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Pfuhl

09.11.2015

Wo der Wandel der Welt begann

Freude über 50 Jahre: (von links) Neu-Ulms Oberbürgermeister Gerold Noerenberg feierte mit Theo Waigel und Vorsitzender Johannes Stingl.
Bild: Gerrit-R. Ranft

Vor 50 Jahren gründeten zwölf Männer die CSU Pfuhl. Heute feiern über 60 Mitglieder und Freunde das Jubiläum – mit dabei: Theo Waigel, der von Neu-Ulm besonders viel hält.

Am 3. November 1965 gründeten zwölf Männer im Nebenzimmer der Gaststätte „Wilhelma“ den CSU-Ortsverband Pfuhl. 50 Jahre und fünf Tage später haben gestern im Museumsstadel gut 120 Mitglieder und Freunde Jubiläum gefeiert – unter ihnen der ehemalige Bundesfinanzminister und Neu-Ulmer Bundestagsabgeordnete Theo Waigel.

„Bescheiden, wie wir in Pfuhl nun mal sind“, sagte CSU-Ortsvorsitzender Johannes Stingl im kurz gefassten Rückblick auf ein halbes Jahrhundert Lokalgeschichte, habe es 1965 natürlich bedeutendere politische Herausforderungen gegeben, als es die Gründung eines Ortsverbands ausmache. „Aber sie war in jedem Fall der Beginn einer Erfolgsgeschichte der CSU Neu-Ulm.“ Die Partei habe im Stadtteil wie im Freistaat gute Jahre erlebt, aber auch schwierige Zeiten. Als große bayerische Volkspartei habe sie auf höchster europäischer wie auch auf niedriger kommunaler Ebene immer nachhaltig mitgestaltet.

Einen ersten Anlauf zur Gründung des Ortsverbands habe es schon im April 1965 gegeben. Der damalige Bürgermeister Karl Salzmann begründete den Aufbau eines Ortsverbands unter anderem damit, dass nun der „allzu oft anzutreffenden destruktiven Zeitungskritik ein Ortsverband Gelegenheit zur Mitgliedschaft und zur guten Information schaffen könne“. Bei der späteren Gründungsversammlung wurde Salzmann zum Vorsitzenden gewählt. Im eigentlichen Festvortrag zum Jubiläum bewies Theo Waigel, dass er nicht nur in der hohen Politik zu Hause ist, sondern sich auch ganz unten in den Kommunen auskennt. „Pfuhl hat für mich immer eine besondere Rolle gespielt“, kokettierte er ein wenig, kam dann aber bald auf Neu-Ulm zu sprechen. Die Stadt habe ihre Chancen nach dem Abzug der amerikanischen Truppen hervorragend genutzt, während manche anderen sie verschlafen hätten. Neu-Ulm sei aus dem Aschenbrödeldasein gegenüber der großen Schwester Ulm herausgewachsen und besetzte nun als stolze Stadt eine Schaltstelle zwischen Bayern und Baden-Württemberg.

Waigel stellte sogar fest, in Neu-Ulm sei der Wandel der Weltpolitik in Gang gesetzt worden. Die Stadt habe 1983 die Menschenkette nach Stuttgart erlebt, „die sich gegen unseren Mut wandte, mit dem NATO-Doppelbeschluss mitten in Neu-Ulm etwas aufzustellen, das die Welt veränderte – die Atomraketen“. In Neu-Ulm seien anschließend tatsächlich Schwerter in Pflugscharen verwandelt worden. „Es war eine tolle Zeit.“ Dennoch möchte er nicht zurück. „Denn wir leben heute in der besten aller Zeiten, und Deutschland gilt in der aus den Fugen geratenden Welt als das attraktivste Land Europas“: Und er sei glücklich, zu dieser Entwicklung beigetragen zu haben.

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