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Finningen

14.11.2017

Wo alte Klänge neu interpretiert werden

Spielten hochklassig: Michaela Hüttich (Violine), Wolfgang Lehner (Cello) und Stefan Reichenbacher (Querflöte).
Bild: Dagmar Hub

Beim 50. Finninger Kirchberg-Konzert bietet das Quartett hochklassige Unterhaltung – und musikalische Kostbarkeiten.

Bekannte Künstler, ein enormer Zustrom von Konzertbesuchern und außergewöhnliche Besetzungen: Das 50. Finninger Kirchberg-Konzert überraschte auch Veranstalterin Friederike Alt, war doch im Finninger Pfarrstadel jedes nutzbare Eckchen besetzt. Der renommierte Leiter des Deutschen Cello-Orchesters, der in Finningen geborene Wolfgang Lehner, seine Partnerin Michaela Hüttich, der Finninger Musikstudent Jonathan Frey und der Reuttier Pfarrer Stefan Reichenbacher präsentierten den Besuchern des hochklassigen Benefizkonzerts zugunsten der Renovierung des Reuttier Gemeindehauses bekannte und weitgehend unbekannte musikalische Kostbarkeiten. Lehner, der immer wieder gern aus der Schweiz in seinen Geburtsort zurückkehrt, moderierte das Konzert zudem amüsant und informativ.

Warum muss ein Basso continuo von Cambalo oder Orgel gespielt werden? Das Quartett aus zwei Profi-Musikern, einem Musikstudenten und einem Pfarrer, der mit den Profis aber mithalten kann, ging in Finningen neue Wege, barocke und spätbarocke Kompositionen zu interpretieren: Jonathan Frey spielte zwar eingangs bei Carl Philipp Emanuel Bachs d-moll-Triosonate den Generalbass auf dem restaurierten Blüther-Flügel von Wolfgang Lehners Mutter Gertrud, demonstrierte aber nach der Pause in Antonio Vivaldis g-moll-Triosonate und in Teilen von Johann Sebastian Bachs Orchestersuite in h-moll, wie viel weicher sich ein Basso continuo auf dem Marimbaphon anhört.

Die vier Musiker im Finnnger Pfarrstadel brachten eigene Lieblingsstücke ins Konzert ein. Bei Wolfgang Lehner war das die verzierungsreiche d-moll-Suite für Cello und Klavier des heute unbekannten Gambisten und Komponisten Louis de Caix d´Hervelois, dessen Werk zum großen Teil im Zweiten Weltkrieg unterging. Stefan Reichenbacher brachte Teile von Ludwig van Beethovens Serenade für Flöte, Violine und Viola ein, bei der den Viola-Part Wolfgang Lehners Cello trug. Jonathan Frey überraschte mit einer Etüde des amerikanischen Marimba-Virtuosen Clair Omar Musser.

Wunderschön die Zugabe: Wolfgang Lehner brillierte mit dem 1938 komponierten emotionalen Canción al arbol del olvido, das eigentlich für Klavier und Singstimme gedacht ist. Die traumhaft schöne Übertragung auf Cello, Querflöte, Geige und Marimbaphon dürfte wohl eine Erstaufführung gewesen sein.

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