1. Startseite
  2. Lokales (Neu-Ulm)
  3. Zu wenig Krippenplätze: Kindergarten in Leibi wird erweitert

Nersingen

27.07.2017

Zu wenig Krippenplätze: Kindergarten in Leibi wird erweitert

In der Gemeinde Nersingen fehlen die Krippenplätze. Deshalb soll der evangelische Kindergarten in Leibi, der ohnehin saniert wird, erweitert werden.
Bild: Andreas Brücken

Nersingen steht unter Druck. Der Gemeinderat hat deshalb umfangreiche Beschlüsse gefasst. Wie die Einrichtung später aussehen soll und an wo sich auch etwas tun könnte.

Die Zeit drängt: Es gibt immer mehr kleine Kinder in der Gemeinde Nersingen – und nicht genügend Krippenplätze. Der Druck ist groß, einige Eltern haben laut Bürgermeister Erich Winkler bereits deutlich gemacht, klagen zu wollen, sollten sie für ihren Nachwuchs keinen Platz bekommen. Deshalb hat der Nersinger Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung einen umfangreichen Beschluss gefasst: Der evangelische Kindergarten in Leibi wird nun nicht nur saniert, sondern zudem erweitert. Zu den bisherigen drei Kindergartengruppen soll eine Krippengruppe dazu kommen. Wie die Pläne dafür aussehen – und an welchen Standorten sich auch etwas tun könnte.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Nicht nur die Anzahl der Geburten im Gemeindegebiet (inklusive Zuzüge) sei in den vergangenen Jahren gestiegen, sondern auch der Anteil, der einen Krippenplatz brauche. „Wir haben erst im Februar gesehen, was tatsächlich auf uns zukommt“, sagte Bürgermeister Winkler. In einem Gespräch mit den Kindergartenleitungen und -trägern wurde vereinbart, dass im Zuge der ohnehin anstehenden Sanierung des Kindergartens in Leibi dort eine zusätzliche Kinderkrippengruppe mit zwölf Plätzen geschaffen werden soll. Der Plan des Ingenieurbüros Müller aus Weißenhorn sieht vor, ein Teil des bestehenden Gebäudes abzureißen und auf dem westlichen Teil des Kindergartens eine zweite Etage aufzusatteln. Oben soll später eine Kindergartengruppe Platz finden, unten die Krippenkinder untergebracht sein. Fast 300 Quadratmeter mehr Raumgröße soll die Erweiterung bringen.

Gesprächsbedarf gab es in der Sitzung bei der Dachform für den Erweiterungsbau: Die Pläne sehen ein Flachdach vor, um so wenig Grundfläche wie möglich zu überbauen. Dafür bräuchte es eine Befreiung vom Bebauungsplan. Dieter Wegerer (Freie Wähler) konnte sich damit jedoch nicht anfreunden. „In Verbindung mit dem alten Gebäude ist das architektonisch furchtbar.“ Sein Antrag, stattdessen eine schräg geneigte Dachfläche zu wählen, wurde jedoch mit 15 Gegenstimmen abgelehnt. Am Ende beschloss der Rat den Umbau und die Erweiterung auf Grundlage der derzeitigen Planungen und stimmte dem Bauantrag zu.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Nach Berechnungen des Ingenieurbüros Müller aus Weißenhorn betragen die Kosten nach derzeitigem Stand rund 1,5 Millionen Euro brutto. Diese Summe muss die Gemeinde jedoch nicht alleine schultern: Laut Winkler gab es bereits ein Gespräch mit der Regierung von Schwaben, die kommenden Monat ein neues Förderprogramm starten will. Um die 600000 Euro an Zuschüssen könnte Nersingen dann bekommen. Die Kosten für die Planungen werden in diesem Haushaltsjahr fällig und sollen von Rücklagen bezahlt werden. „Wir können das stemmen, ohne Kredite aufzunehmen“, sagte Kämmerer Sebastian Bundschuh. Die weiteren Kosten werden dann im Haushaltsplan 2018 berücksichtigt. „Da müssen wir uns sicherlich Gedanken machen, ob andere Projekte zurückgestellt werden“, so Bundschuh.

Etwas überrumpelt hatten sich einige Gemeinderäte gefühlt, weil die Erweiterung noch kurzfristig der ursprünglichen Tagesordnung hinzugefügt worden ist. So hätte sich Silvia Wäsnig (SPD) gewünscht, dass der Gemeinderat früher in die Planungen einbezogen worden wäre. Bürgermeister Winkler entgegnete: „Ich habe gewusst, dass dieser Vorwurf an die Verwaltung kommen wird. Den Schuh ziehe ich mir aber nicht an.“ Denn dieser dringende Bedarf an Krippenplätze sei vorher – auch von den Kindergärten selbst – nicht absehbar gewesen. Er räumte ein: „Im Februar schon – und diese drei Monate hätten uns auch gutgetan.“ Dennoch: „Wenn wir im Hintergrund nichts getan hätten, hätten wir Ihnen heute nicht diese Planungsunterlagen vorlegen können.“ Lob für die schnelle Reaktion der Verwaltung kam dagegen von Anja Mayer-Ley (CSU) und Wegerer. Er sagte: „Wir sollten dankbar sein, dass das so schnell aus dem Hut gezaubert wird.“ Christine Seidel (CSU) ergänzte: „Man braucht darüber jetzt eigentlich nicht mehr zu diskutieren. Jetzt ist der Bedarf da. Da müssen wir etwas machen.“

Doch auch, wenn die neue Krippengruppe in Leibi da ist – auf Dauer wird wohl auch das nicht ausreichen. Albert Riedl (SPD) merkte an: „Es ist jetzt schon absehbar, dass wir sicherlich mehr Bedarf haben.“ Dem stimmte Winkler, der hofft, dass die neue Krippengruppe im September 2018 starten kann, zu: „Mit der einen Maßnahme ist es nicht getan. Wir werden uns damit auseinandersetzen müssen – und das nicht erst nächstes Jahr.“

Derzeit gebe es zwei Krippengruppen in Oberfahlheim, eine in Straß, und nach den Baumaßnahmen eine in Leibi – Nersingen selbst fehle also noch. Darüber und vor allem über eine weitere Gruppe in Oberfahlheim, die schon einmal angedacht war, wolle man frühzeitig diskutieren – um bei einer erneuten „Drucksituation“ nicht lanfe prüfen zu müssen. „Wir sollten zumindest Überlegungen in der Schublade haben, die wir bei Bedarf rausziehen können“, sagte Winkler.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren