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Neu-Ulm

03.05.2019

Zwei Comic-Füchse erklären Grundschülern Berufe bei Evobus

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Drei bei Evobus erlernbare Berufe werden von den „Zukunftsfüchsen“ Grundschülern per „Minipraktikum“ mit nachgebauten Arbeitsplätzen nähergebracht. Die Comic-Füchse Carl und Cari tauchen wie auf dem Foto auch in einer dazugehörigen Broschüre auf.
Bild: Alexander Kaya/Bearbeitung: Carina Volk

Plus Eine Holzheimerin hat mit einem Projekt Großes vor. Daimler-Buswerk ist erster Partner und will so Berufsbilder schon in Grundschulen verankern.

Der Weg für die zwei Comic-Füchse Carl und Cari ist frei: Das Logo hat eine professionelle Grafikerin gestaltet, die Broschüren, samt Carl-und-Cari-Blöcken, sind gedruckt und Carl und Cari wird es auch bald als Plüschfiguren geben. Ende Mai werden die „Zukunftsfüchse“ in der Neu-Ulmer Grundschule in der Stadtmitte Premiere feiern. Und an mehreren Spielstationen Berufe näherbringen, die sich bei Evobus erlernen lassen.

Erfunden, gestaltet und finanziert hat dieses höchst professionell anmutende Kinder-Bildungsprojekt nicht etwa Daimler oder ein Akteur aus der Medien- und Marketingbranche, sondern eine 25-jährige Studentin aus Holzheim, die jeden Tag zur Uni Augsburg pendelt. „Da hat man viel Zeit zum Nachdenken“, sagt Carina Volk. Und so kam ihr im ersten Semester vor drei Jahren der Gedanke, warum man in der Schule eigentlich so spät mit dem Thema Beruf konfrontiert wird. Berufserfahrung bringt sie mit: Vor dem Lehramtsstudium schloss die in Beuren bei Pfaffenhofen aufgewachsene Studentin eine Lehre als Kauffrau für Groß- und Außenhandel erfolgreich ab. Mit dem Konzept Zukunftsfüchse will Volk Grundschulkinder nun spielerisch an Firmen und den Berufen dahinter heranführen. Gedacht war ihr Zukunftsfüchse getauftes Projekt eigentlich als Zulassungsarbeit zum Staatsexamen. Doch ihr begeisterter Dozent Veith Rühling habe sie erst einmal zum Patentanwalt geschickt: Damit niemand mehr ihre Idee klauen kann. „Das hat viel Erspartes gekostet“, sagt Volk. Für professionelle Druckwerke, Unterrichtsmaterialien und etwa kleine Carl-und-Cari-Magnete ging schon zuvor eine Menge Geld drauf. Ihr eigenes und Zuschüsse der Eltern. Denn um unabhängig zu sein, habe ihr der Dozent geraten, erst später auf Partner in der Wirtschaft zuzugehen.

Zahnklinik Pous CD und Landgasthof Hirsch wollen mitmachen

Und nun – in der Realisierungsphase angelangt – rennt sie dort offene Türen ein: Mit der Daimlertochter Evobus ist gleich der größte industrielle Arbeitgeber der Region mit an Bord. Und auch die Zahnklinik Opus DC und der Landgasthof Hirsch habe bereits zugesagt. Mit anderen bekannten Unternehmen gebe es erste, vielversprechende Gespräche.

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Premiere feiern die Zukunftsfüchse Carl und Cari am Dienstag 21. Mai. Sechs bis acht Evobus-Auszubildende zeigen an vier Stationen drei Berufe, die man im Neu-Ulmer Buswerk ergreifen kann: Fertigungsmechaniker/in, Fahrzeuginnenausstatter/in und Fahrzeuglackierer/in. Jede Station bringt die typischen Tätigkeiten des Berufs und somit den Berufsalltag den Schülern näher. „Ich bin immer bemüht mindestens eine Station ähnlich wie den echten Arbeitsplatz nachzubauen, sodass die Schülerinnen und Schüler eben ein so gut wie möglich reales Bild bekommen von den Berufen“, sagt Volk. Für das Projekt bei Evobus fertigte ihr Cousin, der passenderweise Schreiner ist, etwa eine Werkbank für Fertigungsmechaniker an. Detailgetreu mit Boxen für Schraubenzieher oder Feilen. Und natürlich im Carl-und Cari-Design. Mit nach Hause nehmen die Schüler eine selbst gebaute Stiftbox inklusive Carl-und-Cari-Magnet.

Den richtigen Beruf zu finden ist nicht leicht

An der Station für den Beruf Fahrzeugausstatter/in wird Stoff geschnitten und die Lackierer gehen mit echter Air-Brush-Technik um. Jeder Schüler erhält am Ende einen „Arbeitspass“ und eine Broschüre mit Rätseln als Erinnerung und Bestätigung. „Das ist mega“, zeigt sich Nadine Schmid, die Konrektorin an der Neu-Ulmer Grundschule in der Stadtmitte begeistert. Ein derart durchdachtes Konzept einer Studentin sei sehr ungewöhnlich. Zumal Schmid dem Projekt Zukunftsfüchse anmerke, dass die Urheberin gerne mit Kindern arbeitet und ihr Fach verstehe: Die einzelnen Sequenzen seien kindgerecht pädagogisch korrekt kurz gehalten und es sei absehbar, dass die Kinder mit Freude dabei sein werden. Das sei bei anderen Projekten externer Partner nicht immer so.

Volk ist überzeugt, dass die Grundschule der richtige Ort ist, um sich mit dem Thema Berufe zu befassen. Der Berufsfindungsprozess sei schwer und langwierig. Erste Orientierungshilfen würden so bereits in der 4. Klasse auf fruchtbaren Boden fallen und Neugierde wecken. Und aus dem anonymen Buswerk vor der Haustüre wird plötzlich ein begreifbarer Ort, zu dem die Kleinen durch zwei kleine Füchse eine Verbindung haben.

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