlich will man in dieser Zeit sein Kind gut aufgehoben wissen. Dafür gibt es die Familienpaten, die als ehrenamtliche Mitarbeiter des ASB Neu-Ulm Familien entlasten. Sie haben eine sechstägige Schulung absolviert, ein Führungszeugnis vorgelegt und einen Erste-Hilfe-Kurs besucht.

So erreichen Sie die Koordinierende Kinderschutzstelle

Seitdem Thomas in die Krippe geht, benötigt er keine Familienpatin mehr. Da er und seine Mutter Ruth Ketzschmar aber in ihr Herz geschlossen haben, wollen sie sich bald noch einmal privat mit ihr treffen.

Mit der Unterstützung, die Maria T. in den vergangenen zwei Jahren erfahren hat, ist für sie klar: Sie kann die Hilfen nur „weiterempfehlen“. Die Gespräche mit den Mitarbeiterinnen bei Koki fanden immer auf „Augenhöhe statt“, weshalb sie sich gut aufgehoben fühlte. Aber die schönste Bestätigung für Maria T. sei ihr Sohn Thomas, der ihr jeden Tag viel zurückgebe. (az)

Kontakt: Die Koordinierende Kinderschutzstelle (Koki) im Landratsamt Neu-Ulm (Kantstraße 8) ist unter den Telefonnummern 0731/7040 -2505 und -2506 sowie per E-Mail an koki@lra.neu-ulm.de erreichbar.

* Name geändert

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Am Telefon geben sich Betrüger gegenüber Senioren meist als Verwandter oder auch als Polizist aus. Foto: Sebastian Gollnow
Landkreis Neu-Ulm/Weißenhorn

Trickbetrüger geben sich am Telefon als Verwandte und Justizbeamte aus

ad__pluspaket@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live, aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Plus+ Paket ansehen