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Senden/Pfaffenhofen

16.06.2016

Zwei Hunde töten Reh: Polizei geht zehn Hinweisen nach

Zwei Hunde haben in Senden eine Rehgeiß und ihr ungeborenes Kitz im Jagdrausch getötet. Die Bestürzung über den Fall, der sich bereits am Pfingstmontag ereignete und vor einigen Wochen bekannt wurde (wir berichteten), war und ist unter Tierfreunden noch immer groß.
Bild: Tom Engel (Symbol)

Zwei Hunde haben in Senden eine Rehgeiß und ihr ungeborenes Kitz im Jagdrausch getötet. Nach dem Angriff in Senden haben Ermittler einige Hunde überprüft.

Zwei Hunde haben in Senden eine Rehgeiß und ihr ungeborenes Kitz im Jagdrausch getötet. Die Bestürzung über den Fall, der sich bereits am Pfingstmontag ereignete und vor einigen Wochen bekannt wurde (wir berichteten), war und ist unter Tierfreunden noch immer groß. Wie der zuständige Sendener Polizist nun mitteilt, gingen in den vergangenen Tagen etliche Hinweise ein.

Die beiden Hunde sind von einer Wildtierkamera während der Attacke gefilmt worden. Wie berichtet, fehlt von den beiden Hunden geschweige denn deren Haltern bislang jede Spur, doch etwa zehn Hinweise bei der Sendener Polizei eingegangen. „Die Anrufer haben uns auf Besitzer der beiden sehr seltenen Hunderassen hingewiesen“, sagt der zuständige Sachbearbeiter des Falls. „Wir haben die Hunde überprüft, aber einen Hinweis konnten wir bislang nicht finden.“ Nachdem die Polizei die Bilder der Wildtierkamera ausgewertet hatte, kam sie zu dem Schluss, dass es sich um Hunde zweier Rassen gehandelt haben muss: ein Rhodesian Ridgeback und ein Magyar Vizsla. Theoretisch könnte ein DNA-Test Aufschluss geben. Doch dieser werde in einem Fall wie diesem nicht gemacht – aus Kostengründen. Ein Abgleich der Speichelspuren am Reh und an allen Hunden der entsprechenden Rasse wäre teurer als der entstandene Schaden, so der Sachbearbeiter der Polizei.

Ermittlungen in vier Wochen eingestellt, wenn kein entscheidender Hinweis eingeht

Er kündigt an, dass die Ermittlungen etwa in vier Wochen eingestellt werden, wenn in dieser Zeit kein entscheidender Hinweis eingeht. So lange arbeiten die Sendener Polizisten in dieser Sache eng mit dem Operativen Ergänzungsdienst in Neu-Ulm (OED) zusammen. Dort sind die Hundeführer der Polizei stationiert. Seit Dienstag wird in der Abteilung ein ähnlicher Fall wie der in Senden bearbeitet, der nur zwei Tage später stattfand: Ein Hund hat zwischen Niederhausen und Marienfried ein ebenfalls trächtiges Reh gerissen (wir berichteten). Wie Günter Gillich, Leiter des OEDs, mitteilt, riechen Hunde die vielen trächtigen Rehe, die zurzeit unterwegs sind. Dadurch werde ihr Jagdinstinkt geweckt, der ihnen sagt, dass Geißen leichte Beute sind, da diese nur langsam oder gar nicht flüchten können. „Ein einzelner Hund hätte gegen ein gesundes Reh keine Chance“, sagt Gillich.

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Welche Rasse die Geiß in Pfaffenhofen gerissen hat, möchte der Polizist nicht sagen. „Es war ein Hund mittlerer Größe.“ Nach einem solchen, der frei im Wald – ohne Herrchen – herumläuft, gelte es, Ausschau zu halten. Gillich will nicht ausschließen, dass es sich dabei auch um einen ausgesetzten Hund handeln könnte. „Erst kürzlich haben wir einen an der Autobahn in Elchingen entdeckt, der wohl von seinen Besitzern dort abgesetzt und nicht abgeholt wurde.“ Solche Tiere könnten mit der Zeit ausgewildert im Wald ihr Unwesen treiben.

Hinweise In beiden Fällen bittet die Polizei um Hinweise unter 0731/8013420 oder 07307/910000.

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