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Stadtentwicklung

07.03.2019

Wo in Ulm noch Platz für Wohnungen ist

Das Gelände der Bleidorn-Kaserne könnte das nächste Bundeswehr-Areal in Ulm werden, auf dem ein neues Wohngebiet entsteht.
Bild: Alexander Kaya (Archivfoto)

Die SPD-Politiker Rivoir und Mattheis suchen in Berlin Unterstützer dafür, dass die Stadt Ulm die Bleidorn-Kaserne früher kaufen kann. Auch andere Optionen stehen im Raum.

Von der Hindenburg-Kaserne ist nichts mehr zu sehen. Auf dem Areal am Ulmer Eselsberg wird schon gebaut, dort entstehen 900 Wohnungen. Doch wo ist Platz für weitere Häuser? Die Ulmer SPD-Politiker Martin Rivoir und Hilde Mattheis haben die Bleidorn-Kaserne auf dem Kuhberg in den Blick genommen – und sich in einem Brief an Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen gewandt. Die SPD-Fraktion im Gemeinderat geht noch einen Schritt weiter: Die Politiker haben ein Positionspapier mit Forderungen zum Wohnungsbau verfasst. Darin spielt auch die Bleidorn-Kaserne eine Rolle.

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Dass die Stadt auf dem innenstadtnahen Areal ein Wohngebiet entwickeln will, ist nicht neu. Doch die Bundeswehr, die dort unter anderem ein Dienstleistungszentrum betreibt, hat es mit dem geplanten Umzug in die Wilhelmsburg-Kaserne nicht eilig. „Nach derzeitiger Planung soll die Bleidorn-Kaserne in Ulm voraussichtlich 2025 geschlossen werden“, sagt ein Sprecher des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr auf Anfrage unserer Zeitung. Zwischenzeitlich hatte die Stadt gehofft, das Gelände schon 2018 kaufen zu können, um dort zusätzliche Wohnungen zu bauen.

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Bundeswehr will Bleidorn-Kaserne in Ulm 2025 aufgeben

Die Bundestagsabgeordnete Mattheis und der Landtagsabgeordnete und Stadtrat Rivoir schlagen von der Leyen vor, die städtische Wohnungsbaugesellschaft UWS könne auf dem Bleidorn-Areal auch Wohnungen mit einem Belegungsrecht für Bundeswehrangehörige errichten. Schließlich sei die Wohnraumsituation auch für das Personal des Militärs angespannt. Die beiden Abgeordneten hoffen, einen Anreiz dafür zu schaffen, dass die Streitkräfte früher umziehen. Anzeichen dafür, dass dieser Plan gelingt, gibt es aber noch nicht. Auch rund zwei Wochen nach dem Versand des Schreibens ist im Büro von Hilde Mattheis noch keine Antwort eingetroffen. Nun haben Mattheis und Rivoir beim finanzpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion ein Versprechen geholt: Lothar Binding will sich bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben für den Verkauf des Bleidorn-Areals einsetzen. Die Bundesanstalt hatte der Stadt auch das Gelände der ehemaligen Hindenburg-Kaserne verkauft.

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Der Vorschlag, Wohnungen mit Belegungsrecht für Bundeswehrangehörige auf dem Bleidorn-Kaserne zu errichten, ist auch Teil des SPD–Positionspapiers zur Wohnungsbaudebatte. Die Sozialdemokraten machen darin unter anderem Vorschläge dazu, wie die UWS mehr Immobilien kaufen und bauen kann, wie die Stadt Projekte besser lenken kann und wie Investoren zum Bau günstiger Wohnungen bewegt werden können. Sie regen an, dass Unternehmen wie die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) Werkswohnungen anbieten, um den Mietmarkt zu entlasten. Und sie listen Projekte auf, die aus ihrer Sicht nicht schnell genug vorangehen – oder zügig angegangen werden sollten.

Viele zusätzliche Wohnungen werden in Ulm benötigt

Zu den Plänen, die schneller vorangehen sollen, zählt die SPD-Fraktion die Bebauung des Parkplatzes Stockmahd nahe der Messe. Dort könnten nach einem ersten Konzept der Stadt Mehrfamilienhäuser mit 345 Einheiten errichtet werden. Das Bebauungsplanverfahren soll in diesem Jahr beginnen. Doch gebaut wird wohl frühestens 2021. Andere Flächen soll die Stadt überprüfen: Die Sozialdemokraten denken an Grundstücke bei der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule und der Jugendherberge. Die seien im Masterplan Kuhberg von 2008 seien Flächen zur Bebauung definiert worden.

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