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12.10.2009

Zollfreier Musikgenuss

Ulm (wis) - . "Zollfreier Musikgenuss ohne Grenzen" auf einer "unendlichen emotionalen Reise" wurde dem Publikum im Ulmer CongressCentrum versprochen, das den Großen Saal am Sonntag allerdings nur knapp zur Hälfte füllte, als die "Egerländer Musikanten" ihren Tourneeauftritt absolvierten.

Ernst Hutter, der die Kapelle seit dem Tod von Ernst Mosch leitet, konnte sich denn auch einen Seitenhieb darauf nicht verkneifen, dass "vor elf Jahren beim Abschiedskonzert von Ernst Mosch ein paar Leute mehr da gewesen waren" - aber angesichts "stolzer Preise" (bis über 50 Euro) und der Tatsache, dass auch das weltberühmte Orchester selbst nicht in voller Besetzung angetreten war, hätte er sich diese Bemerkung ruhig sparen können. Genau so gut hätte auch Schlagzeuger Holger Müller auf sein Theater den ganzen Abend hindurch verzichten können. Denn auch ohne sein ständiges Mitsingen ("M-Pah-M-Pah") und sein Sticks-Herumwirbeln hätten die Zuhörer bemerkt, dass er eigentlich ein Spitzenkönner ist.

Das wiederum gilt es vom gesamten Orchester festzustellen: Die fünfzehn Herren sind allesamt höchst qualifizierte Fachleute, die ihren berühmten Sound mit absoluter Präzision zum Klingen bringen, sodass man schon genau hinschauen muss, um sich zu vergewissern, dass da nicht einfach Fernseh-Playback gespielt wird. Ob man da anscheinend Tenorhorn nur mit ständig wippenden Knien spielen kann, das sei dahingestellt.

Wer die Musik genießen wollte, tat gut daran, gelegentlich die Augen zu schließen und sich von dem Musikantenstadl-Getue nicht stören zu lassen, denn rein musikalisch war alles geboten, was man sich als Egerländer-Fan wünschen kann. Da passt einfach alles zusammen, von der Virtuosität des einzelnen Musikers bis hin zur Beschallung, die perfekt abgestimmt ist und zum optischen Eindruck, der auf Großbildwand zusätzlich animiert wird.

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"Großartig"

"Ist das nicht großartig" konnte da auch Moderator Georg Ried nur noch kommentieren, der ansonsten eher mit Uralt-Musikerwitzen und diversen Werbesprüchen für CDs und seine Rundfunksendung das Publikum zu unterhalten versuchte. Einen gehörigen Beitrag zum Gelingen des Ganzen steuerte das Gesangsduo Katharina Praher und Nick Loris bei, die es verstanden, mit ihren Vorträgen das Publikum zu begeistern, wobei sie nicht versäumten, dieses immer wieder zum Mitklatschen zu animieren.

Das taten die Besucherinnen und Besucher auch gerne, wenngleich sich das Orchester gelegentlich einen Spaß daraus machte, sie mit unerwarteten Ritardandi wieder zu bremsen.

Ernst Hutter selbst und einige seiner Musikanten präsentierten sich auch als Solisten von hohem Format und zeigten ihre ganze Bandbreite von den "klassischen" böhmischen Komponisten wie Karel Vacek, Vaclav Vackar oder Koral Padivy über "ihren" Ernst Mosch bis hin zu eigenen Kompositionen von Ernst Hutter oder Nick Loris oder einer Barbra-Streisand-Melodie und dem rasanten "Hummelflug".

Begeisterter Applaus

Bei den Zugaben nach dem brillanten "Astronautenmarsch" waren die "Egerländer" dann großzügig und dankten so ihrem Publikum nach gut drei Stunden für anhaltend-begeisterten Applaus.

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