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Ulm

28.04.2017

Wohin fährt die Straßenbahn in Zukunft?

Auf der Linie 2 fährt die Straßenbahn künftig zur Wissenschaftsstadt und zum Kuhberg. Doch es gibt auch Überlegungen für eine Verlängerung der Linie 1 in Söflingen.
Bild: Alexander Kaya (Archivbild)

Die neue Straßenbahnlinie 2 zur Wissenschaftsstadt und zum Kuhberg wird Ende nächsten Jahres eröffnet. Doch es gibt heute schon Überlegungen für einen weiteren Ausbau.

Die Straßenbahnlinie 2 ist das Herzstück des neuen Nahverkehrsplans, der im Juli im Ulmer Gemeinderat beschlossen werden soll. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 wird die Tram in Richtung Wissenschaftsstadt und zum Kuhberg fahren. Die ersten Meter Gleise wurden bereits verlegt. Die Kienlesbergbrücke, über die künftig die Straßenbahn zum Oberen Eselsberg fährt, ist bald im Rohbau fertig. Das Großprojekt, das insgesamt fast 250 Millionen Euro kostet, liegt im Zeitplan. Es wird auch Auswirkungen auf das Gesamtnetz des städtischen Nahverkehrs haben. Auf mehreren Buslinien sind Änderungen geplant. Der Nahverkehrsplan legt den Rahmen für die Entwicklung des ÖPNV in den nächsten zehn Jahren fest. Der Entwurf, den das Büro PTV Transport Consult aus Karlsruhe im Auftrag der Stadt Ulm erarbeitet hat, zeigt aber auch Überlegungen auf, die über diesen Zeitraum hinaus gehen – etwa zum weiteren Ausbau der Straßenbahn.

Das mehr als 150 Seiten umfassende Werk enthält neben einer umfassenden Bestandsaufnahme, einer Darstellung der Ziele für die nächsten Jahre und einer Analyse des Nahverkehrs auch einige Prüfaufträge. Dazu zählt eine mögliche Verlängerung der Straßenbahn. Langfristig sind in Söflingen neue Wohngebiete für mehrere tausend Bürger geplant – an der Magirusstraße und auf der Kohlplatte westlich des Kurt-Schumacher-Rings. Diese Areale sollen durch den Nahverkehr erschlossen werden. Eine Möglichkeit dazu wäre die Verlängerung der Straßenbahnlinie 1 von der heutigen Endhaltestelle Söflingen bis zur Kohlplatte. Dazu sind drei Varianten einer Trassenführung angedacht. Eine führt über die Einsteinstraße, in der beispielsweise das Stadtregal liegt, ein ehemaliges Fabrikgelände, das zu einem Areal mit Wohnungen, Gewerbeflächen und Ateliers umgebaut wurde. Ein weiterer möglicher Streckenast wäre entlang der Jörg-Syrlin-Straße. Das wäre eine Variante im Süden Söflingens. Die dritte Variante führt von der heutigen Endhaltestelle geradeaus weiter die Harthauser Straße entlang. Noch sind dies Gedankenspiele für die Zukunft: In dem Entwurf ist von einer Bebauung der Kohlplatte in den Jahren 2026 bis 2030 die Rede.

Schneller ein Thema dürfte die Erschließung des Science Parks III auf dem Oberen Eselsberg werden. Dieses Areal ist für weitere Ansiedlungen von Unternehmen in der Wissenschaftsstadt vorgesehen. Die künftige Straßenbahnlinie 2 führt an Uni, Universitätsklinikum und Hochschule vorbei und endet im Science Park II. Die weiteren Gewerbeflächen befinden sich auf der anderen Seite des Berliner Rings. Eine Erschließung wäre durch eine Verlängerung der Linie 2 oder über eine Buslinie denkbar. Auch dies soll geprüft werden. Eine Straßenbahn von Ulm nach Ludwigsfeld kommt in dem Entwurf nicht vor – die Pläne liegen in Neu-Ulm seit geraumer Zeit auf Eis.

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Eine feste Größe ist hingegen das Industriegebiet Mergelgrube beim Containerbahnhof im Ulmer Norden. Dort werden künftig mehrere tausend Menschen arbeiten. Die neue Buslinie 13 zwischen Uni und den Ortsteilen Mähringen und Lehr könnte langfristig das neue Gewerbegebiet erschließen – aber auch das ist noch Zukunftsmusik.

Für die Stadt Ulm geht es jetzt erst mal darum, den Nahverkehrsplan für die nächsten Jahre festzuzurren und die noch bestehenden Probleme in den Griff zu bekommen. Dazu zählt eine bessere Anbindung der Ortsteile Donaustetten, Gögglingen und Unterweiler, die sich seit Jahren abgehängt fühlen. Im Mai findet im Rahmen des Anhörungsverfahrens eine weitere Sitzung des Projektbeirats statt, bevor der Gemeinderat über den Plan entscheidet.

Dieser entsteht vor dem Hintergrund, dass Ende 2019 die Konzessionen für die meisten Nahverkehrslinien im Stadtgebiet auslaufen. Die Stadt muss entscheiden, welches Vergabeverfahren sie künftig wählt: eine Direktvergabe, einen Wettbewerb oder eine Mischform. Bereits bis September dieses Jahres muss die Stadt eine Bekanntgabe zu dem Vergabeverfahren im EU-Amtsblatt veröffentlichen. Die neuen Konzessionen gelten dann ab 2020.

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