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Alles Wichtige zum Mega-Gerüst im Ulmer Münster: Das sind die Auswirkungen

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Arbeiten in schwindelerregender Höhe: Alles Wichtige zum Mega-Gerüst im Ulmer Münster

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    Das Riesen-Gerüst im Ulmer Münster wächst Tag für Tag.
    Das Riesen-Gerüst im Ulmer Münster wächst Tag für Tag. Foto: Alexander Kaya

    Riesige Türme aus Stahlstangen ragen bereits vor dem Altar in die Höhe. Dazwischen sieht man Arbeiter der Firma Seibold aus Weißenhorn, die an den Stangen emporklettern oder in 18 Meter Höhe darauf sitzen. Bis auf diese Höhe etwa ist das riesige Gerüst im Ulmer Münster nämlich bereits gewachsen. 40 Meter hoch wird der 110-Tonnen-Koloss am Ende sein. Und er wird für lange Zeit im Kirchenschiff bleiben.

    Mitarbeiter der Firma Seibold klettern am Gerüst – mit einem Gurt sind sie gesichert

    Vor einer Woche haben die Gerüstarbeiten begonnen. Acht Tieflader haben bereits Teile für das Gerüst angeliefert – manches lagert noch im Freien am südlichen Münsterplatz. Mit einer elektrischen Seilwinde können die Gerüstbauer Teile nach oben fahren. In der Höhe sind sie mit einem Klettergurt gesichert.

    Höhenangst darf man bei dieser Arbeit nicht haben, sagt Firmenchef Johannes Seibold. Andererseits sei es nur menschlich, wenn der Puls dort oben höher schlägt. „Es ist weit oben, es wackelt.“ Etwas weniger aufregend wird der Eindruck, wenn eine große Plattform auf 20 Meter Höhe eingebaut wird.

    Insgesamt wird es drei Plattformen in der Höhe geben: noch eine direkt unter der Decke der Kirche und eine etwas drunter in U-Form. Die Plattformen einzubauen, sei eine große Herausforderung, sagt Seibold. „Es muss alles genau passen.“ Viel Vorplanung sei dafür notwendig – dabei gab es Unterstützung von Peri und der Münsterbauhütte.

    Das Mega-Gerüst nimmt 28 Meter in der Länge ein und füllt mit 13 Metern die Breite des Mittelschiffs aus. Teile des riesigen Weltgerichtsfreskos vor dem Altar sind vom Gerüst bereits verdeckt. Nur über Druck wird das Gerüst im Mittelschiff verankert, wird sozusagen an die Wand gepresst, erklärt Seibold. Links und rechts am Gerüst werden aktuell Treppentürme aufgebaut. Für die Mitarbeiter der Firma Seibold ist das Mega-Gerüst ein besonderer Auftrag – wegen der Ausmaße, aber auch wegen des besonderen Orts.

    Fünf Aufgaben werden auf dem Mega-Gerüst im Ulmer Münster erledigt

    Das Gerüst wird für mehrere Aufgaben benötigt: Das 160 Quadratmeter große Weltgerichtsfresko muss untersucht und repariert werden, genauso die Wand- und Deckenflächen. Auch die Pfeiler zwischen den Glasfenstern hoch oben im Mittelschiff sind marode. Obendrein wird das Gerüst durch die Fenster nach außen verlängert, um die Brüstungen dort sanieren zu können.

    Erst in der Höhe können die Schäden etwa des Freskos genau in Augenschein genommen werden, erklärt Markus Gebhardt, der die erkrankte Münsterbaumeisterin Heidi Vormann vertritt. Erst dann seien Risse, Fehlstellen und Schimmel wirklich wahrnehmbar. Noch in diesem Jahr sollen die Untersuchungen abgeschlossen sein. Dann sind die Ausmaße der Schäden bekannt und es ist klar, was genau zu tun ist.

    Riesen-Gerüst im Ulmer Münster wächst in die Höhe

    Riesen-Gerüst im Ulmer Münster wächst in die Höhe Riesen-Gerüst im Ulmer Münster wächst in die Höhe
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    Mitarbeiter von Seibold Gerüstbau aus Weißenhorn sind aktuell dabei, den 100-Tonnen-Koloss im Kirchenschiff aufzustellen.

    Am 7. Januar haben die Arbeiten begonnen. Zuerst wurden Kirchenbänke ausgebaut und Betonfundamente gegossen. Der Gerüstaufbau startete vor einer Woche – er soll in gut einem Monat schon abgeschlossen sein. „Ich bin jedes Mal fasziniert, wie schnell es geht“, sagt der Ulmer Dekan Torsten Krannich. Unter dem Boden befinden sich Gänge einer alten Fußbodenheizung – auch sie mussten wegen des schweren Gerüsts und der Arbeiten gesichert werden.

    Die Gottesdienste finden aktuell in der Turmhalle statt. 80 Plätze gibt es und die seien immer voll besetzt. „Es ist ein ganz anderes Raumgefühl“, schwärmt Krannich. Ab Palmsonntag sollen die Gottesdienste wieder direkt im Mittelschiff stattfinden – auf der Seite der Orgel. Dieser Bereich war bisher gesperrt – weil die Gefahr bestand, dass Putz von der Decke herabfällt, was im Münster schon einmal vorkam. Doch nun wird ein Netz unter der Decke aufgespannt, damit der Bereich wieder freigegeben werden kann. „Insgesamt haben wir dann mehr Plätze als in den letzten zwei Jahren“, sagt Krannich.

    Etwa sieben Jahre lang wird das Gerüst das Bild im Münster prägen. Und sind die Arbeiten vor dem Chorraum beendet, wandert es auf die andere Seite des Kirchenschiffs an die Hauptorgel heran, so der Plan.

    Das größte Fresko nördlich der Alpen wird zur größten Herausforderung

    Das größte Fresko nördlich der Alpen wird die größte Herausforderung. Hierfür werden nach der Analyse wirkliche Spezialisten gesucht, betont Gebhardt, denn „da dürfen keine Fehler passieren“. Je nach Ausmaß der Schäden könnte allein für die Sanierung des Weltgerichtsfreskos eine Million Euro anfallen. Es gebe bereits die Zusage, dass die Julius-Rohm-Stiftung die Sanierung unterstützen wird, genauso wie die Analysen und den Gerüstaufbau, so Krannich.

    Für den Dekan ist klar: Die Lichtverhältnisse im Ulmer Münster werden sich durch das Gerüst ändern, besonders durch die großen Plattformen wird Licht wegfallen. Und auch wie sich das Gerüst auf den Klang der Orgel auswirken wird, ist noch unklar. Es könnten Resonanzen entstehen, besonders bei den Bassläufen, sagt Krannich. Das müsse getestet werden.

    Eine Kunstinstallation auf dem Riesen-Gerüst im Ulmer Münster?

    Der Dekan betont aber auch: „Wir versuchen, das Gerüst nicht nur als Last zu nehmen.“ Der Raum ändere sich, daraus könne man auch etwas Gutes machen. So könnte das Gerüst für eine Kunstinstallation genutzt werden – etwa im Rahmen des Münsterjubiläums im kommenden Jahr. Eine große Leinwand soll am Gerüst aufgehängt werden, um darauf etwas zu projizieren, kündigt Krannich an.

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