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Soziales

26.05.2020

Wohnungslosigkeit kennt keinen Lockdown

Die Wohnungslosenhilfe unterstützt besonders jetzt Menschen durch aufsuchende Hilfen.
Bild: Diakonie

Die Ökumenische Wohnungslosenhilfe Neu-Ulm unterstützt besonders jetzt Menschen durch aufsuchende Hilfen

Wir bleiben zu Hause – so das allgemeine Credo, das es tagtäglich sowohl im Internet, Fernsehen oder in der Zeitung zu lesen und zu hören gibt. Was aber, wenn die Möglichkeit eines richtigen Zuhauses, in das man sich zurückziehen kann, gar nicht besteht? Wohnungslose Menschen haben während der Corona-Krise nicht die Möglichkeit, sich in ein sicheres, schützendes Heim zu retten. Kein verlässlicher Ansprechpartner steht zur Verfügung, um die schwierige Situation zu verarbeiten. Soziale Leistungsanträge laufen aus und die günstigen Lebensmittel sind aufgrund von Hamsterkäufen knapp.

Viele Einrichtungen sind derzeit für wohnungslose Menschen nur sehr schwer erreichbar. Zwar ist die Erreichbarkeit durch E-Mail, Fax und Telefon gegeben, was aber machen, wenn man nicht über diese technischen Möglichkeiten verfügt? Auch die offenen Sprechstunden der Ökumenischen Wohnungslosenhilfe an den Standorten Neu-Ulm, Senden, Weißenhorn, Vöhringen und Illertissen sind durch den aktuellen Lockdown betroffen und können die wohnungslosen Menschen nicht wie gewohnt beraten, begleiten und unterstützen. Dennoch müsse das Unterstützungsangebot gerade in dieser Zeit zwingend weitergehen, um eine weitere Verschlechterung der sowieso schon schwierigen Lebenssituation der Hilfesuchenden zu verhindern.

Die Mitarbeiter der Ökumenischen Wohnungslosenhilfe verstärken daher das Angebot der aufsuchenden Hilfen für wohnungslose Menschen unter Einhaltung der aktuellen, allgemeinen Schutzbestimmungen. Neben der Verteilung von Lebensmittelpaketen, der Bearbeitung von Anträgen und der Terminvereinbarung bei Ärzten stehen das persönliche Gespräch und die Begleitung der wohnungslosen Menschen dabei im Mittelpunkt. Einen verlässlichen Ansprechpartner bei Sorgen und Nöten – das sei das, was die Klienten in der aktuellen Situation am dringendsten brauchen.

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Über die komplette Corona-Zeit waren die Mitarbeiter in Kontakt mit den Hilfsangeboten, um den Klienten die nötige Unterstützung zu gewährleisten. Zwei- bis dreimal wöchentlich sind die Mitarbeitenden der Ökumenischen Wohnungslosenhilfe derzeit in den Unterkünften und bieten den Menschen gerade diese Unterstützung an. Es gibt immer etwas zu tun, der Bedarf nach Wohnungslosenhilfe ist größer denn je.

Und auch wenn unter den Masken ein freundliches Lächeln zurzeit nur zu erahnen sei, könne man sicher sein, dass die notwendige Unterstützung dankbar angenommen werde. Die Schwächsten der Gesellschaft zu unterstützen, die Kernaufgabe der Ökumenischen Wohnungslosenhilfe, sogar allen diakonischen und karitativen Handelns, bleibe auch in der jetzigen Situation ein zu schützendes Gut. Durch die Lockerungsmaßnahmen der Bayerischen Staatsregierung sei es nun wieder möglich, die Arbeit so „normal wie möglich“ unter den vorgeschriebenen Sicherheitsvorkehrungen fortzusetzen.

Seit 2014 ist die Ökumenische Wohnungslosenhilfe der Caritas und der Diakonie für die Betreuung der städtischen Obdachlosenunterkünfte in Neu-Ulm und Landkreis zuständig. (az)

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