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Statistik

02.07.2020

Zahl der Arbeitslosen steigt im Landkreis stark an

Die Corona-Krise trifft den Arbeitsmarkt hart.
Bild: B. Weizenegger

Tausende Menschen sind in Kurzarbeit. Die Zahl der offenen Stellen ist in allen Branchen deutlich eingebrochen

Die Corona-Krise wirkt sich weiterhin massiv auf den Arbeitsmarkt in der Region aus. Im Landkreis Neu-Ulm ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat deutlich gestiegen. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 3,6 Prozent und damit 0,2 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats und sogar 1,5 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Das berichtete Werner Möritz, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Donauwörth. „Aktuell sind 3677 Menschen ohne Arbeit, das sind 125 (plus 3,5 Prozent) mehr als vor einem Monat und 1560 (plus 73,7 Prozent) mehr als vor einem Jahr.“

Im Monat Juni hätten sich 782 Menschen neu arbeitslos gemeldet, 428 davon seien aus einer Erwerbstätigkeit gekommen. Im Gegenzug hätten 652 Personen die Arbeitslosigkeit beendet, davon hätten 248 eine Beschäftigung aufgenommen. Von den 3677 arbeitslos gemeldeten Menschen waren 2492 (plus 119 im Vergleich zum Vormonat) bei der Arbeitsagentur und 1185 (plus sechs im Vergleich zum Vormonat) im Jobcenter Neu-Ulm gemeldet.

„Die Entwicklung der Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit lässt deutlich die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt erkennen, wobei in den letzten beiden Monaten deutlich weniger neue Anzeigen hinzugekommen sind“, erläuterte Möritz. Seit März bis Mitte vergangener Woche seien 1695 Anzeigen auf Kurzarbeitergeld eingegangen. Eine Anzeige werde oft auch vorsorglich und für mehr Mitarbeiter gestellt. „Insgesamt beziehen sich die Anzeigen auf 31569 Personen. Daraus lässt sich aber noch nicht schließen, wie viele Beschäftigte am Ende tatsächlich in Kurzarbeit waren und in welchem Stundenumfang Arbeitszeit ausgefallen ist“, sagte Möritz. „Diese Angaben liegen erst mit Zeitverzögerung vor.“

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Die Nachfrage nach Arbeitskräften bewegt sich weiter auf einem niedrigen Niveau. So wurden im Juni nur 180 neue Arbeitsstellen gemeldet. Das bedeutet einen massiven Rückgang um rund 68 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch der Stellenbestand ist im Vergleich zum letzten Jahr rückläufig. Aktuell sind 962 offene Arbeitsstellen gemeldet (minus 52,6 Prozent zum Vorjahr). Der Stelleneinbruch ist in allen Branchen zu verzeichnen. Am stärksten sind das verarbeitende Gewerbe, die Zeitarbeit und der Handel betroffen.

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm waren im Juni 10456 Frauen und Männer arbeitslos. Das sind 224 Personen oder 2,2 Prozent mehr als im Mai und 3582 Personen oder 52,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent an. Im Juni des vergangenen Jahres lag sie bei 2,3 Prozent. „Mit der Pandemie ist die Arbeitslosigkeit auch in der Region kräftig angestiegen, im Juni schwächte sich die Zunahme aber deutlich ab“, sagte Mathias Auch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ulm.

Bei der Agentur für Arbeit Ulm zeigten von März bis zum 25. Juni kumuliert 5440 Betriebe Kurzarbeit für maximal 108658 Beschäftigte an. Allein in der Metall- und Elektroindustrie waren mehr als 30000 Beschäftigte betroffen. Nach einem steilen Anstieg im März und einem Höchststand im April gingen die Zahlen im Mai und Juni zurück. „Trotz des erneuten Rückgangs ist das Gesamtvolumen an angezeigter Kurzarbeit beispiellos“, so Mathias Auch. Aussagen zur realisierten Kurzarbeit seien auf Basis dieser Daten allerdings noch nicht möglich. Auch eine hochgerechnete Zahl gebe es auf Ebene der Arbeitsagenturen und Kreise für den Berichtsmonat Juni noch nicht. (az)

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