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Weißenhorn

13.06.2017

Wo gibt es in Weißenhorn Platz für neue Häuser?

In einem Punkt sich sich Stadträte und Stadtverwaltung einig: In Weißenhorn muss mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. Die Frage ist allerdings, wo im Stadtgebiet verdichtet neue Häuser gebaut werden können.
Bild: Symbolfoto Alexander Kaya

Der Architekt und SPD-Stadtrat Thomas Schulz fordert Maßnahmen, um mehr bezahlbaren Wohnraum in Weißenhorn zu schaffen. Er denkt dabei auch an die Hasenwiese.

Die Stadt Weißenhorn wächst. Wie auch im gesamten Landkreis Neu-Ulm nimmt die Bevölkerung zu. Eine erfreuliche Entwicklung, könnte man meinen. Doch der Architekt und SPD-Stadtrat Thomas Schulz warnt. Er hat sich die Zahlen einmal genauer geschaut und kommt zu dem Ergebnis: In der durchschnittlichen Bevölkerungsentwicklung hinkt Weißenhorn dem Landkreis hinterher.

Schulz macht das an der Entwicklung der Einwohnerzahlen zwischen 1995 und 2017 fest. Zwischen 1995 und 2005 hat die Bevölkerung landkreisweit um 4,2 Prozent zugenommen, in der Fuggerstadt hingegen um 8,6 Prozent. Zwischen 2005 und 2017 hat sich das Bild allerdings gewandelt: Während im Landkreis die Zunahme unverändert bei 4,2 Prozent lag, waren es in Weißenhorn „nur noch“ 2,4 Prozent. Gestützt durch Modellberechnungen des Bayerischen Landesamts für Statistik, wonach die Zahl der jüngeren Bürger ab- und die Zahl der älteren Bürger über 65 wachsen wird, hält Schulz fest: „Zukünftig, sofern nicht entgegengesteuert wird, wird Weißenhorn immer stärker überaltert werden.“

Zum Hintergrund: In seinem Demographie-Spiegel für Bayern, Heft 547, hat das Bayerische Landesamt für Statistik ein Datenblatt für die Stadt Weißenhorn erstellt. Demnach hatte die Fuggerstadt Ende 2014 insgesamt 13268 Einwohner, davon 2310 unter 18-Jährige, 8506 im Alter zwischen 18 und 64 Jahren und 2452, die 65 Jahre oder älter waren.  Auf Basis der bisherigen Bevölkerungsentwicklung hat die Behörde Modellberechnungen vorgenommen. Demzufolge wird die Zahl der unter 18-Jährigen bis zum Jahr 2027 um 200 abnehmen, die der 18- bis 64-Jährigen wird um 400 sinken. Hingegen würde es in zehn Jahren 800 Personen mehr in Weißenhorn geben, die 65 oder älter sind.

Dass offenbar viele junge Menschen der Stadt fern bleiben, führt Schulz unter anderem auf eine unterdurchschnittliche Entwicklung beim Wohnungsbau zurück. In einem Antrag an die Stadtverwaltung fordert er, genauere Untersuchungen in dieser Sache anzustreben und Maßnahmen zu ergreifen, um mehr kostengünstigen Wohnraum zu schaffen. Dazu könne ein Investoren- oder ein Stadtplanungswettbewerb mit einer entsprechenden Vorgabe gestartet werden, schreibt er.

Als einen konkreten ersten Schritt schlägt der Sozialdemokrat vor, den östlichen Teil der Hasenwiese mit Wohnhäusern zu bebauen. Das stünde den bisherigen Plänen für das freie Gelände an der Reichenbacher Straße nicht im Weg: Die beiden neuen Supermärkte würden nur die Hälfte der Fläche einnehmen.

Vom Grundsatz her begrüßt die Stadtverwaltung Schulz’ Antrag. „Es ist richtig, dass man Wohnraum schaffen muss“, sagt Bürgermeister Wolfgang Fendt. Die Frage sei nur: Wo ist der richtige Standort? Im Rathaus wird die Hasenwiese derzeit jedenfalls nicht als geeigneter Platz für Wohnbebauung gesehen. „Eine grüne Wiese in der Stadt ist Gold wert“, sagt Fendt und spricht sich dafür aus, ein freies Stück zu bewahren – für Feste beispielsweise oder für ein anderes Bauprojekt, das in Zukunft vielleicht kommen könnte, ein Familienzentrum etwa.

Auch Grüne und ÖDP wollen die Hasenwiese nicht zum Neubaugebiet machen. Es sei sinnvoll, zunächst das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept abzuwarten, sagt der ÖDP-Fraktionsvorsitzende Ulrich Hoffmann. In einem gemeinsamen Antrag sprechen sich die beiden Fraktionen dafür aus, die Festwiese in einen Generationenpark umzuwandeln: ein Grünzug als Erholungsort und Treffpunkt für Jung und Alt, mit Sitzbänken, Fitnessgeräten für Erwachsene und einem Wasserspielplatz für Kinder. Zudem könnten dort Mietbeete für Bürger, die keinen eigenen Garten haben, angelegt werden.

Über die Anträge werden die Stadträte am Montag, 19. Juni, im Rathaus sprechen. Die Nutzung des verbleibenden Teils der Hasenwiese ist ein Punkt auf der Tagesordnung der Bauausschuss-Sitzung.

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