Die Glacis-Galerie in Neu-Ulm ist das größte Einkaufscenter in der Region. Auf über 27.000 Quadratmetern Verkaufsfläche flanieren täglich über 13.000 Menschen.Foto: Alexander Kaya
Jetzt ist es klar: Die Managerin der Glacis-Galerie, Melissa Esin, verließ ihren Posten nicht aus freien Stücken. Auf Nachfrage bestätigt das Arbeitsgericht Augsburg, dass für Ende Juni in dieser Sache ein Gütetermin angesetzt ist. Ziel eines solchen Termins ist es gemeinhin, den Konflikt unbürokratisch durch einen Vergleich beizulegen, etwa durch die Vereinbarung einer Abfindung.
Über die Gründe der Trennung muss weiter gerätselt werden. Auch Torsten Keller, der Esin nun vertritt, gibt sich verschwiegen. Für Keller, der bereits über vier Jahre lang bis 2022 die Führung des Einkaufszentrums innehatte, bedeutet das einen Spagat, denn eigentlich ist er Centermanager des Olympia-Einkaufszentrums in München. Auf die Frage, warum Esin gehen musste, heißt es: „Aus Datenschutzgründen geben wir dazu keine Infos heraus.“
Im Center selbst ist kein schlechtes Wort über die ehemalige Managerin zu hören. Esin kam 2024 mit vielen Vorschusslorbeeren aus dem Rotmain-Center in Bayreuth. In den anderthalb Jahren dort habe sie es geschafft, auch die letzten Leerstände des Centers zu füllen, schrieb damals das Bayreuther Tagblatt.
Ein Mensch, der mit ihr beruflich zu tun hatte, der anonym bleiben möchte, sagt jedoch: „Schauen Sie sich mal an, was die nebenher gemacht hat“, und verweist auf ihr Online-Verhalten. Ein Blick auf ihren Instagram-Account zeigt zwar über 2000 Beiträge, da das Profil jedoch privat ist, lässt sich die Behauptung, es handle sich dabei meist um Werbung für Kosmetikprodukte, nicht überprüfen. Zudem soll sie in ihrem WhatsApp-Status „ständig“ Werbung geteilt haben – unter anderem für kosmetische Behandlungen und ästhetische Chirurgie in Istanbul. Auch diese Vorwürfe lassen sich nicht verifizieren. Zumindest bis Ende 2021 war sie als Beraterin für die Istanbuler Firma IVF im Bereich Kinderwunsch tätig. Zumindest denkbar ist, dass ECE diese möglichen Nebentätigkeiten ein Dorn im Auge waren.
Center von ECE helfen sich gegenseitig aus
Auf die Frage, ob Keller nur die Stellvertretung übernimmt und bereits eine dauerhafte Nachfolge gesucht wird, gibt es keine klare Antwort. In Kürze werde dazu vom Betreiber ECE eine Info verschickt. Wenn wichtige Posten in den von ECE geführten Einkaufszentren ausfallen, sei das Unternehmen vorbereitet. Geregelt werde das durch ein System „Patencentern“ – also Einkaufszentren, die sich gegenseitig mit Personal aushelfen.
Dass Keller nun an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt, ist also kein Zufall. „Wir wollen, dass keine Lücke entsteht“, sagt Keller. Er betont, dass er immer gerne in Neu-Ulm gewesen sei: „Ich kenne das Team und auch noch viele Mieter.“ Das Wiedersehen sei sehr positiv gewesen. Zudem gefalle ihm, wie sich die Glacis-Galerie entwickelt hat. Schließlich war er es, der das Einkaufszentrum durch die schwierige Zeit der Pandemie führte.
Glacis-Galerie in Neu-Ulm sucht Hundelächeln
Nun freut er sich über zahlreiche Neueröffnungen. Das Interesse potenzieller Neumieter sei groß; eine weitere Neueröffnung befinde sich in der Pipeline und werde demnächst kommuniziert. In die neuen Projekte ist Keller bereits involviert und rührt gleich die Werbetrommel: So sucht die Glacis-Galerie unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger (CSU) das schönste Hundelächeln der Region. Ab dem 27. Juni stehen die zehn Finalisten-Hunde als große Foto-Roll-ups in der Glacis-Galerie.
„Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass Hunde die besten Freunde des Menschen sein können“, sagt Keller, der selbst einen Malteser besitzt.
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