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Ulm

08.06.2019

Wo der Albabstiegstunnel gebaut wurde, ist bald ein Feld

Projektleiter des Albabstiegstunnels, Stefan Kielbassa arbeitet an der Renaturierung des Lehrer Tals.
Bild: Andreas Brücken

Die Großbaustelle im Lehrer Tal, wo der Albabstiegstunnel gebaut wurde, soll im kommenden Jahr wieder ein Acker werden.

Der Projektleiter des Albabstiegstunnels, Stefan Kielbassa blickt mit Stolz über das Lehrer Tal, wo eine staubige Fläche zu sehen ist, auf der noch einige Bagger und eine Walze stehen. Bald soll die ehemalige Baustelle wieder renaturiert sein. Auf rund 60.000 Quadratmeter türmten sich hier im vergangenen Winter gewaltige Berge aus Sand und Steinen. Rund 1,5 Million Kubikmeter wurden durch den Hang und in Dornstadt für die Bauarbeiten zum Albabstiegstunnel zu Tage gefördert. Die Fläche zwischen dem Berliner Ring und der B10 diente als Zwischenlager für den Abraum. „Bis zu 200 Menschen haben hier Tag und Nacht in drei Schichten am Millionenprojekt der Bahn gebaut“, erzählt Projektleiter Kielbassa.

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Im Herbst wird das Gelände an den Landwirt zurückgegeben

Mineure, Stahlbetonbauer und Elektriker arbeiteten unter Tage und wohnten in Containern auf dem Gelände. Aufbereitungsbecken für das Abwasser, Werkstätten und ein Sprengstofflager wurden dafür auf dem Grundstück errichtet. Riesige Muldenkipper mit einem Fassungsvermögen von 20 Tonnen schafften in unzähligen Fahrten das Gestein über einen Zugangsstollen – oder Zwischenangriff, wie der Fachleuten sagt – aus dem Tunnel heraus und schichteten die Massen in Hügeln auf, bis diese in umliegenden Steinbrüchen von Blaubeuren und Westerstetten eingelagert wurden.

Belastetes Material sei glücklicherweise nicht aus der Tiefe gefördert worden, erklärt Kielbassa und greift eine handvoll sandiger Erde vom Boden auf. Zum größten Teil seien es Kalkstein und lehmige Erde gewesen. Jüngst wurde der fast sechs Kilometer lange Rohbau des Schnellbahntunnels fertiggestellt und damit der Zugangsstollen zugeschüttet.

Im Albabstiegstunnel wird in 60 Metern Tiefe mit dem Gleisbau begonnen

Während beim Tunnelportal in Dornstadt die Schuttberge eine neue Hügellandschaft formen werden, haben die Planer im Lehrer Tal vor, das Gelände eins zu eins der Natur zurückzugeben. „Rund 10.000 Kubikmeter Mutterboden, der in der Nähe gelagert wurden, sollen dafür wieder zurückgebracht werden, um den Zwischenangriff wieder naturnahe zu gestalten“, sagt Kielbassa. Im Albtunnel wurde derweil in 60 Meter Tiefe mit dem Gleisbau begonnen. Im Herbst wird das Gelände an den Landwirt zurückgegeben, der im kommenden Jahr dort einen Acker anlegen wird.

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