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Neu-Ulm

13.01.2015

Zeichen der Vielfalt

Der Altar der russisch-orthodoxen Kirche der Gottesmutter-Ikone vom "Zeichen" Ulm
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Der Altar der russisch-orthodoxen Kirche der Gottesmutter-Ikone vom "Zeichen" Ulm

In Paris wird für Meinungsfreiheit und religiöses Miteinander demonstriert und in Neu-Ulm fühlt sich Pfarrerin Karin Schedler bestätigt

Christen, Muslime, Juden – Hand in Hand, Schulter an Schulter. Mehrere Millionen Menschen haben am Sonntag bei Trauermärschen anlässlich der Terror-Attentate von Paris ein beeidruckendes Zeichen für ein Miteinander der Religionen gesetzt. In Ulm und Neu-Ulm wurde nicht auf den Straßen demonstriert – für einen interreligiösen Dialog und mehr Toleranz wird aber auch hierzulande geworben. Der Rat der Religionen in Ulm und die evangelisch-lutherische Petrusgemeinde in Neu-Ulm haben für das Jahr 2015 Kalender entworfen, die sich der religiösen Vielfalt in der Doppelstadt und dem friedlichen Miteinander widmen.

„Die aktuellen Entwicklungen haben mich zum einen schockiert und zum anderen darin bestätigt, wie richtig es war, diesen Kalender zu machen“, erklärt Pfarrerin Karin Schedler. Erst vergangene Woche kam das Werk der Petrusgemeinde in 1000-facher Auflage aus dem Druck und beschreibt auf 13 Seiten mit Texten und Bildern unterschiedlichste religiöse und spirituelle Gruppen in Ulm und Neu-Ulm, ihre Kirchen, spezielle Räume und Feiertage. So wirft der Kalender Blicke in katholische und evangelische Kirchen genauso wie in russisch-orthodoxe, muslimische Moscheen oder buddhistische Meditationszentren. Dafür haben Schedler und ihre drei Mitarbeiter Maximilian Glumann, Belinda Stäb und Barbara Bauer sämtliche erwähnte Einrichtungen selbst be- und den Dialog gesucht. „Das waren durchweg tolle Begegnungen mit äußerst interessanten Gesprächen“, sagt Schedler, die mit der Aktion das Interesse an und das Verständnis für andere Glaubensrichtungen wecken will.

Echtes Interesse steht Vorurteilen gegenüber

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Denn genau das nehme ihrer Einschätzung nach stetig ab – auch in der Region: „Ich habe das Gefühl, dass die Schere immer weiter auseinander geht. Es wird immer mehr polarisiert.“ Auf der einen Seite gebe es mehr Menschen als früher, die sich ernsthaft für andere Religionen interessierten. Auf der anderen Seite wachse aber auch die Zahl derer, die „alles über einen Kamm scheren, vorverurteilen und gar kein Interesse daran haben, sich zu informieren“, meint Schedler.

In zwei Fällen sei dies selbst bei der Recherche für den jetzt veröffentlichten interreligiösen Kalender zum Problem geworden. Zwei Gruppierungen weigerten sich, an dem Projekt teilzunehmen, weil sie keine gemeinsame Sache mit muslimischen Einrichtungen machen wollten. „Das waren wirklich Ausnahmen“, betont Pfarrerin Schedler und freut sich vielmehr über die mit der Aktion geknüpften Kontakte und den begonnenen Dialog, den es in dieser Form, quer über unterschiedlichste und mehrere Religionen hinweg, in Neu-Ulm bislang nicht gegeben habe. Wie wichtig dieser jedoch ist, zeigt sich speziell in diesen Tagen wieder. Pfarrerin Schedler hofft, dass der Kalender seinen Teil dazu beiträgt.

Verkauf Den interreligiösen Kalender der Neu-Ulmer Petruskirche gibt es für fünf Euro im Pfarramt am Petrusplatz 8 zu kaufen.

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