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Ulm

17.04.2015

Zweiter Frühling für Gardena

Nur zehn Prozent des Umsatzes werden außerhalb von Europa generiert

Es läuft beim Ulmer Unternehmen für Gartengeräte. Bei Einweihung einer neuen Logistikhalle lobte der Chef des Mutterkonzerns die neue Rolle der Tochter

Ulm Fast zehn Jahre nach dem Kauf des Ulmer Vorzeigeunternehmens hat Gardena von Husqvarna nun wieder mehr Freiheiten. „Gardena ist jetzt eine eigene Division in der Gruppe“, sagte der aus Schweden angereiste Vorstandsvorsitzende Kai Wärn bei der Einweihung der neuen Logistikhalle am Freitag.

Wärn habe „große Erwartungen“, was die Entwicklung der Ulmer Tochterfirma angeht, die jetzt neben dem Hauptsitz in Schweden und dem Standort in Charlotte auch formal zu den drei wichtigsten Standorten des schwedischen Großunternehmens gehört. Erstmals wurde in der jüngsten Bilanz des Mutterkonzerns Gardena eigens ausgewiesen. 450 Millionen Euro Umsatz wurden mit allerlei Gartenpflegegeräten erzielt. „2014 war ein hervorragendes Jahr für Gardena“, sagt Värn.

Ulm ist nicht nur Standort der neuen Division Gardena sondern auch das europäische Husqvarna-Drehkreuz. Das heißt, auch sämtliche Produkte der anderen Marken aus der Gruppe wie McCulloch oder Flymo treten vom Donautal aus ihre Reise ins restliche Europa an. Sascha Menges ist sowohl Gardena-Chef als auch Leiter von Husqvarna in Deutschland. Diese sieht er auf einem guten Weg: Seit das Deutschlandgeschäft der Marke Husqvarna im Jahr 2010 nach Ulm gewechselt ist, konnte der Umsatz hierzulande verdoppelt werden. Die neue Logistikhalle für acht Millionen Euro, die am Freitag 14 Monate nach dem Spatenstich offiziell in Betrieb genommen wurde, sei ein wichtiger Baustein um den Standort weiter wachsen zu lassen. Eine auf 2020 ausgerichtet „Wachstumsstrategie“ werde zur Zeit diskutiert.

Die Stoßrichtung ist klar: „Wir machen nur zehn Prozent unseres Umsatzes außerhalb von Europa“, sagte Sascha Menges. Doch auch in Ost- und Südeuropa gebe es noch viel Potenzial. Mit innovativen Produkte wolle Gardena weitere Marktanteile erobern. Dieses Jahr wurden etwa frostbeständige Varianten der Kunststoffklassiker und ein neuer Rasentrimmer vorgestellt. Geforscht wird insbesondere an Mährobotern und immer leistungsfähigeren akkubetriebenen Geräten. Im vergangenen Jahr eröffnet auf dem Werksgelände im Donautal wie berichtet ein neues Entwicklungszentrum für Elektro- und Akkutechnik der Husqvarna Gruppe. Gardena Chef Menges bezeichnet die wieder gewonnene Freiheit als einen „wichtigen und richtigen Schritt.“ Aber vollkommen selbstständig wolle Gardena nicht werden. Denn ohne den Konzern mit 3,5 Milliarden Euro Jahresumsatz und insgesamt über 14000 Beschäftigten im Rücken hätte Gardena gravierende Nachteile und wäre letztlich nicht derart erfolgreich. Teure Innovationen könnten alleine etwa nicht gestemmt werden. Aber im Verbund sei Gardena auch effizienter in Sachen Einkauf und Vertrieb. Im Donautal beschäftigt Husqvarna 1000 Mitarbeiter, je 300 arbeiten in den Produktionsstätten in Heuchlingen und Niederstotzingen. Ivo Gönner bezeichnete in seinen Grußworten Gardena als Teil der Ulmer Geschichte. Er selbst sei aber gärtnerisch unbegabt: „Ich schau’ lieber vom Liegestuhl mit einem Viertele in der Hand anderen bei der Gartenarbeit zu.“

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