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Neu-Ulm

17.03.2012

Zweite Chance für altes Donaubad

Das alte Donaubad befindet sich seit Jahren in einem Dornröschenschlaf. Bis hier neu gebaut wird, könnte das Gelände den Kulturbiergarten aufnehmen, der von der Flussmeisterei weichen muss.
Bild: Ranft

Verwaltung soll untersuchen, ob das Gelände für Kulturbiergarten geeignet ist

Bürgermeister Hölzel fürchtet Kosten und Lärm

Kulturbürgermeister Gerhard Hölzel ( SPD), die der Sitzung leitete, listete für die Stadträte die Hindernisse auf, die einer solchen Nutzung entgegenstünden: Das Gelände gehöre nicht der Stadt allein. Auch Ulm habe dort seinen Anteil. Und der gemeinsame Stadtentwicklungsausschuss sei schon dabei, die Landschaft zu verplanen. Gewerbe oder auch ein Hotel könnten jederzeit angesiedelt werden, so dass eine Zwischennutzung wohl entfalle. Außerdem entstünden beiden Städte erhebliche Kosten fürs Herrichten des Platzes, nicht zu vergessen der Lärm, der bis hinüber zum Ulmer Galgenberg dringen werde.

Doch keines dieser Argumente wollten die Stadträte gelten lassen. Rainer Juchheim (Grüne), der die Veranstalter finanziell am Herrichten des Geländes beteiligen wollte, hielt eine auch nur kurzfristige Zwischennutzung für durchaus möglich. „Die Veranstalter hatten auch in der Vergangenheit nur Jahresverträge.“ Hölzels Argument, es müssten für die Ertüchtigung große Maschinen her und es sei mit Kosten zwischen 30000 und 80000 Euro zu rechnen, wies Juchheim als nicht erwiesen zurück.

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„In Neu-Ulm müssen die Leute nicht nur wohnen, sie müssen auch Kultur erleben können“, betonte 3. Bürgermeisterin Christa Wanke (CSU). Das Donaubadgelände werde wegen seiner ungünstigen Lage wohl nicht so bald verkauft, folglich sei eine Zwischennutzung durchaus denkbar. So auch SPD-Sprecher Karl-Martin Wöhner, der die Eignung untersuchen lassen und die bisherigen Veranstalter auf der Flussmeisterei den Umbau finanzieren lassen wollte. Für die FDP plädierte Alfred Schömig ebenfalls für den Erhalt des Biergartens und regte an, erst mal die genauen Kosten ermitteln zu lassen. Die Freien Wähler legten daraufhin gleich einen formalen Antrag vor, die Kosten für die „Ertüchtigung eines etwa 3500 Quadratmeter großen Abschnitts des Freibads vorzustellen“.

Widerstrebend erklärte Bürgermeister Hölzel schließlich die Bereitschaft der Verwaltung, „eine vertiefende Untersuchung zur Eignung des alten Donaubads zu führen.“ Ohne förmlichen Beschluss wurde das Untersuchungsergebnis für die übernächste Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses zugesagt.

Kurzfristige Überlegungen, den „Schwal“ zum sommerlichen Biergarten zu entwickeln, wies Ulrich Seitz (SPD) empört zurück: „Für das Kulturdenkmal Schwal verbieten sich bestimmte Nutzungsformen.“ FDP-Rat Schömig dagegen wollte die Anlage an Sommerwochenenden durchaus hin und wieder „bespielen“, und Christa Wanke könnte sich dort „Kultur im öffentlichen Raum“ vorstellen und vielleicht nach Londoner Vorbild auch eine Art „Speaker´s Corner“ anlegen lassen.

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