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Ulm/Landkreis

05.04.2020

Wohnraum in der Region wird immer teurer

Eine der Faustregeln in Ulm: Je näher am Münster, umso teurer sind die Immobilien. Eine weitere Feststellung des neuen Wohnmarktberichts: Senden ist günstiger als Weißenhorn.
Bild: Alexander Kaya

Neue Daten zeigen, dass in Sachen Wohnraum die Nachfrage nach wie vor größer ist als das Angebot. Dennoch gilt der regionale Großraum als vergleichsweise günstig. Eine Wohnung in Ulm schlägt aber alle Rekorde.

Im Vergleich mit den Nachbarstädten ist Wohnen in der Region gar nicht so teuer: In Neu-Ulm kostet im Schnitt der Quadratmeter Wohnfläche 2704 Euro. Das ist deutlich weniger als in Stuttgart (5308), München (5806) oder Augsburg (2975). Dies rechnete der Ulmer Makler Martin Tentschert für seinen neuen „Wohnmarktbericht“ aus, der nun erschien. Auch die siebte Ausgabe der Publikation strotzt wieder vor Daten wie diesen.

Inmitten der Corona-Krise kommt Tentschert bei der Vorstellung der 55 Seiten freilich nicht drumherum auf die Auswirkungen der Pandemie auf den Immobilienmarkt einzugehen. Die Menschen wären aufgrund allerlei Verunsicherungen derzeit weniger bereit, Immobilien zu kaufen. „Doch das Ungleichgewicht zwischen hoher Nachfrage und begrenztem Angebot war vor Corona so extrem, dass auch ein gewisser Nachfragerückgang gut zu verschmerzen ist.“

Hier ist Wohnen am teuersten

Dieses extreme Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage ist an den Preisanstiegen zu erkennen: Bestehende Häuser wurden im Vergleich zum Vorjahr in Ulm um 6,8 Prozent und in Neu-Ulm um 9,2 Prozent teurer. Kaufpreise für Wohnungen stiegen in Ulm um 8,7 Prozent und in Neu-Ulm gar um 13,3 Prozent. Auch die Mieten gingen in die Höhe: In Úlm um 2,4 Prozent in Neu-Ulm um 5,9 Prozent. Dass Neu-Ulm stärkere Anstiege zu verzeichnen hat begründet Tentschert mit der großen Bautätigkeit und Nachholeffekten. Die Preise der Doppelstadt würden sich angleichen. Nach wie vor gilt: „Lage, Lage, Lage.“ Je näher am Münster, umso teurer. Mit 25,30 Euro pro Quadratmeter registrierte Tentschert den Rekord: Ein Mietangebot in der Ulmer City. Spitzenmieten von über 20 Euro pro Quadratmeter werden auch in Söflingen und der Ulmer Oststadt verlangt. In Neu-Ulm ist Hausen mit knapp sieben Euro am günstigsten. Spitzenmieten von über 20 Euro pro Quadratmeter können in der Neu-Ulmer Innenstadt (Villenviertel, Donauufer), Ludwigsfeld und Reutti vorkommen.

Was Kaufpreise angeht, ist die Ulmer Innenstadt am teuersten: Der Höchstpreis von 8500 Euro pro Quadratmeter. Einen Preisanstieg im zweistelligen Bereich verzeichneten die westlichen Stadtrandlagen wie Einsingen, Eggingen, Ermingen und Grimmelfingen. In Neu-Ulm hält eine Immobilie in der Innenstadt mit einem Quadratmeterpreis von 7640 Euro den Rekord. Der Schnitt liegt bei 2400 Euro in Ulm bei 2865 Euro.

2,6 Millionen für eine Wohnung in Ulm

Die teuerste Wohnung der Region war im vergangenen Jahr in Ulm zu finden und kostete knapp 2,6 Millionen Euro. Sie war damit deutlich teurer als das teuerste Haus, das in Ulm den Besitzer wechselte: Das kostet nämlich „nur“ 1,25 Millionen Euro.

Günstiger sind Immobilien im Umland. In Senden, das nun erstmals im Wohnmarktbericht auftaucht schwankten die Preise für Häuser zwischen 345800 Euro und 729000 Euro. Wohnungen kosteten zwischen 2400 und 4400 Euro pro Quadratmeter.

Senden ist günstiger als Weißenhorn

Damit ist Senden günstiger als Weißenhorn: In der Fuggerstadt bewegten sich die Preise für Häuser von 410000 Euro bis etwa 890000 Euro. Und Wohnungen zum Kauf gab es zwischen 2360 und 4590 Euro pro Quadratmeter. Auch die Mieten (von 8,46 Euro bis 11,50 Euro pro Quadratmeter) liegen über Senden. An der Iller werden Mieten von 8,20 Euro bis 11 Euro pro Quadratmeter verlangt. Tentschert rechnet damit, dass die stetige Teuerung auf dem Wohnungsmarkt so langsam ein Ende findet. Doch billiger werde es nicht: „Wir werden uns auf diesem hohen Niveau einpendeln.“ Von einer „Immobilienblase“ könne keine Rede sein. Ein Blase entstehe erst, wenn Immobilienpreise steigen obwohl in den kommenden Jahren nicht mit einer steigenden Nachfrage zu rechnen ist. Und auch leichtfertige Kreditvergaben von Banken gehörten dazu. Für die Region sei das nicht der Fall: Die Doppelstadt wachse kontinuierlich.

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