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Roggenburg

01.02.2019

Zwischen Ingstetten und Stoffenried müssen Eichen weichen

Manfred Rolle (links) und Christoph Kohler vom Forstbetrieb Weißenhorn vor einer morschen Eiche, die droht, auf den Weg zu stürzen.
Bild: Andreas Brücken

Die Ingstetter Linie im Forst bei Roggenburg wird drei Tage gesperrt. Von toten Ästen und morschen Bäumen geht nämlich eine Gefahr aus.

Obwohl es nur ein Waldweg ist, schätzen viele Autofahrer die Ingstetter Linie. Ortsansässige und Landwirte nutzen die öffentliche Straße als direkte Verbindung zwischen Stoffenried und Ingstetten. Von Montag, 4. Februar, 8 Uhr, bis voraussichtlich Mittwoch, 6. Februar, 16 Uhr, muss die Strecke jedoch vom Waldeingang südlich von Stoffenried bis zur Kreuzung mit der Verbindungsstraße Ingstetten - Oberwiesenbach gesperrt werden.

An den drei Tagen werden Maßnahmen ergriffen, die der Verkehrssicherheit dienen. Christoph Kohler, stellvertretender Leiter des Forstbetriebs Weißenhorn, erklärt den Hintergrund: „Der Waldweg ist eine schöne Alteichenallee, die wir so lange es geht erhalten wollen. Doch wir machen uns Sorgen, dass etwas passieren könnte.“ 80 alte Eichen säumen die Strecke, 19 davon sind nach Angaben von Revierleiter Manfred Rolle allerdings so morsch, dass sie gefällt werden müssen. Teilweise sind ganze Baumkronen abgebrochen. Zahlreiche Äste sind bereits auf die Fahrbahn gefallen oder drohen, abzubrechen. Deshalb werden bei 37 weiteren Bäumen Totäste und solche, die kritisch werden können, entfernt. Dafür kommt am Dienstag eine Fachfirma mit einer Hubarbeitsbühne zum Einsatz. Die betroffenen Bäume sind mit neongelber Schrift markiert.

Die gefällten Bäume bleiben im Wald liegen

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Mit den Fällungen fangen die Mitarbeiter des Forstreviers schon am Montag an. Es bestehe akute Gefahr, betont Kohler. Sein Kollege zeigt auf einen dicken, etwa sechs Meter langen Ast auf dem Waldboden. Der sei vor einigen Tagen abgebrochen und mitten auf dem Weg gelandet, sagt Rolle. Dennoch hat der Forstbetrieb die Eingriffe in den Wald nicht einfach selbst veranlasst, sondern sich zuvor mit der Abteilung Naturschutz am Landratsamt Neu-Ulm abgestimmt.

Aus Gründen des Naturschutzes bleiben die gefällten Bäume und die entfernten Äste später im Wald liegen. Denn die Gehölze bieten Lebensraum für viele Tiere, zum Beispiel brütende Vögel. Ohnehin seien Eichen von vielen Insekten besiedelt, sagt Kohler. Und wo es viele Insekten gebe, hielten sich auch viele andere Tiere auf.

An einem besonders morschen Stamm verdeutlicht der stellvertretende Betriebsleiter noch einmal die Gefahr, die von abgestorbenen Eichen ausgeht. Bei solchen Bäumen könne es schnell passieren, dass die Wurzeln abfaulen, sagt er. Und dann falle der Baum einfach um. Damit es nicht soweit kommt, müssen Autofahrer vorübergehend die Direktverbindung zwischen Stoffenried und Ingstetten meiden.

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