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Landkreis Neu-Ulm
06.05.2022

Gingen Sauter-Masken doch an Schulen im Landkreis Neu-Ulm?

Auch in den Landkreis Neu-Ulm wurden teilweise unbrauchbare Lomotex-Masken geliefert.
Foto: Moritz Frankenberg, dpa (Symbolbild)

Durch eine Grünen-Anfrage werden Details aus dem umstrittenen Sauter-Deal bekannt. Der war für die Steuerzahler ausgesprochen teuer.

In den Landkreis Neu-Ulm sind Anfang 2021 insgesamt 33.950 FFP2-Masken aus dem umstrittenen Deal des CSU-Politikers Alfred Sauter geliefert worden. Das geht aus der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des Grünen-Landtagsabgeordneten Maximilian Deisenhofer hervor. Insgesamt waren 365.800 Stück nach Schwaben geliefert worden.

Die Sauter-Masken waren viel zu teuer

Die von der hessischen Textilfirma Lomotex aus China importierten Masken kamen nicht nur viel später als ursprünglich vereinbart. Sie waren zu diesem späteren Zeitpunkt dann auch sehr teuer. Sie kosteten damals den bayerischen Staat nach Angaben von Deisenhofer 3,60 Euro pro Stück. Und sie waren nach neuesten Erkenntnissen teils unbrauchbar. Die Masken verließen am 19. Januar 2021 das bayerische Pandemiezentrallager, allerdings zum im März 2020 verhandelten Preis. Zu diesem Zeitpunkt waren FFP2-Masken im Einzelhandel schon lange deutlich günstiger zu haben.

Landkreis Neu-Ulm bekam 34.000 Sauter-Masken

Doch was passierte mit dem ausgelieferten Gesichtsschutz? Deisenhofer wollte in seiner Anfrage vom 25. April auch wissen, ob damit Schulen beliefert wurden. Das Kultusministerium versichert, es sei ebenso wenig damit beliefert worden wie die bayerischen Schulen. Möglicherweise aber doch. Das lässt sich aus einer Antwort des Landratsamtes Neu-Ulm auf eine Anfrage unserer Redaktion schließen. Gefragt, was denn mit den 34.000 FFP2-Exemplaren passiert sei, antwortete die Führungsgruppe Katastrophenschutz wörtlich: "Der Landkreis Neu-Ulm hat zu Pandemiezeiten regelmäßig Maskenlieferungen aus dem Zentrallager des Freistaats Bayern erhalten. Diese wurden zum Teil auch ausgegeben an Schulen, Hilfsorganisationen und andere Träger. Die restlichen, nicht ausgegebenen Masken wurden im letzten Jahr an den Freistaat Bayern zurückgegeben." Ob darunter auch die genannten Lomotex-Masken aus dem Sauter-Deal waren, könne man weder bestätigen noch dementieren. Bei der Aufzeichnung der Lagerbestände seien Details wie Hersteller oder mögliche Vermittlerfirmen nicht erfasst worden. Somit könnten dennoch Lomotex-Produkte über den Umweg Landratsamt an die Schulen gelangt sein.

Der inzwischen fraktionslose Abgeordnete Alfred Sauter kassierte für die Vermittlung von Maskengeschäften mit dem Freistaat rund 1,2 Millionen Euro. In seinen eigenen Heimatlandkreis Günzburg wurden 24.250 Masken geliefert. Ein Untersuchungsausschuss des Landtages versucht, Licht in das Dunkel der Affäre zu bringen.

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