Eine ältere Dame aus Neu-Ulm fühlte sich nach einem Goldankauf in Bellenberg unter Druck gesetzt. Strafrechtlich relevant ist der Fall nach Einschätzung der Polizei jedoch nicht.Foto: Uli Deck, dpa (Symbolbild)
Alte Pelzmäntel, Taschen und etwas Goldschmuck – eigentlich wollte eine ältere Dame aus Neu-Ulm nur einige Dinge loswerden, die seit Jahren im Keller herumlagen. Nach einem Besuch bei einem mobilen Gold- und Pelzankauf in Bellenberg bereut sie das Geschäft jedoch. „Ich habe die halbe Nacht nicht geschlafen“, sagt sie heute. Im Nachhinein habe sie das Gefühl, deutlich zu wenig Geld für ihre Sachen bekommen zu haben.
Durch einen Werbeflyer im Briefkasten wird die Neu-Ulmerin auf den mobilen Goldankauf aufmerksam
Aufmerksam geworden war die Frau durch einen bunten Werbeflyer, der einer Zeitung beigelegt war. Darin wurden hohe Ankaufspreise für Pelze, Schmuck, Antiquitäten und Taschen beworben. Gemeinsam mit ihrem Partner fuhr sie zu dem Ankauf nach Bellenberg.
Dort wollte sie zunächst Mäntel, Taschen und eine Lederjacke verkaufen. Im Gespräch habe der Händler dann erklärt, dass die Gegenstände nur in Verbindung mit zusätzlichem Goldankauf interessant seien. „Ich wollte das Zeug loswerden“, sagt die Frau rückblickend. Schließlich habe sie neben mehreren Kleidungsstücken auch rund 20 Gramm Goldschmuck abgegeben.
Beim Goldverkauf in Bellenberg fühlte sich die Kundin vom Verkäufer unter Druck gesetzt
Der Händler wirkte auf die Frau zunächst freundlich und überzeugend. Erst zu Hause kamen ihr Zweifel. Sie recherchierte im Internet aktuelle Goldpreise und stellte fest, dass sie für ihr Gold nach eigener Einschätzung deutlich weniger erhalten hatte, als bei einem seriösen Ankauf möglich gewesen wäre. Insgesamt bekam sie 1100 Euro – allerdings ohne genaue Aufschlüsselung, welcher Betrag auf Gold, Schmuck oder die übrigen Gegenstände entfiel.
„Das bewegt sich im legalen Bereich“ – Polizei sieht in dem Fall keinen Betrug
Die Polizei bestätigt, dass solche Geschäftsmodelle bekannt seien. Dabei gehe es häufig darum, zunächst Menschen anzusprechen, die Pelze oder andere Gegenstände verkaufen möchten – und anschließend zusätzlich Gold anzukaufen.
Strafrechtlich relevant sei der geschilderte Fall nach derzeitiger Einschätzung allerdings nicht. „Das bewegt sich im legalen Bereich, auch wenn es moralisch vielleicht verwerflich ist“, heißt es von der Polizei. Käufer und Verkäufer würden sich letztlich freiwillig auf einen Preis einigen.
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