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Kommentar

20.11.2019

Zeit fürs Umdenken beim Nahverkehr

Über einen "entgeltfreien" Nahverkehr wird in Ulm diskutiert.
Bild: Alexander Kaya

Die Ulmer Stadtverwaltung kritisiert im Vorfeld der kommenden Haushaltsberatungen, zwei zentrale Vorschläge aus den Reihen der Fraktionen: "Kostenlosen" Nahverkehr und eine Kinderbetreuung, die für Bürger gratis ist. Die Argumente aus dem Rathaus sind stimmig. Doch vielleicht, sollte die Gesellschaft grundsätzlich anders denken.

Scheinbar unwiderlegbar bügelt Finanzbürgermeister Bendel Forderungen nach kostenlosem Nahverkehr und gratis Kinderbetreuung vom Tisch. Mit kühlen Zahlen und Statistiken. Das ist auch die Aufgabe des Wahlbeamten. Doch die politische Dimension ist eine andere, mit der sich nun die Ulmer Gemeinderäte auseinandersetzen müssen. Vielleicht ist es an der Zeit, grundsätzlich umzudenken – und qualitativ besten und kostenlosen Nahverkehr als eine Selbstverständlichkeit zu betrachten. Etwa wie kostenlose Autobahnen. Der Autoverkehr wird intensiv subventioniert, wie in Ulm eindrucksvoll an der Tiefgarage am Hauptbahnhof und den von der Stadt finanzierten zusätzlichen Stellplätzen in den Sedelhöfen zu sehen ist. Kurzfristig wäre das keine Lösung um Menschen vom Auto zu Bus und Bahn bewegen. Doch langfristig kann so eine Veränderung zementiert werden.

Lesen Sie: Absage an einen kostenlosen Nahverkehr

Einen ähnlichen Charme hat die Idee, sämtliche Kosten der Kinderbetreuung der Allgemeinheit in Rechnung zu stellen und die Eltern zu entlasten. Allerdings müsste erst festgezurrt werden, dass die Qualität nicht leidet. Wenn dies garantiert ist, wären beitragsfreie Kitas ein bedeutender Beitrag für mehr Bildungsgerechtigkeit, eine bessere Integration und gegen Kinderarmut. Und am wichtigsten: Ein Signal eines kinderfreundlichen Landes, das sich um seinen größten Schatz kümmert.

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