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Ulm/Neu-Ulm

11.03.2016

Wo Radler besonders gefährdet sind

Unfallschwerpunkte wie der Allgäuer Ring in Neu-Ulm machen dem Fahrrad-Club Sorgen.
Bild: Symbolbild Alexander Kaya

Fahrrad-Club sieht an mehreren Stellen Handlungsbedarf, etwa am Allgäuer Ring in Neu-Ulm oder in der Neuen Straße in Ulm. Doch es gibt auch viele positive Ansätze.

Die Bilanz des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in den Kreisen Neu-Ulm und Ulm/Alb-Donau fällt großteils positiv aus. Immer mehr Menschen radeln durch die Städte Neu-Ulm und Ulm sowie die Landkreise. Die Mitgliederzahlen schießen nach oben, vor allem in Neu-Ulm. Und auch der Weg für einige Projekte ist geebnet. Dennoch nennt der Verband Punkte, bei denen noch Handlungsbedarf besteht.

Neu-Ulm: An vorderster Stelle steht aus Sicht des ADFC der Unfallschwerpunkt Allgäuer Ring. Erst im Januar ereignete sich dort ein tödlicher Fahrradunfall. Walter Radtke, der im Fahrrad-Club für den Landkreis Neu-Ulm zuständig ist, hofft, dass die Stadt nach diesem schlimmen Vorfall handeln wird. Er sagt, dass dem Stadtrat demnächst ein Antrag vorgelegt werde. „Soviel ich weiß, sollen die Einfahrten umgestaltet werden: Autos sollen künftig senkrechter in den Kreisverkehr einfahren. So sehen sie Fahrradfahrer besser.“ Denn Fakt sei, dass an Einfahrten vier Mal mehr Unfälle passieren als an Ausfahrten. An der Unfallstelle will der ADFC am kommenden Dienstag ein sogenanntes „Ghost Bike“ aufstellen: Ein graues Fahrrad soll die Verkehrsteilnehmer mahnen und an das Todesopfer erinnern.

Mängel bestehen nach Ansicht des ADFC auch in der Memminger Straße. Dort verlaufen an beiden Seiten Fahrradspuren. Da es aber viele Ein- und Ausfahrten gibt, kommt es häufig zu Unfällen. „Autofahrer rechnen nicht damit, dass die Radfahrer auf beiden Seiten fahren und übersehen sie leicht.“ Grundsätzlich wünscht sich der Verband, dass Neu-Ulm nicht nur ein Radwegekonzept, sondern ein Radverkehrskonzept verfolgt. Dieses sei bereits in Arbeit.

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Lob findet Radtke für den Bau der Unterführung unter der Gänstor-Brücke, der 2016 beginnen soll: „Das ist eine enorme Aufwertung für das Donauufer.“ Zudem freue es ihn, dass die Stadt die ersten zwei Fahrradstraßen ausgewiesen hat: den Steinhäulesweg und die Schießhausallee.

Restlicher Landkreis: Hier zeigt sich der ADFC zufrieden: Auf den 710 Kilometern Radweg weisen rund 1700 neue Schilder den Weg. Außerdem wurde der Iller-Radweg zwischen Ulm und Oberstdorf als „Vier-Sterne-Radweg“ zertifiziert, was mehr Touristen anlocken soll. Seinen Einsatz für klimafreundliche Mobilität will der Landkreis laut Radtke fortführen: „Im Juli wird dem Kreistag ein Antrag vorgelegt, in die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreudlicher Kommunen, kurz AGFK, einzusteigen.“

Ulm: Radfahrer müssen sich auf lange und stellenweise steile Umwege einstellen. Der Grund: Die Baustelle der Straßenbahnlinie 2 blockiert einige Wege. Radfahrer werden entweder nördlich oder südlich umgeleitet. „Diese Alternativrouten sind nicht optimal. Allerdings weigern sich die Stadtwerke, Busspuren für Radfahrer freizugeben“, sagt Walter Matheis, beim ADFC zuständig für Ulm und den Alb-Donau-Kreis.

Dass die Wörthstraße in der Weststadt seit vergangenem Jahr eine Fahrradstraße ist, wurde unterschiedlich angenommen: „Der motorisierte Verkehr hält sich oft nicht an die Regeln. Die Stadt Ulm hat es jedoch abgelehnt, zusätzliche Schilder zur Information aufzustellen. Die Regeln seien bekannt.“ Dass die Zeitblomstraße heuer ebenfalls als Fahrradstraße ausgewiesen wird, sei dennoch wichtig.

Gemischte Reaktionen gibt es auch auf die Fahrradschutzstreifen. Ein Negativ-Beispiel sei die Neue Straße: Die Straße sei schmal, deshalb wollten Autofahrer Abstand zum Gegenverkehr halten und streiften den Schutzstreifen. „Eigentlich lassen die Maße der Straße den Schutzstreifen zu. Das ist eine subjektive Einschätzung der Autofahrer“, erklärt Matheis. „Hier müsste nachgebessert werden“, stimmt seine Kollegin Kathrin Voss-Lubert zu. Die Söflinger Straße nennt Matheis als positives Beispiel für Fahrradschutzstreifen.

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