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Neu-Ulm

21.03.2020

So geht es unseren Facebook-Usern während der Coronakrise

Einige Bürger sind nun im Homeoffice, ihre Kinder ebenfalls zu Hause. Für viele eine Herausforderung, Arbeit und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bekommen.
Bild: Christian Beutler/KEYSTONE/dpa

Plus Wir haben euch gefragt: Wie wirkt sich das Coronavirus derzeit auf euer Leben aus? So ist die Stimmungslage der NUZ- und IZ-Facebook-Community.

Manch einem mag bald die Decke auf den Kopf fallen. Die Sonne scheint, man würde sich gerne mit Freunden ins Eiscafé setzen – aber man soll nicht. Der eine gewöhnt sich langsam an das Homeoffice, der andere fragt sich, wie er seine Kinder in den kommenden Wochen bespaßen soll. Und manch einer schiebt Überstunden. Wir haben mit einem Facebook-Aufruf Stimmen gesammelt. Ein Lagebericht aus der Region.

Margit Merk aus Attenhofen bei Weißenhorn kann Personenkontakt kaum meiden, denn sie arbeitet bei einem ambulanten Pflegedienst: „Ich gehe jeden Tag raus und versorge mit meinen tollen Kollegen zusammen unsere Patienten. Und ich versuche ihnen ein Lächeln zu schenken und trotz allem, aufbauende und motivierende Worte zu finden“, erzählt Merk.

Alfred Brandner ist als Rettungsfachkraft, Kampfsportler und Fachlehrer tätig. Er meint: „Wir müssen jetzt insbesondere auch an die Kinder denken, die nun für viele Wochen von Schulen und Sportstätten getrennt sind. Doch wir dürfen nicht verzagen, die Welt dreht sich weiter.“ Taekwondo-Training für Erwachsene und Kinder zu Hause, aber auch nahezu alle anderen Sportmöglichkeiten seien eine sinnvolle und stützende Maßnahme, um gegen Ängste anzukommen. Kurz eine Runde joggen gehen oder eine Sporteinheit zu Hause, hält in diesen Zeiten fit. Das könnte auch eine Empfehlung für diejenigen sein, die jetzt zuhause arbeiten, wie viele Facebook-User aus der Region. Ein Nutzer schreibt: „Ich habe ’Glück’ und kann Homeoffice machen ... wäre dennoch lieber im Büro anstatt im Hausarrest.“ Er hoffe, dass sich die Lage bald normalisiere. “ Die Lage für Aleyna Karakoç aus Illertissen stellt sich ganz anders dar. Sie macht eine Ausbildung als Verkäuferin an einer Tankstelle und schreibt: „Home Office? Ist mir fremd.“

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Kein Kontakt zu Kindern und Enkel

Marina Pletscher und ihr Mann Thomas sind 61 und 52 Jahre alt. Sie haben derzeit keinen Kontakt zu ihren Kindern und Enkeln. Außerdem sind sie von Kurzarbeit betroffen: „Mein Mann und ich haben jetzt eine Woche Urlaub zu Hause. Wir gehen nur einkaufen, wenn es sein muss. Nächste Woche ist bei uns in der Gastronomie Kurzarbeit angesagt. Müssen wohl durchhalten bis Mai. Ich wünsche allen eine gute Zeit“, schreibt Marina Pletscher. Sie hat 15 Enkel. Kommende Woche feiert sie ihren Geburtstag – mit ihrem Mann, aber ohne Enkel.

Geburt ohne den Vater?

Janina Grieser und ihr Partner erwarten bald ihr zweites Kind, eine Tochter. „Ich habe Gott sei Dank das Glück, dass ich daheim sein kann, da ich im Mutterschutz bin. Wir haben deswegen keine Probleme mit der Betreuung unseres großen Sohnes“, erzählt Grieser auf Facebook. „Was bei uns gerade Gesprächsthema ist, ist die Entbindung. Da es jeden Moment los gehen könnte, macht man sich schon Gedanken. Noch dürfen die Papas bei der Geburt dabei sein. Aber wie lange noch? Ich hoffe einfach, dass die Kleine ganz schnell kommt, dass der Papa noch dabei sein kann.“

Janina Grieser und ihr Mann Julian erwarten eine Tochter. Noch ist unklar, ob ihr Mann mit in den Kreißsaal darf.
Bild: Stephanie Stieglmaier, Bildwerk89

In den Facebook-Kommentaren bekommt die bald Zweifache-Mama aus Senden liebe Worte zugesprochen. Eine andere Mutter erzählt: „Meine Kaiserschnitt-OP wurde vorverlegt, da die Frauenklinik so voll ist. Das war so ein Chaos. Es war zu spüren, dass das Personal wegen der Krise gestresst ist.“

Es sei vielen egal, wie die Waren im Regal landen

Neben dem Pflege- und Krankenhauspersonal ist auch der Einzelhandel von der aktuellen Situation stark betroffen. Astrid Bosch arbeitet als Kommissioniererin und erzählt unter dem Beitrag, dass sie und ihre Kollegen freiwillig Überstunden machen, um den Bürgern volle Regale zu gewährleisten. „Ich habe den Eindruck, dass es vielen nicht bewusst oder egal ist, wie die Waren überhaupt im Regal landen“, sagt Bosch unserer Redaktion. Eine andere Userin arbeitet im Baumarkt und beschwert sich, dass an sie nicht gedacht werde. Denn obwohl man nur das Nötigste draußen erledigen sollte, würden viele Kunden mit ihren Kindern in die Bau- und Gartenmärkte kommen.

Kündigung wegen Corona-Krise

Besonders hart getroffen von der Krise wurde Daniel Wolf. Im Gespräch mit unserer Zeitung erzählt er, dass er Ende vergangenen Jahres über eine Zeitarbeitsfirma eine Stelle als Lagerist gefunden habe. Vor ein paar Tagen verlor er aber seinen Job: „Sie haben mir mitgeteilt, dass sie aufgrund der momentanen Lage leider kündigen müssen und ich ab Dienstag nicht mehr kommen brauche“, erzählt Wolf. Jedoch habe er seit Freitag eine Beschäftigung bei einer anderen Firma. „Mir fiel ein Stein vom Herzen. Trotz allem waren es zwei schlaflose Nächte.“

Auch wenn die aktuelle Lage nervenraubend sein kann: Über Gespräche, ob direkt, persönlich oder im Netz, finden viele Halt, Anregungen oder einfach nur Ablenkung.

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