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14.06.2009

Wohnungsbau auch im Landkreis auf Talfahrt

Landkreis (sus) - Der Wohnungsbau schrumpft rasant. Vergangenes Jahr wurden bayernweit so wenig Neubauwohnungen bezugsfertig, wie schon 'seit Jahrzehnten' nicht, kommentierte Innenminister Joachim Herrmann die Zahlen der Baufertigstellungen 2008. Hier bei uns im Landkreis Neu-Ulm wurden 482 Wohnungen in neuen Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäusern bezugsfertig. Das waren 110 Wohnungen weniger als im Vorjahr, geht aus den aktuellen Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung in München hervor.

Mit diesem Rückgang unterstützte der Landkreis Neu-Ulm die bayernweit andauernde Talfahrt bei den Baufertigstellungen. Durch den Neubau von Wohn- und Nichtwohngebäuden sowie durch Sanierungsmaßnahmen wurden vergangenes Jahr in Bayern 36 246 Wohnungen bezugsfertig, rund 17,5 Prozent weniger als im Vorjahr (43.923 Wohnungen). Der überwiegende Teil der Wohnungen - insgesamt 31 773 - entstand übrigens in neuen Wohngebäuden.

Der niedrigste Wert seit Jahrzehnten ist erreicht

Das ist "der niedrigste Wert seit Jahrzehnten" kommentierte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann die Zahlen. Laut Berechnungen des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung seien in Bayern jährlich mindestens 54 000 Neubauwohnungen nötig um den Bedarf zu decken. Ein Ziel, das seit Jahren verfehlt wird; im vergangenen um rund 18 000 Wohnungen. Herrmann fordert eine bessere steuerliche Förderung des Wohnungsbaus um denselben anzukurbeln. Denn wird das Angebot immer knapper, schnellen die Mieten weiter in die Höhe und vor allem für Familien in Ballungsräumen werde dann das Angebot an bezahlbarem Wohnraum eng.

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Auch die Nachfrage bleibt auf Talfahrt

Bislang bleibt die Nachfrage nach Neubauwohnungen auf Talfahrt. Die niedrigen Baugenehmigungszahlen der Vorjahre sprechen für sich. Auch im Jahr 2008 sind sie nochmals gesunken von 36 859 (Jahr 2007) auf 35 053 zum Bau freigegebene Wohnungen - übrigens ebenfalls ein statistisch 'historischer Tiefstand'. Wobei es freilich regionale Unterschiede gibt. Im nach wie vor gefragten Oberbayern gaben die Bauämter sogar fast drei Prozent mehr Wohnungen zum Bau frei als im Jahr 2007. Nahezu unverändert blieb die Situation in Niederbayern. Leichte Rückgänge gab es in Ober- und Unterfranken (minus 2,2 bis 3,9 Prozent) und deutliche Einschnitte verzeichnete Schwaben (minus 7,6 Prozent) sowie die Oberpfalz (minus 19,3) und Mittelfranken (minus 19,5).

Grundstücks- und Baupreise schrecken Bauherren ab

Offenbar schrecken die hohen Grundstücks- und Baupreise potentielle Bauherren ab, die unsichere Wirtschaftslage tut ein Übriges. Zumal Gebrauchtimmobilien nicht nur preislich sondern oftmals auch von der Lage her attraktiver sind.

Zurück zum Landkreis Neu-Ulm: Hier wurden im Lauf des vergangenen Jahres 289 Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern bezugsfertig, also weniger als im Vorjahr. Damals entstanden insgesamt 318 Wohnungen in neuen Eigenheimen. Bei den Mehrfamilienhäusern registrierten die Statistiker mit 193 neuen Wohnungen ebenfalls einen Rückgang: Ein Jahr zuvor wurden in Mehrfamilienhäusern noch 274 Wohnungen bezugsfertig. Alle Wohnungen in Ein-, Zwei-, und Mehrfamilienhäusern zusammen genommen, entstanden vergangenes Jahr im Landkreis Neu-Ulm somit 482 neue Wohnungen; 110 weniger als im Vorjahr.

Und so hat sich der Wohnungsbau im Landkreis Neu-Ulm in den vergangenen Jahren entwickelt: Im Jahr 2000 wurden hier 800 Wohnungen in neuen Wohngebäuden fertiggestellt. Ein Jahr später sank die Zahl auf 790 Wohnungen. Im Jahr 2002 entstanden hier 688 neue Wohnungen, ein Jahr später waren es wieder weniger, 603 Wohnungen.

Im Jahr 2004 wurden hier 688 Wohnungen bezugsfertig, im Jahr darauf sank die Zahl auf 483 Wohneinheiten. 2006 waren es dann 555 Wohnungen. Bis Ende 2007 kletterte die Zahl der Neubauwohnungen auf 592 und im letzten Jahr waren es nun 482 bezugsfertige Neubauwohnungen.

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