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13.06.2016

Zupf-Paar mit funkelnden Saitensprüngen

Riesenapplaus gab es für das Duo Saitensprünge.
Bild: Roland Mayer

Duo beeindruckt in Martin-Luther-Kirche

Weder König Fußball noch Regen konnten den Wiblinger Bachtagen ihre „Saitensprünge“ in der Ulmer Martin-Luther-Kirche vermasseln. Vor stattlicher Zuschauerkulisse beeindruckten Gitarrist Maximilian Mangold und Harfenistin Mirjam Schröder mit einem geschliffenen Crossover-Intermezzo.

In den gut acht Jahren seines Zusammenwirkens schrieben viele Komponisten dem klangintimen Zupf-Duo Werke ins Repertoire – darunter auch die Argentinier Sergio Bosser, Narciso Saúl und Maximo Diego Pujol. Letzterer unternimmt übrigens im Rahmen seiner Europatournee am 16. September einen Konzert-Abstecher in den Club Orange des Ulmer Einsteinhauses. Seine „Suite Mágica“ perlte in der Martin-Luther-Kirche wie eine musikantische Klang-Collage – auf den Harfen-Flügeln einer Boggie-Line im Tangoteil und einem jazzig melodisierten Candombe.

Das Duo des 50-jährigen Konzertgitarristen aus Leimen und seiner Partnerin, die seit Herbst vergangenen Jahres Professorin an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien ist, besticht durch makellose Technik und individuelle Gruppen-Dynamik. Das entfaltet sich mit perlender Virtuosität in zarten Klangschlieren und Fingerspitzengefühl fürs Ausformen eines still funkelnden Saiten-Kosmos.

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Die zeitgenössische südamerikanische Literatur ist – wie bei Bossers „Piezas del Paranà“ von 2010 oder Saúls ein Jahr älterer „Suite para Arpa y Guitarra“, spätromantisch ausgemalt und bittersüß folkloregetränkt. Der Tango muckt in Klopflauten der Gitarre auf. Ansonsten swingt es leger. Das konzertante Melos unterstützt die Harfenistin mit Echos, die nicht nur leise klingen, sondern mit fülligen Schattierungen samtige Kontraste erzeugen. Der „Vals“ , der mit hauchzarten Harfengirlanden eher an eine Musette erinnert, mündet im weichdunklen Moll. Der Milonga lodert durchs Kirchenschiff.

Überfließende Satzgefüge

Ineinander überfließendes Satzgefüge treibt die beiden sensiblen Interpreten bei der „Fantasia Concertante“ des Brasilianers Marco Pereira endgültig zur konzertanten Kammerkunst. In Piazollas Tango-Arrangement „Der Tod des Engels“ dramatisiert der Gitarrist den Tango Nuevo gefühlvoll mit den Klangfarben der Laute. Wird sein klassisches Solo mit Bachs Adagio und Fuga aus der g-Moll-Sonate zum feingliedrigen Gebilde markant fokussierter Zielpunkte, modelliert Mirjam Schröder Carl Philipp Emanuel Bachs Harfensonate G-Dur zum wunderbaren Klangerlebnis durch Zeit und Raum: Riesenapplaus.

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