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Landkreis Neu-Ulm

20.08.2020

Zweite Corona-Welle im Kreis Neu-Ulm? Das müssen Urlauber wissen

Kommt es im Kreis Neu-Ulm zu neuen Corona-Einschränkungen? Das Landratsamt entscheidet fallabhängig.
Bild: Alexander Kaya

Plus Zwei Drittel der jüngst bestätigten Corona-Neuinfektionen im Kreis Neu-Ulm gehen auf Reisende zurück. Wie ist die Lage und was müssen Urlauber beachten?

Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen einer Woche hat im Landkreis Neu-Ulm in den vergangenen Tagen wieder zugenommen. Etwa zwei Drittel der seit vergangenen Freitag gemeldeten Fälle sind nach Angaben des Neu-Ulmer Gesundheitsamt auf Reiserückkehrer zurückzuführen. Sie waren in Kroatien, Bulgarien und dem Kosovo. Welche Folgen hat das für Urlauber - oder gar den kompletten Landkreis?

Bei der Bewertung der Corona-Lage im Kreis orientiert sich das Gesundheitsamt am sogenannten Schwellenkonzept der Bayerischen Staatsregierung. Dabei sind als Signalwert 35 Neu-Infektionen pro 100.000 sowie als Schwellenwert 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen innerhalb des Kreises festgelegt.

So hat sich der Corona-Schwellenwert im Landkreis Neu-Ulm entwickelt

Rund um den 20. Juni war dieser Schwellenwert im Landkreis Neu-Ulm schon mal bei Null angekommen, als es im Kreis zehn Tage lang keine Neuinfektion gab. Überschritten wurde der Schwellenwert seit der Aufzeichnung der Corona-Fallzahlen Anfang März bislang an elf direkt aufeinanderfolgenden Tagen: im Zeitraum zwischen dem 1. und 11. April. Der Höchstwert war am 3. April mit 63 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Aktuell liegt dieser Wert im Kreis Neu-Ulm bei 18 Neuinfektionen. Nach über 15 Wochen im mittleren einstelligen Bereich ist er jetzt wieder zweistellig.

Die Sorge vor einer zweiten Welle "ist natürlich da", sagt Kerstin Weidner, Sprecherin des Landratsamtes Neu-Ulm, auf Nachfrage unserer Redaktion. Ob es aber zu neuen Einschränkungen kommt, hängt nicht nur allein von diesen Werten ab. Ein besonderes Augenmerk liegt auch auf der Entwicklung von Hot-Spots oder Clustern. Also ob sich die Neuinfektionen auf einen bestimmten Ort konzentrieren oder nicht. So wie zum Beispiel im Fall der Firma Tönnies in Nordrhein-Westfalen oder eines Spargelhofs in Aichach-Friedberg.

Zu Vergleichbarem sei es in den vergangenen Wochen im Landkreis Neu-Ulm bisher nicht gekommen, sagt Weidner. Grundsätzlich sei die Bewertung des Infektionsgeschehens immer fallabhängig. "Wir können nicht im Voraus pauschal vorhersagen, welche Maßnahmen ergriffen werden, sondern werden je nach Situation beurteilen, was angemessene Eindämmungsmaßnahmen sind", erklärt sie und appelliert, sich weiterhin an die Vorsichtsmaßnahmen wie Hygieneregeln, Abstandsregeln und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zu halten.

Was Reiserückkehrer aus dem Landkreis Neu-Ulm beachten müssen

Menschen aus Bayern und somit auch aus dem Landkreis Neu-Ulm, die aus einem laut Robert-Koch-Institut definierten Risikogebiet einreisen, müssen aber noch mehr beachten: Diese Personen müssen sich umgehend 14 Tage in Quarantäne begeben und das Landratsamt über die Einreise informieren.

Außerdem besteht die Pflicht, sich auf das Coronavirus testen zu lassen. Bei dem Test muss es sich um einen PCR-Test (molekularbiologischen Test) handeln. Antikörpertests, Screenshots von Apps oder ähnliches werden nicht akzeptiert.

Die Einreisemeldung und das Testergebnis müssen über ein Online-Formular an das Landratsamt Neu-Ulm gesendet werden. Ist der Test negativ, kann die Quarantäne vorzeitig beendet werden.

Wo kommt das Corona-Testzentrum im Landkreis Neu-Ulm?

Um für die große Rückreisewelle zum Ende der Sommerferien hin gerüstet zu sein, sollen im Freistaat Bayern in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt ein Corona-Testzentrum eingerichtet werden. Wo das im Kreis Neu-Ulm hinkommt, ist noch immer unklar. Es habe sich mittlerweile eine Koordinierungsgruppe Corona im Landratsamt Neu-Ulm getroffen. Dabei seien Vertreter der Verwaltung sowie der unterschiedlichen Organisationen eingeladen gewesen, die voraussichtlich für die Einrichtung des Testzentrums benötigt werden. Außerdem sei ein gemeinsamer Fragenkatalog an die Regierung erstellt worden.

"Sobald wir die benötigten Informationen erhalten haben, werden wir uns zügig an die Umsetzung machen und die Öffentlichkeit über die bestehenden Möglichkeiten informieren", teilt Weidner mit. Es werde angestrebt, auf Strukturen, die sich während des Katastrophenfalls gebildet haben, zurückgreifen.

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