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Meilenstein in Neu-Ulm: Setra schickt ersten Elektro-Reisebus auf Testfahrt

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Meilenstein in Neu-Ulm: Setra schickt ersten Elektro-Reisebus auf Testfahrt

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    Dieser S516 ist der erste vollelektrische Reisebus der Marke Setra. Ende des Monats kommt er als Testfahrzeug erstmals auf die Straßen rund um Neu-Ulm.
    Dieser S516 ist der erste vollelektrische Reisebus der Marke Setra. Ende des Monats kommt er als Testfahrzeug erstmals auf die Straßen rund um Neu-Ulm. Foto: Daimler Truck AG

    Langsam aber sicher werden die elektrischen Reisebusse der Neu-Ulmer Daimler-Truck-Marke Setra Realität: Wie der Daimler-Truck-Buschef Till Oberwörder sagte, wird Ende April/Anfang Mai ein erster Technologieträger eines elektrischen Reisebusses in Neu-Ulm auf Testfahrt geschickt, der „eCoach“.

    „Das ist ein wichtiger Meilenstein auf unserer E-Roadmap“, sagte Oberwörder auf einer Pressekonferenz zum 30-jährigen Bestehen der Daimler Buses Servicemarke Omniplus. Dass die Zukunft des Busses elektrisch ist, daran ließ Oberwörder nie Zweifel. Jene Roadmap beschreibt den Weg in eine E-Zukunft, auch der Reisebusse. Das Testfahrzeug sei mit einer „neuen Antriebstechnologie“ ausgestattet. Ein neuer Antriebsstrang komme zum Einsatz. „Wir sind noch in einem sehr frühen Entwicklungsstand“, so Oberwörder. Deswegen wolle er nicht weiter ins Detail gehen.

    Der erste elektrische Setra fährt bald durch Neu-Ulm

    Klar ist nur, dass es sich bei dem Prototyp um eine Testvariante des Setra Reisebusses S 516 handelt, der in Neu-Ulm entwickelt und bald erstmals auf der Straße getestet werde. „Wir sind genau im Zeitplan“, so Oberwörder. Zum Ende der Dekade, also 2029/30, werde der erste E-Setra auf den Markt kommen. Aus den Reihen der Kundschaft, also den Busunternehmen, die Setra kaufen und einsetzen, sei bekannt, dass die Reichweite mindestens 500 Kilometer betragen müsse. Der jüngst vorgestellte batterieelektrische EIntouro von Mercedes-Benz, gedacht als Schulbus und für kurze Reisen, erzielt bei maximaler Batterieausstattung eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern ohne Nachladen. Was genau die Reichweite des E-Setra sein soll, will Oberwörder nicht verraten. Sie werde aber an 500 Kilometern angelehnt.

    Der Ursprung von Daimler Buses: Die Geschichte von Setra in Ulm und Neu-Ulm in Bildern

    Die fünf Generationen der Setra Kompaktbusse v.l.: Der heute 50 Jahre alte Urahn aller Kompaktbusse, der Setra S 6, ein S 80 Baureihe 100, der S 208 aus der Baureihe 200, der erste Kompaktbus in Hochdecker-Bauweise, ein S 309 HD und der auf Anhieb im Markt erfolgreiche S 411 HD der TopClass 400.
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    Das Omnibus-Unternehmen Setra wurde 1951 gegründet. 70 Jahre in Bildern.

    Klar ist: Für die Busunternehmen muss sich ein Umstieg lohnen. Die steigenden Dieselpreise spielen da freilich der Elektromobilität in die Hände. Ein Setra S 516 kostet als Basismodell um die 400.000 Euro. Der Preis kann aber auch weit höher liegen. Eine Faustregel besagt, dass Elektro-Omnibusse in der Regel das 1,5- bis Zweifache eines vergleichbaren Dieselmodells kosten.

    Wie das Unternehmen Daimler Buses sich verändert

    Was die Markteinführung angeht, schränkt Oberwörder etwas ein. „Wir müssen realistisch bleiben.“ Der Einsatz von E-Reisebussen mache nur Sinn, wenn eine entsprechende Ladeinfrastruktur bereitsteht. Und zwar nicht nur in den Betriebshöfen, sondern auch an den Reisezielen. Egal, ob München, Gardasee oder am Eiffelturm.

    Diese Infrastruktur für Busse sei derzeit noch nicht da, wo sie sein müsste. Weder für Stromer noch Brennstoffzellen-Antrieb. Deswegen gehe hier Daimler Buses noch einen Schritt weiter: Neben der Fahrzeugentwicklung wird sich die Sparte beim Aufbau einer öffentlichen Ladeinfrastruktur beteiligen. Das erklärte Ziel: Ladestationen an allen touristisch relevanten Standorten beziehungsweise Verkehrsknotenpunkten. Noch dieses Jahr sollen die ersten Ladestationen von Daimler Buses in Betrieb gehen. Ausflüge zum Kölner Dom und Oktoberfest sollen durch Ladestationen in Köln und München den elektrifizierten Anfang machen. Daimler Buses plane, bis Ende der Dekade bis zu 200 Millionen Euro in sein europäisches busspezifisches Servicenetz zu investieren. „So viel wie nie zuvor“, sagt der Buschef.

    Wie Oberwörder betont, verändern sich mit der Elektromobilität nicht nur die Gesamtbetriebskosten, sondern auch das ganze Unternehmen. Der Service werde immer wichtiger für die Kundschaft. „Wir haben uns von einem reinen Fahrzeughersteller zum Anbieter eines kompletten Systems entwickelt.“ Alles aus einer Hand, die Anforderungen werden mehr: vom Fahrzeug über Ladeinfrastruktur, Lademanagement bis hin zum Umbau von Diesel-Betriebshöfen auf Elektromobilität. Es gebe eine immer größere Nachfrage, dass der Bushersteller auch als Betreiber des Ladeparks agiert, sodass sich die Busunternehmen auf ihre Arbeit konzentrieren können. Das Ganze laufe unter der Servicemarke Omniplus zusammen.

    Hinzu kommt als „integraler Bestandteil“ die Firma „Daimler Buses Solutions“, die eigens gegründet wurde, um die Kundschaft beim Übergang in die E-Mobilität zu unterstützen. „Service macht den Unterschied.“ Busse verdienen nur dann Geld, wenn sie im Einsatz sind. Oberwörder: „Dafür brauchen unsere Kunden einen Partner, der sie von der Fahrzeugauswahl über die passende Infrastruktur bis zur schnellen und verlässlichen Wartung unterstützt. Für Ladesäulen gilt das Gleiche: Wenn sie ausfallen, steht der Betrieb.“

    Der (Test-) Start der Elektromobilität bei Setra in Neu-Ulm trifft auf gute Geschäfte mit Diesel-Bussen. Die neuen Geschäftszahlen werden erst am 6. Mai vorgestellt. Doch Oberwörder sagt auf Nachfrage, dass er mit der Auslastung in Neu-Ulm sehr zufrieden ist. Die Nachfrage sei weiterhin sehr hoch. „Wir blicken auf die Kapazitätsauslastung in Neu-Ulm sehr positiv.“

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