Newsticker

Biontech und Pfizer beantragen EU-Zulassung für Corona-Impfstoff
  1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Wo sollen die Kinder radeln lernen?

Schule

16.11.2017

Wo sollen die Kinder radeln lernen?

Die Sendener Viertklässler haben auf einem Neu-Ulmer Gelände ihre Verkehrserziehung. Wenn die Kreisstadt weiter wächst, müssen sie wohl woanders üben. Wie es derzeit aussieht

In der vierten Klasse steht ein besonderer Unterricht auf dem Programm. Die Kinder bekommen von ausgebildeten Polizisten die Regeln beim Fahrradfahren beigebracht und üben gemeinsam. Am Ende steht eine Prüfung an, wer sie besteht, bekommt den begehrten Fahrrad-Führerschein. Die Sendener Schüler nutzen für diesen Unterricht den Neu-Ulmer Fahrrad-Übungsplatz. Und mit ihnen die Viertklässler aus Neu-Ulm, Nersingen und Elchingen.

Rund um den Platz gab es zuletzt Verwirrung, es hieß gar, dass die Sendener Schüler ab nächstem Schuljahr nicht mehr in Neu-Ulm üben können. Dazu haben auch die CSU- und die Grünen-Fraktionen einen Antrag gestellt: Es soll baldmöglichst eine Alternative für die Sendener Schüler gefunden werden. Bürgermeister Raphael Bögge widersprach dieser Dringlichkeit in der Sitzung, es gebe keine offizielle Bitte in diese Richtung aus Neu-Ulm, vor allem nicht schon zum nächsten Schuljahr.

Ralph Seiffert vom zuständigen Fachbereich der Stadt Neu-Ulm beruhigt. Das Thema sei ursprünglich aufgekommen, weil die Neu-Ulmer Polizei es personell nicht mehr schultern könne, alle Viertklässler zu unterrichten. Deswegen werden die Sendener Schüler jetzt durch Beamte der Weißenhorner und Sendener Polizei auf den Fahrrad-Führerschein vorbereitet. Das bestätigt der Sendener Polizeichef Thomas Merk. Früher habe Senden in diesem Bereich zur Neu-Ulmer Polizei gehört, dies sei bei der Verkehrserziehung einfach bisher so geblieben – und nun haben Senden und Weißenhorn übernommen.

Wie Seiffert weiter erklärt, ist das Platzproblem jedoch auch nicht aus der Luft gegriffen. Im Wiley wird zurzeit die Mark-Twain-Grundschule gebaut. Wenn sie fertig ist, fangen dort erst mal nur Erstklässler an – vierte Klassen und damit Fahrradschüler wird es also erst in etwa drei Jahren geben. Dann jedoch gleich einige, denn insgesamt sind dort 16 Klassen geplant. Neu-Ulm wachse und damit könnte auch die Kapazität des Fahrrad-Übungsplatzes am Ende sein. „Wenn wir aber noch was frei haben, dann stellen wir das selbstverständlich den Sendenern zur Verfügung – wie bisher auch“, sagt Seiffert. Vorrang haben aber Neu-Ulmer, Nersinger und Elchinger Schüler.

Doch selbst wenn es so weit kommt, sieht es nicht völlig düster aus. Wie Seiffert erklärt, ist aktuell nur der Vormittag voll, nachmittags könne man immer noch dort Unterricht geben. Die Polizei sei nur der Meinung, dass es morgens pädagogisch sinnvoller sei, weil die Kinder dann aufmerksamer sind. Wenn Neu-Ulm weiter so schnell wachse, schade ein Blick in die Zukunft – ein eigener Platz für Senden – natürlich nicht.

Thomas Merk von der Sendener Polizei sagt, dass sie mit dem Übungsplatz an sich nichts zu tun haben. „Wir stellen nur das Personal“, sagt er. Er stehe jedoch mit Rat zur Seite, falls Senden in der Stadt einen geeigneten Platz suche und die verkehrstechnische Meinung der Polizei benötige.

Bögge sagte in der Sitzung, dass man bei der Stadt die Augen offen halte und nach einer Lösung suche, falls es in ein paar Jahren auf dem Neu-Ulmer Platz wirklich zu eng werde. Den vorgeschlagenen Standort auf dem Sendener Festplatz hielt er jedoch für ungeeignet. Die Kreuzung sei zu stark frequentiert. Momentan frage die Verwaltung bei allen Schulen nach, wie der Bedarf aussehe. Möglicherweise bieten sich auch Kooperationen mit den benachbarten Städten Vöhringen und Weißenhorn an. Die Schüler dort üben in Illertissen und auf einem Platz direkt vor der Schule. Genauer soll über das Thema im Ausschuss am 5. Dezember gesprochen werden.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren