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Out-Trade GmbH: Unternehmen aus Ulm ist Marktführer für Faltboote

Ulm

Kajak im Origami-Stil: Wie ein Ulmer Unternehmen zum Platzhirsch wurde

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    Steffen Sator ist Geschäftsführer der Out Trade GmbH in Ulm. Das Unternehmen hat sich zu Deutschlands bedeutendstem Faltboot-Spezialisten entwickelt.
    Steffen Sator ist Geschäftsführer der Out Trade GmbH in Ulm. Das Unternehmen hat sich zu Deutschlands bedeutendstem Faltboot-Spezialisten entwickelt. Foto: Stephan Schöttl

    In ihrem aktuellen Produktkatalog drehen sie die Zeit ganz weit zurück. Bis ins Jahr 500 vor Christus. Schon damals gab es Boote mit abnehmbaren Häuten. Von da an nahm die Entwicklung ihren Lauf. Anfang des 20. Jahrhunderts bestanden Faltboote bereits aus Rattan und Bambusstäben, heutzutage sind es technische und ultraleichte Hightech-Konstruktionen mit Hochdruckschläuchen und einem Minimum an Gestänge. Getüftelt wird auch in Ulm: die Out-Trade GmbH entwickelt und produziert Faltboote. „Mittlerweile bieten wir mit rund 30 verschiedenen Reisebooten Europas größtes Sortiment an“, sagt Steffen Sator.

    Er hat das Unternehmen vor fast 25 Jahren mit aus der Taufe gehoben. Angefangen hat alles in einer kleinen Garage in Erbach. „Auf der Suche nach einem leichten, gut transportierbaren, sportlichen und bezahlbaren Faltboot stellten wir fest, dass es das so damals nicht gab. Entweder die Boote waren zu schwer, unbezahlbar oder einfach nur wahnsinnig unhandlich. Dann ist schnell die Idee gereift, das selbst anzupacken. Der Markt für eine solche Art Faltboot war hierzulande zwar vorhanden, aber wurde eher stiefmütterlich behandelt“, erzählt Sator.

    In Strass entstand der erste Faltboot-Showroom

    Stetig wuchs die Out-Trade GmbH. Es war auch die Zeit, in der die Menschen sehr mobil geworden sind. Es gab die ersten Billigflüge und plötzlich war es angesagt, für ein Wochenende schnell auf eine Mittelmeerinsel zu fliegen. Outdoor-Themen waren gefragt. In einem leerstehenden Insolvenzgebäude in Strass entstand der erste Showroom. „Wir haben die Halle unheimlich aufwendig renoviert und nach unseren Ideen gestaltet. Es lief alles gut, aber schon nach einem Jahr mussten wir wieder raus, weil der Insolvenzverwalter einen Käufer für das Gebäude gefunden hatte - und für uns war das damals natürlich unerschwinglich“, erinnert sich Sator. Es ging übergangsweise auf das ehemalige Hammer-Sport-Areal in Erbach, von dort an den jetzigen Firmensitz ins Industriegebiet Donautal.

    Dort wird auch entwickelt. Unter anderem die Eigenmarke „Nortik“. Das erste Produkt war ein Freizeit-Einer-Boot aus einer Hybridkonstruktion aus Luft- und Faltboot. Das sogenannte „Scubi“ eroberte die Herzen der Wassersportler im Sturm. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Modelltypen. Der Fokus liegt bei allen auf kleinem Packmaß und wenig Gewicht. „Unsere Philosophie lautet: ein Boot, eine Tasche. Es muss transportabel sein“, sagt Sator. Ein weiterer Meilenstein war der Ausbau des Sortiments an ultraleichten Rucksackbooten, so genannten Packrafts. Die Übernahme der amerikanischen Marke Pakboat im Jahr 2019 zählt Sator zu den wichtigsten Eckpunkten in der Firmengeschichte.

    Das Feedback der Kunden fließt in Entwicklung und Produktion ein

    Alle Boote sind Unikate, gefertigt in präziser Handarbeit. Eigene Erfahrungen und Feedback der Kundinnen und Kunden fließen dabei in Entwicklung und Produktion ein. Den Machern ist es wichtig, möglichst viele Bereiche des Paddelsports abzudecken. Sator erklärt: „Es ist eigentlich wie beim Fahrrad. Man kommt nicht mit einem Modell klar. Es gibt ein Rennrad, das City- oder das Mountainbike. Je nachdem, was man damit machen will. Auch bei uns hat jedes Produkt seinen Fokus und seinen Einsatzzweck.“ Von Freizeittouren auf der Donau oder der Iller bis hin zu Expeditionen durch die kanadische Wildnis oder das Eismeer Grönlands.

    Hergestellt werden die Kajaks in Zusammenarbeit mit langjährigen Partnern. Viele davon befinden sich in Europa, zum Beispiel in Italien, Bulgarien, Polen, Großbritannien oder Finnland. Aber auch Asien, speziell in der Türkei, in Kasachstan und Indonesien. Zusammengefügt, kontrolliert und verpackt wird alles in Ulm. Hier schlägt das Herz des Unternehmens. Auch eine Werkstatt für notwendige Reparaturen gibt es vor Ort. Vom Donautal aus werden nahezu 100 Fachhändler in der ganzen Welt beliefert. Einen großen Boom gab es speziell zu Zeiten der Corona-Pandemie „Da hatten wir eine unheimlich große Nachfrage. Die Menschen haben Dinge gesucht, die sie autark und draußen in der Natur machen konnten“, sagt Sator. Inzwischen hat aber auch diese Branche mit den wirtschaftlichen Herausforderungen zu kämpfen, die die weltpolitische Lage mit sich bringt.

    Bis zu 3000 Boote verkauft die Out-Trade GmbH pro Jahr

    Bis zu 3000 Boote im Jahr verkauft die Out-Trade GmbH. Die kosten je nach Größe und Ausstattung zwischen 600 und 3000 Euro. Regelmäßig werden Testwochenenden mit den vollständigen Flotten der eigenen Marken angeboten. Kostenlos können Interessierte alles ausprobieren, auch die nötige Beratung gibt es. Heuer ist diese Aktion am 16. und 17. Mai am Erbacher See geplant. Auch Sator selbst hat im Urlaub mit der Familie das Boot immer dabei. Schmunzelnd meint er: „Es ist jetzt nicht so, dass wir unbedingt immer einen Paddelurlaub machen müssen. Aber ein Kajak ist immer griffbereit, falls es mal eine schöne Szenerie gibt.“

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