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Biberach
11.01.2022

Kind stirbt bei Schwimmkurs: Ermittlungen gegen Aufsichtsperson und Notärztin

Bei einem Schwimmkurs in Biberach ist ein Kind gestorben. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.
Foto: Roland Furthmair (Symbolbild)

Hätte der Tod des Jungen verhindert werden können? Nach dem tragischen Vorfall in einem Schwimmbad in Biberach ermittelt nun die Staatsanwaltschaft gegen zwei Frauen.

Nach dem Tod eines Kindes in einem Schwimmbad in Biberach hat die Staatsanwaltschaft Ravensburg nun Ermittlungen eingeleitet. Das Verfahren richtet sich gegen eine Aufsichtsperson sowie eine Notärztin. Es geht um die Frage: Hätte der Tod des Jungen verhindert werden können?

Mitte Dezember 2021 starb der fünfjährige Junge. Er hatte an einem Wasserorientierungskurs im Hallenbad von Biberach teilgenommen. Der Kurs fand gemeinsam mit anderen Kindern in einem etwa 15 auf 10 Meter großen Lehrschwimmbecken mit einer Wassertiefe von 0,60 Meter bis 1,35 Meter.

Aufsichtsperson kann Kind in Biberach bewusstlos aus dem Wasser bergen

Eine vor Ort anwesende Aufsichtsperson konnte bewusstlos aus dem Wasser bergen. Trotz der eingeleiteten Rettungsmaßnahmen der Aufsichtspersonen und der später hinzukommenden Rettungskräfte starb das Kind jedoch.

Nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis ist der Junge höchstwahrscheinlich an Ertrinken gestorben, teilen Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Hinweise auf eine Fremdeinwirkung seien im Rahmen der Obduktion nicht festgestellt worden. Auch hätten sich keine Anhaltspunkte ergeben, die auf eine todesursächliche innere Erkrankung des Jungen schließen lassen, heißt es.

Schwimm-Unglück in Biberach: Wurde die Aufsichtspflicht des Kindes verletzt?

Die Staatsanwaltschaft Ravensburg hat nun ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen die damals 24-Jährige eingeleitet, die als eine von zwei Aufsichtspersonen für die Kindergruppe des Wasserorientierungskurses verantwortlich war. Im Rahmen dieses Verfahrens müsse nun mehr geprüft werden, ob die Beschuldigte ihre Aufsichtspflicht verletzt und dadurch den Tod des Kindes fahrlässig verursacht hat.

Darüber hinaus hat die Staatsanwaltschaft Ravensburg ein weiteres Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen eine 51-jährige Notärztin eingeleitet. Es hätten sich Anhaltspunkte ergeben, wonach bei der Reanimation des Kindes der Tubus, der Beatmungsschlauch, zunächst fehlerhaft angebracht worden war. Im Rahmen der weiteren Ermittlungen müsse nun geklärt werden, ob der Junge beim richtigen Anlegen des Tubus hätte gerettet werden können. Die Ermittlungen würden noch andauern. (AZ)

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